Wie gehabt sehr wohnlich
Die Fahrgäste empfängt ein sehr wohnliches und qualitativ hochwertiges Interieur. Die Verarbeitungsqualität ist mustergültig. Lediglich die großen Kunststoffoberflächen im Armaturenbrett könnten noch etwas wertiger wirken. Dafür blickt der Fahrer auf einen besonders edel gestalteten, großen Tachometer, in dessen Mitte sich serienmäßig ein monochromes 4,5-Zoll-Digitaldisplay befindet. Apropos Serie: Jede C-Klasse verfügt ab Werk insgesamt über sieben Airbags. Einer davon schützt speziell die Beine des Fahrers.
Mehr Platz für Gepäck und Passagiere
Während die Platzverhältnisse vorne gut sind, ist die C-Klasse im leicht größeren Fond wie gehabt weiterhin kein Raumwunder. Passagiere bis etwa 1,80 Meter haben hinten ausreichend Kopf- und Kniefreiheit. Obwohl in einer anderen Fahrzeugklasse unterwegs, bietet der VW Golf für Reisende in Reihe zwei mehr Platz. Dafür ist der edel ausgekleidete Kofferraum der neuen C-Klasse um immerhin fünf Prozent auf 475 Liter gewachsen.
Bäriger Dieselantrieb
Serienmäßig per Schlüsseldreh, gegen Aufpreis auch per Knopfdruck, wird der Sechszylinder-Motor des 320 CDI zum Leben erweckt. Und wie man es von einer Mercedes-Limousine erwarten sollte, bleibt der große Diesel akustisch dezent im Hintergrund. Im Stand bei rund 500 Umdrehungen hört man vom V6 lediglich leichtes Ventilknispeln. Erst bei höheren Drehzahlen macht er sich durch ein sonores Brummen bemerkbar. Obwohl kultiviert, bietet der Motor einen bärigen Dieselpunch. Bereits ab 1.200 Touren stehen üppige 400 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, ab 1.600 liegen die vollen 510 Newtonmeter an. Bis 2.800 Touren bleibt das Drehmoment konstant, um dann bis zur Höchstdrehzahl knapp jenseits der 4.000er-Marke wieder abzuflauen.
Zum Durchdrehen
Eindrucksvoll ist der stets spürbare Vorwärtsdrang selbst bei kleinen Gasbefehlen. Lediglich beim Anfahren ist ein leichtes Turboloch spürbar. Beim Sprint aus dem Stand drehen dennoch sehr leicht die Antriebsräder mit kurzem Quietschen durch, um umgehend von der Traktionskontrolle ASR eingefangen zu werden. Doch lassen sich beim Kavalierstart durchaus noch kleine schwarze Streifen mit den Hinterrädern auf den Asphalt zeichnen. In nur 6,8 Sekunden stemmt der Motor die immerhin 1,7 Tonnen schwere Limousine aus dem Stand auf Tempo 100. Der Zwischenspurt von 60 auf 120 km/h ist nach nur 6,2 Sekunden zu Ende. Der Vortrieb wird bei 250 km/h abgegrenzt.
Tolle Siebengang-Automatik
Trotz der brutalen Kraft und des bombastischen Drehmoments: Die Siebengang-Automatik schaltet sanft, ruckfrei und blitzschnell. Der Gangwechsel geht mit überzeugendem Kraftschluss vonstatten. Nur beim Kick-down, wenn gleich mehrere Gänge heruntergeschaltet werden, kommt es zu einer kurzen Gedenksekunde.
Ohne besondere Spritspartechnik etwas sparsamer
Das enorme Leistungspotenzial hat übrigens seinen Preis. Als Spardiesel geht der C 320 CDI nicht durch. Laut Mercedes genehmigt sich der Motor 7,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Spezielle Spritspartechnik wie das Start-Stopp-System des gelifteten BMW 5er hat Mercedes in die neue C-Klasse nicht eingebaut. In der Praxis wird man weiterhin also oft auch zweistellige Verbrauchswerte hinnehmen müssen.
Gepflegt sportlich
Wer nun meint, ein schwerer und kopflastiger Diesel kann nicht sportlich um enge Kurven gezirkelt werden, dürfte vom Fahrverhalten des C 320 CDI überrascht werden. Die Fahrwerksmodifikationen haben bei der neuen C-Klasse fast schon Wunder bewirkt. Die Präzision ist selbst bei ambitionierter Fahrweise beeindruckend. Und obwohl durchaus sportlich abgestimmt, bleibt der Federungskomfort bereits beim Standard-Fahrwerk ganz Mercedes-typisch auf sehr hohem Niveau. Vor allem hinsichtlich des Langstreckenkomforts kann wohl kein Mittelklasse-Konkurrent der C-Klasse die Stirn bieten. Einen technisch besonders bemerkenswerten Fortschritt stellt die Agility Control genannte Fahrwerkstechnik dar: Bei normaler Fahrweise und geringer Anregung der Stoßdämpfer verringern sich automatisch die Dämpferkräfte, was sich spürbar auf den Abrollkomfort auswirkt. Bei dynamischer Fahrweise stellt sich hingegen die maximale Dämpfkraft ein und stabilisiert das Fahrzeug deutlich.
Ab Herbst auf Knopfdruck noch sportlicher
Wer jedoch kompromisslos sportlich unterwegs sein will und dabei weniger Wert auf Komfort legt, könnte den neuen Sternträger noch immer als zu weich und die Lenkung als zu indirekt empfinden. Wer nach Lust und Laune zwischen sportlicher Härte und besonders hohem Komfort wählen möchte, kann alternativ die C-Klasse ab September 2007 mit dem "Advanced Agility"-Paket bestellen. Mit dieser Option gibt es zwei Schaltprogramme, die dem Fahrer die Wahl zwischen einer besonders sportlichen und einer besonders komfortablen Dämpfercharakteristik ermöglichen. Der Aufpreis scheint mit 1.120 Euro noch moderat.
Preise auf Mercedes-Niveau
Ansonsten bewegt sich die C-Klasse preislich weiterhin auf gehobenem Niveau. Den 320 CDI mit Sechsgang-Schaltgetriebe gibt es ab 40.760 Euro in der höherwertigen Ausstattung Elegance. In Kombination mit der 7G-Tronic werden sogar mindestens 43.050 Euro fällig. Ein Schnäppchen ist selbst die C-Klasse mit dem Einstiegsmotor C 180 Kompressor nicht, die ab 29.988 Euro zu haben ist. Dafür bietet die neue C-Klasse eine umfassende Serienausstattung. Diese umfasst immerhin eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrische Außenspiegel, elektrische Fensterheber, sieben Airbags, ein Multifunktionslederlenkrad, einen Tempomat, eine Antriebsschlupfregelung, das ESP und ein Dieselpartikelfilter. Auch wenn bereits vieles serienmäßig an Bord ist, bietet Mercedes wie gehabt auch eine sehr umfangreiche Liste zusätzlich bestellbarer Ausstattungsdetails. Mit einer Lederausstattung (1.940 Euro), dem Festplatten-Navigationssystem Comand APS (3.400 Euro) und einigen weiteren zusätzlichen Details sind die 50.000 Euro leicht überschritten.
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