Viel Platz innen
Auch beim Innenraum orientiert sich der Auris am Golf. Das gute Platzangebot vorne und hinten mit 354 Liter Kofferraum ist nahezu identisch mit dem des Klassenprimus. Manches wurde von Toyota jedoch besser gelöst. Ein Vorteil beim Auris ist der fehlende Kardantunnel. Auf der hinteren Sitzbank erfreut sich der mittlere Passagier so über einen vollwertigen Fußraum. Gut gelöst ist auch die Kofferraumerweiterung. Mit zwei Handgriffen klappt die Lehne im Verhältnis 60 zu 40 um. Dabei senkt sich zugleich die Beinauflagefläche mit ab. Das Gepäckabteil mit einer nur leichten Stufe bietet Platz für stolze 1.335 Liter. Zum Vergleich: In den Golf-Fond passen 350 bis 1.305 Liter Gepäck.
Schick, doch keine Top-Qualität innen
Schicke Kleinode im Auris sind die zwei goldgelb leuchtenden Optitron-Rundinstrumente im Cockpit. Diese informieren primär über Motordrehzahlen und Geschwindigkeit. Digitale Multifunktionsanzeigen mittig in den Rundinstrumenten geben Auskunft über zusätzliche Fahrinformationen wie Durchschnittsverbrauch und den noch verbleibenden Tankinhalt. Praktisch: Der Innenraum bietet eine Reihe kleinerer und größerer Staufächer. Wer besonderen Wert auf Übersichtlichkeit und eine überschaubare Schalterzahl legt, dürfte sich am aufgeräumten Auris-Arbeitsplatz besonders wohl fühlen. Ein abwechslungsreicher Mix aus verschiedenen Hartplastik-Oberflächen schafft ein modernes Ambiente, dass jedoch noch edler anmuten könnte. Die Verarbeitung ist sauber, doch die futuristische Mittelkonsole wurde mit mehreren Plastikteilen verkleidet, die zueinander beweglich sind. Hier möchte man noch ein wenig mehr Solidität erwarten. Die Mittelkonsole verläuft übrigens in einem erhöhten Bogen aus dem Armaturenbrett. Entsprechend höher als normal liegt der Schalthebel dem Fahrer gut zur Hand. Unterhalb der Mittelkonsole ist eine faustgroße Lücke mit kleiner Ablagefläche, die die Mittelkonsole frei schwebend wirken lässt.
Umfangreiches Sicherheitspaket
Die höhenverstellbaren und bequemen Vordersitze überzeugen mit guter Seitenführung des Oberkörpers. Vermisst haben wir lediglich eine rechte Armlehne für den Fahrer. Dafür gibt es bei der Sicherheitsausstattung keine Lücken. Von den sieben Airbags schützt einer sogar den Fahrerfußraum. Wer sich einmal mit einem Orthopäden über die langwierigen Rehabilitationen von Unfallopfern mit Fuß- und Beinverletzungen unterhalten hat, wird wohl nicht mehr ohne einen solchen Luftsack fahren wollen. Auch gegen ein mögliches Schleudertrauma will Toyota mit aktiven Kopfstützen entgegenwirken. Und auch die sehr verwindungssteife Karosserie empfiehlt sich mit der EuroNCAP-Crashtest-Höchstnote von fünf Sternen für sicherheitsbewusste Autokäufer.
Für aktive Fahrer
Neben hoher passiver Sicherheit trumpft der Auris auch mit einer zeitgemäßen Armada aktiver Fahrhilfen wie dem Fahrstabilitätsprogramm VSC auf. Ohnehin vermittelt der Kompakte ein recht sicheres Fahrgefühl. Die elektrische Servolenkung wirkt überraschend präzise um die Mittellage und auch beim Einlenken weniger synthetisch als vergleichbare Lenkungen in anderen Autos. Außerdem verfügt der Auris über groß dimensionierte Scheibenbremsen vorn und hinten und ein dynamisch wie auch komfortables Fahrwerk. Der Kompromiss dürfte zugleich sportlich ambitionierte Fahrer wie auch solche mit Bandscheibenproblemen überzeugen. Der Kompakt-Neuling folgt sauber und unproblematisch der vorgegebenen Richtung auch in schnell gefahrenen Kurven.
Starker Sport-Diesel
Wer mit dem Auris besonders sportlich unterwegs sein will, sollte den 2.2 D-Cat mit üppigen 177 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment wählen. Die stärkste Motorisierung ist die einzige Variante mit Einzelradaufhängung an der Hinterachse. Alle anderen Motorisierungen müssen mit einer einfacheren Verbundlenkerachse auskommen. Die Einzelradaufhängung soll ein noch agileres Fahrverhalten ermöglichen. Trotz der über 1,5 Tonnen Leergewicht ist der 100-km/h-Sprint nach 8,1 Sekunden zu Ende und die Höchstgeschwindigkeit bei 210 km/h erreicht. Das Sportpaket kostet jedoch mindestens 24.250 Euro. Dafür ist die Serienausstattung sehr umfangreich. Wer weniger investieren will, kann den Auris als Dreitürer mit 97 PS starken 1,4-Liter-Benziner für 15.200 Euro ordern. Dazwischen rangieren noch ein 1,6-Liter-Benziner mit 124 PS und der Zweiliter-Diesel mit 126 PS. Erst für Ende 2008 soll mit dem 1.4 D-4D eine vermutlich 90 PS starke Basismotorisierung zur Verfügung stehen.
Überzeugender Diesel
Auf unseren Testfahrten konnten wir die beiden mittleren Aggregate fahren. Der 2.0 D-4D ist im unteren Drehzahlbereich recht brummig. Ab etwa 2.000 Touren kommen die immerhin 300 Newtonmeter Drehmoment voll zum Tragen und schieben den Wagen mit einem respektablen Punch nach vorne. Insgesamt beschleunigt das Auto vergleichsweise harmonisch und nicht den ruppigen Punch der TDIs von VW. Mit gleichmäßigem Durchzug dreht der Selbstzünder bis fast 5.000 Touren und wuchtet den Auris so in 10,3 Sekunden auf Tempo 100 und macht ihn maximal 195 km/h schnell. Angenehm ruhig gleitet der Wagen mit knapp 2.000 Touren und 120 Sachen im sechsten Gang über die Autobahn. Bei Höchstgeschwindigkeit wird es jedoch etwas laut. Den Durchschnittsverbrauch gibt Toyota mit 5,7 Litern an. Unsere Testfahrt wurde laut Bordcomputer mit 7,3 Liter Verbrauch quittiert.
Wenn Sie auf hohe Drehzahlen stehen
Etwas kultivierter, doch von unten raus auch träger wirkt der mit 124 PS nur leicht schwächere 1,6-Liter-Benziner mit Fünfgang-Schaltgetriebe. Erst bei 4.000 Touren hängt der Motor munter am Gas. Jenseits von 5.000 Umdrehungen vermittelt der drehfreudige Vierzylinder sogar lustvolle Sportlichkeit. Das kurz übersetzte Getriebe mit seinen ebenfalls kurzen und knackigen Schaltwegen sorgt für ein relativ hohes Drehzahlniveau. Bei 130 km/h liegt die Nadel bereits jenseits von 4.000 Umdrehungen. Ein weniger hoch drehender Motor könnte das an sich recht niedrige Geräuschniveau im Innenraum noch senken. Ein lang übersetzter sechster Gang könnte außerdem für weniger Verbrauch sorgen. Wer sich beim Gasgeben sehr zurückhält, kommt vielleicht mit dem theoretischen Verbrauch von 6,9 Litern hin. Auf unserer Testfahrt waren es jedoch knapp unter zehn Liter, ohne das wir dabei besonders schnell unterwegs waren.
Der Preis ist heiß
Wenn auch mit 1,6-Liter-Benziner kein herausragender Spritsparer, so ist der Auris hinsichtlich der Anschaffungskosten ein attraktives Angebot. 15.200 Euro kostet der 1,4-Liter-Benziner mit 97 PS. Neben einer sehr umfangreichen Sicherheitsausstattung verfügt der Basis-Auris über eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein MP3-fähiges CD-Radio, einen Bordcomputer, elektrische Fensterheber vorn und einen höhenverstellbaren Fahrersitz. Damit ist der Auris in der Anschaffung gut 1.000 Euro günstiger als der VW Golf 1.4 Trendline mit 80 PS, der für dieses Geld zudem eine nicht ganz so üppige Serienausstattung bietet. Außerdem wird der Auris bei der Autoversicherung günstige Tarife ermöglichen. Die Vollkasko-Typklasse gibt Toyota mit 12 an, während der Basis-Golf hier mit 15 deutlich höher eingestuft wird.
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