Ford verkauft immer mehr Fahrzeuge für Menschen mit Handicap

Ford hat in Deutschland im vergangenen Jahr über sein Händlernetz rund 4700 Fahrzeuge speziell an Menschen mit Mobilitätseinschränkungen verkauft. Das sind 600 Stück mehr als 2007 und bedeutet eine Steigerung um 15 Prozent. Für dieses Jahr wird mit einer Fortsetzung des Wachstumstrends auf voraussichtlich 5400 Verkäufe gerechnet. Das in diesem Zusammenhang beliebteste Ford-Modell war 2008 mit einem Verkaufsanteil von 27 Prozent der Ford Focus, gefolgt von Fiesta und C-Max (je 18 Prozent), Fusion (11 Prozent) und Mondeo mit zehn Prozent. Käufer mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent erhalten beim Kauf eines speziell umgerüsteten Ford bis zu 20 Prozent Rabatt.

Studien zufolge gibt es in der Europäischen Union 45 Millionen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Für viele von ihnen ist das Autofahren mit einer Fülle von Herausforderungen verknüpft, die es individuell zu überwinden gilt. Ein unverzichtbares Hilfsmittel für die Ford-Ingenieure ist dabei der Altersanzug, den der Autohersteller als Pionier auf diesem Gebiet bereits seit 1994 einsetzt. Die erste Generation des so genannten Third Age Suits (Altersanzug) kam bei der Entwicklung des ersten Focus zum Einsatz, der 1998 auf den Markt gebracht wurde. Seit Mitte 2009 verwendet Ford für die Entwicklung neuer Fahrzeugmodelle zwei Altersanzüge der zweiten Generation.

Durch das Anlegen des Anzugs können die Entwickler körperliche Beschwerden und Gebrechen, die eine Folge von Krankheit und des Alterungsprozesses sind authentisch simulieren. Der zwischen 5,3 und 6,9 Kilogramm wiegende Ford-Altersanzug berücksichtigt neueste Erkenntnisse aus der Altersforschung. Er ist über einen weiten Altersbereich (60 bis 85 Jahre) skalierbar und wurde in Zusammenarbeit mit dem Meyer-Hentschel Institut Saarbrücken, einem der Pioniere auf dem Gebiet des Seniorenmarketings, und der Universitätsaugenklinik Düsseldorf entwickelt.

Die zwei Exemplare der Altersanzüge der zweiten Generation werden im Ford Forschungszentrum Aachen sowie in der Ford-Produktentwicklung in Köln-Merkenich eingesetzt. Für die Zukunft ist die Produktion weiterer Anzüge geplant, die für den Einsatz in der Forschung und der Produktentwicklung von Ford in Nordamerika vorgesehen sind.

Die Auswahl und Bestellung des Ford-Basisfahrzeugs ist grundsätzlich bei jedem Ford-Händler in Deutschland möglich. Er organisiert dann die Umrüstung bei einem Spezialbetrieb. Prinzipiell kann fast jedes Modell an den speziellen Bedarf des Kunden angepasst werden. Das Spektrum reicht dabei von einfachen Modifikationen wie den Einbau von Fahr- und Bedienhilfen wie Handgas-Steuerung über Einstiegshilfen, Rollstuhlverladesystem bis hin zu aufwendigen Komplettumbauten (ar)

Dienstag September 1