Peppiges Ambiente
Auch im Innern des robusten Kleinwagens gibt es peppige Änderungen: Spezielle Farbwelten auch hier treffen wir wieder auf Magma-Orange oder Limette wirken hier genauso frisch wie die an den Sitzflanken und im Rückenteil eingearbeiteten Netzstrukturen und farbig abgesetzten Nähte. Sportlich und elegant zugleich: Das mit gelochtem Leder bezogene Vierspeichen-Lenkrad mit ebenfalls farbigen Nähten schöner kann sowas in einem BMW M auch nicht sein. Weitere Veredelungen im CrossPolo: Chromringe um die Instrumente und Aluminium an den Pedalkappen.
Auf fast vier Meter gewachsen
Wie beim normalen Polo fasst der Kofferraum 270 Liter, kann aber auf 1.030 Liter vergrößert werden. Eine geteilte Rücksitzbank kostet allerdings 142 Euro Aufpreis. Immerhin können es sich auch groß gewachsene Staturen bis zu 1,95 m vorne recht bequem einrichten und sogar längere Reisen ohne Rückenschmerzen überstehen. Doch verbleibt bei ganz nach hinten geschobenen Vordersitzen vor der Rücksitzbank nicht allzu viel Platz, obwohl der Polo mittlerweile auf fast vier Meter Länge angewachsen ist (der CrossPolo ist mit 3,93 m übrigens nur 1,5 Zentimeter länger als der Polo ohne Cross).
100 PS sind nicht gleich 100 PS
Wir bestiegen zunächst den 100 PS starken CrossPolo 16V. Dessen Vierzylinder-Benziner mit 1,4 Litern Hubraum läuft recht leise und vibrationsarm, doch schon die Papierform sagt einiges: Mit dem Drehmoment von 126 Newtonmetern bei 4.400 Touren kommt uns das Aggregat doch etwas träge vor und wir haben den Eindruck von vielleicht nur 85 PS. 12,1 Sekunden von null auf hundert sind dann aber doch nicht so schlecht und mit einigem Anlauf lassen sich 183 km/h Spitze erreichen. Unsere Testfahrt verläuft von Nizza in den 90 km entfernten Wintersportort Isola 2000. Die zum Schluss stark ansteigende Serpentinenstrecke führt uns auf 2.000 Meter Höhe wie der Name des Zielorts schon vermuten lässt, und unser Benziner hat mit dem Anstieg doch recht zu kämpfen.
Mit dem Diesel gehts bergab
Leider wählten wir den 100-PS-Turbodiesel erst für die Rückfahrt, also bergab, umgekehrt wär`s natürlich besser gewesen. Denn dann hatten wir so viel Dampf unterm sportlich gepolsterten Hintern, dass wir schon wieder höllisch aufpassen mussten, wegen Übermuts nicht aus der Kurve zu fliegen. Zumindest war es kein Problem, aus langsamen Spitzkehren heraus vor uns bummelnde Ski-Heimkehrer superschnell und sicher zu überholen. Schließlich bietet der 1,9-Liter-TDI satte 240 Newtonmeter Drehmoment und das schon bei 1.800 U/min. Lediglich einen tiefergelegten Punto mit Ferrari-Aufklebern und vor lebensmüden Überholmanövern nicht zurückschreckendem Piloten ließen wir ziehen. Überrascht hat uns dann, dass die Beschleunigung von null auf hundert mit 11,5 Sekunden doch nur 0,6 Sekunden schneller als beim gleich starken Benziner angegeben ist und dass die Spitze mit 182 km/h sogar einen Kilometer niedriger liegt. Gefühlt war der große Diesel deutlich schneller, großes Pfadfinder-Ehrenwort!
Kurvenräuber im Offroad-Kleid
Kupplung, Fünfgangschaltung und elektrohydraulische Servolenkung arbeiten übrigens superleichtgängig. So machte die Bewältigung unserer kurvenreichen Passstrecke mit Anbremsen, Runterschalten, Einlenken, Rausbeschleunigen und Hochschalten einen Höllenspaß egal ob bergauf oder -runter. Trotz markanter Offroad-Optik ist der CrossPolo ein echter Kurvenräuber. Ein Glück, dass die Sitze guten Seitenhalt bieten und ihrer Bezeichnung Sportkomfortsitze (ein Begriff, den wir in dieser Kombination noch in keinen Unterlagen anderer Autos gefunden haben, Kompliment an die Marketingleute) alle Ehre machen.
Motoren: Konzentration auf das Wesentliche
Insgesamt bietet VW fünf Motoren für den CrossPolo an, nämlich drei Benziner mit 64, 75 und 100 PS, davon Ersterer mit 1,2 Litern Hubraum und die beiden stärkeren mit 1,4 Liter, sowie zwei Pumpe-Düse-Diesel mit 70 PS aus 1,4 Litern Hubraum und 100 PS aus 1,9 Litern. Für den 75-PS-Benziner ist auch eine Automatik erhältlich, aber nur mir vier Gängen. Im Vergleich zum normalen Polo sind also vor allem der Einstiegsbenziner mit 55 PS und der 130 PS starke Topdiesel, aber auch einige Zwischenstufen, für den CrossPolo nicht im Angebot. Wer es sich leisten kann, sollte ohnehin zu einem der beiden durchzugsstarken Diesel greifen, die wie die anderen Maschinen die Euro-4-Norm erfüllen, wenn auch ohne Partikelfilter.
Klein, aber sicher
Erfreulich ist die umfangreiche passive Sicherheitsausstattung des CrossPolo. Sie umfasst fünf Kopfstützen und ebenso viele Dreipunktgurte, Front- und Seitenairbags sowie Gurtstraffer vorn. Optional kann ein Kopfairbagsystem für die Front- und Fondpassagiere bestellt werden. Serienmäßig befindet sich ein so genannter Dual Brake Assist an Bord. Dieser Bremsassistent unterstützt den Fahrer zusammen mit dem ABS in Grenzsituationen, indem die Pedalkraft ab einem bestimmten Bremsdruck überproportional verstärkt wird, was den Anhalteweg verkürzen soll. Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP ist nur in den beiden 100-PS-Modellen serienmäßig. Bei den anderen Motorisierungen muss für dieses wichtige Sicherheitsdetail 405 Euro zusätzlich an VW gelöhnt werden.
Becherhalter und Doppelton-Signalhorn
Recht großzügig ist dagegen der weitere Umfang der Serienausstattung: Sie enthält zunächst die Details der Trendline-Version des klassischen Polo hört sich toll an, ist aber nur die Basisausstattung immerhin mit elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung, Make-up-Spiegeln, längs- und höheneinstellbarem Lenkrad sowie zwei Becherhaltern. Dazu kommen beim CrossPolo ein höheneinstellbarer Fahrersitz samt Schublade darunter, Gepäckraumbeleuchtung und -abdeckung und ein Doppelton-Signalhorn (haben wir auf der Passstraße gebraucht). Nicht zu vergessen natürlich die eingangs aufgeführten CrossDetails wie Schlechtwege-Fahrwerk, Lederlenkrad, Offroad-Applikationen und vor allem die wunderschönen BBS-Leichtmetallfelgen, in Sterlingsilber lackiert, samt 215/40er-Walzen. Der CrossPolo ist darüber hinaus immer ein Fünftürer.
Preis: Hoch, aber günstig
Und der Preis? Natürlich höher als bei den vergleichbar motorisierten normalen Polos. So kostet der 64 PS starke EinstiegsCrosser 15.150 Euro und beim 100-PS-Diesel werden gar 18.175 Euro aufgerufen. Das sind zirka 2.500 Euro mehr als für die fünftürigen Normalos verlangt wird. Allerdings gibt es für diesen Aufschlag eine Menge mehr an Ausstattung und so wird der CrossPolo fast schon wieder zum Schnäppchen, denn die inkludierten Extras würden einzeln, zum Klassik Polo dazu bestellt, mehr kosten. Für die angesagten Farben Limette und Magma-Orange verlangen die Wolfsburger aber noch mal 218 Euro.
Kein MP3 und Bluetooth?
Aufs Schärfste ist zu kritisieren, dass sich für die in der CrossZielgruppe angesagten Bluetooth-Handys und weitverbreiteten MP3-Player keinerlei Anschlussmöglichkeiten finden kaum zu glauben, dass die Wolfsburger Provinz immer noch am Festnetz hängt oder gar CDs brennt. In diesem Detail waren die CrossPolo-Entwickler wohl doch ein bisschen zu schnell.
(ph)
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| Diesel | Benzin | Super | Super+ | |
|---|---|---|---|---|
| Durchschnittspreis | 1.396 | 1.495 | 1.495 | 1.583 |
| Günstigster Preis | 1.339 | 1.429 | 1.429 | 1.489 |