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Vierling für Stadt, Land, Fluss: Daihatsu Sirion 1.3 Eco 4WD

München, 27. Juni 2006 – Kleinwagen mit Allradantrieb sind selten, Bekanntester und ältester Vertreter dieser Gattung ist der Bergbauern-Freund Fiat Panda 4x4. Ob auch der neue Daihatsu Sirion 4WD eine tolle Kiste für Stadt, Land und Feldweg ist, haben wir für Sie getestet.

Vier hilft viel: Automatischer Allradantrieb
Der Sirion in seiner neuen, kantigen Form löste schon im Frühjahr 2005 seinen rundlichen Vorgänger ab. Seit Mai 2006 ist für den 1,3-Liter-Motor ein Allradantrieb zu haben, der sich per Viskokupplung automatisch zuschaltet. Diese Auslegung soll den Allrad-Zoll an der Tankstelle auf einen halben Liter beschränken und bekommt darum von den Daihatsu-Strategen das Etikett Eco. Mit dieser Technik ist der Kleinwagen im Normalfall als Fronttriebler unterwegs und verteilt die Leistung bei Bedarf auf alle vier Räder. Die Kupplung schließt, sobald Drehzahldifferenzen zwischen den Vorderrädern auftreten. Resultat der Übung ist, dass auch Kavalierstarts ohne merklichen Schlupf oder gar Reifenquietschen ablaufen. Sinnvoller als beim rasanten Starten in der Stadt ist die Anwendung auf rutschigen Untergründen: Auf Schotter zum Beispiel wühlen die Vorderräder eine halbe Umdrehung lang im Untergrund, bevor der Daihatsu nach vorne stürmt, als sei nichts gewesen.

Wetzen und Reisen: Eine Frage des Verbrauchs
Und stürmen, das kann er. Der 87 PS starke Vierzylinder tritt von unten heraus kräftig an. Dabei gibt sich die Maschine kultiviert und leise, so lange eine Drehzahl von 4.500 U/min nicht überschritten wird. Klingen höhere Drehzahlen in den unteren Gängen noch sportlich-verwegen, verwandelt sich das Geräusch ab 130 km/h in ein Dröhnen, untermalt von Windgeräuschen und dem Abrollen der Reifen. Für die lange Reise – die der Kleine durchaus beherrscht – empfiehlt sich also Richtgeschwindigkeit. Schön niedrig bleibt dann auch der Verbrauch, der sich im Test bei einer verhalten gefahrenen Langstrecke über Landstraßen und Autobahnen bei 6,2 Litern einpendelte. Wer es wissen will und – das Kurventalent ausnutzend – den Sirion beherzt über die Straßen treibt, verbraucht rund 8,5 Liter.

Komfort geht vor: Niedrige Bedienungskräfte
Engagierten Kurvenfahrten steht das Fahrwerk grundsätzlich nicht im Weg, der kleine Japaner ist allein schon wegen seines geringen Gewichts von 1.050 Kilo ein flinker Geselle. Nur die Lenkung sollte linearer ansprechen und mehr Informationen weitergeben. Das Getriebe leistet sich einen Ausreißer: Die Wege sind kurz, aber mäßig definiert und das Einlegen der Gänge geht schwerer als bei Kleinwagen üblich. Das schluckfreudige Fahrwerk ist kurvenwillig und trotzdem komfortabel. Bodenwellen, Kanaldeckel, Schienen und andere Grobheiten des Straßenbaus bringen weder das Auto noch die Insassen aus der Ruhe.


Luftiger Raum für vier
Doch beschäftigen wir uns mit den grundsätzlichen Talenten des Mini-Allradlers. Wie sitzen Fahrer und jene, die er mitnimmt? Wie viel Gepäck passt rein? Wie stark sinkt die Laune auf langen Strecken? Die Antworten wären: Gut, genügend und nur gering. Oder in der Langfassung: Selbst lange Lulatsche finden einen angemessenen Sitzkomfort auf Fahrer- und Beifahrerplatz. Sitzfläche und -lehne stützen Beine und Rücken so weit, wie es ein muss. Allerdings könnte der Seitenhalt vorne besser sein, auch die Rückbank ist kaum profiliert. Dafür kann der Fahrer schon serienmäßig seine Sitzhöhe ändern und die Neigung des Lenkrads verstellen. Praktisches Detail: Der Tacho sitzt direkt auf der Lenksäule und wird mitverstellt. Den Drehzahlmesser hat Daihatsu auf das Armaturenbrett gepflanzt. Die Position der Instrumente – und auch deren rundliche Form erinnern an den Smart.

Laden und Stauen: Kreative Rückbank
Den Kofferraum schränkt der Allradantrieb nicht ein, es bleibt bei 225 Liter Gepäckvolumen. Wenn die –serienmäßig geteilten – Sitze umgelegt sind, passen bis zur Fensterunterkante 630 Liter in den Sirion. Bemerkenswert ist der Weg Daihatsus zur von Autotestern geschätzten ebenen Ladefläche: Die beiden Sitzkissen lassen sich einzeln an einer Schlaufe nach vorne ziehen und senken sich dabei automatisch ab. Wenig dauerhaft erscheinen allerdings die Kunststoffraster für die Sitzlehnen-Arretierung. Immerhin bietet diese zwei Stufen, sodass wahlweise aufrecht oder in Lümmelhaltung Platz genommen werden kann. Raum für die Beine zweier großer Passagiere ist genügend da, sofern die vorne Sitzenden nicht den gesamten Verstellbereich ihrer Sitze ausnutzen. Diese klassenübliche Einschränkung gilt nicht für die Köpfe: Wer mag, kann auch im Fond noch einen Hut aufsetzen.
(ao)

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