Hella präsentiert Voll-LED-Scheinwerfer mit Diodentechnik

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Dienstag April 3

Lippstadt, 3. April 2007 – Herkömmliche Glühlampen wandeln einen großen Anteil der eingesetzten Energie in Wärme um, statt in Licht. Das macht sie zu wahren Energiefressern und drängt die Technologie mit Glühfäden und Glaskolben in Zeiten eines geschärften Umweltbewusstseins zusehens ins Abseits. Die bereits 1962 von Nick Holonyak erfundenen lichtemittierenden Dioden (LEDs) zeichnen sich durch ihre hohe Leuchtkraft und ihren geringen Energieverbrauch aus. Das soll sie grade im Automobilbau zur Lichtquelle der Zukunft machen. Bereits heute werden LEDs an Fahrzeughecks für Bremslichter und Rückleuchten, zunehmend aber auch für Signalfunktionen an der Pkw-Front eingesetzt. Noch 2007 sollen erste so genannte Voll-LED-Scheinwerfer auf den Markt kommen. Der Automobilzulieferer Hella stellt bereits einen Prototypen vor.

Mehr Stylingmöglichkeiten
Neben dem geringen Verbrauch und der hohen Leuchtkraft sollen Voll-LED-Scheinwerfer der Automobilindustrie durch ihre variable Gestaltungsmöglichkeiten weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten und damit ein großes Differenzierungspotenzial zwischen den unterschiedlichen Marken ermöglichen. Darüber hinaus kann man mit der Diodentechnologie zwei Funktionen, wie etwa Positions- und Tagfahrlicht, mit einer Lichtquelle abdecken. Hinzu kommen die extrem lange Lebensdauer von bis zu 10.000 Stunden, eine hohe Ausfallsicherheit und der geringe Bauraum.

LED-Licht zunehmend näher am Tageslicht
Seit gut sechs Jahren ist es möglich LEDs herzustellen, die auch weißes Licht erzeugen. Seither kommen die Leuchtdioden auch in ersten Anwendungen im Pkw-Frontbereich zum Beispiel als Positions- und Tagfahrlicht zum Einsatz. Die rasante Entwicklung ihrer Leistungsfähigkeit macht die Dioden jetzt jedoch auch für das Abblend- und Fernlicht nutzbar. Die Lichtfarbe der weißen Dioden nährt sich der des Tageslichts immer mehr an. Zur Erklärung: Das von Lampen abgestrahlte Licht besitzt eine Eigenfarbe, die so genannte Lichtfarbe. Sie wird bestimmt durch die Farbtemperatur, gemessen in Kelvin (K). Je höher die Temperatur, desto weißer die Lichtfarbe. Dabei nähert sich die Lichtfarbe der LEDs mit einer Farbtemperatur von ungefähr 5.500 K dem Tageslicht mit seinen rund 6.000 K noch wesentlich weiter an, als das bisher verwendete Xenonlicht mit lediglich 4.000 K. Durch die Ähnlichkeit zum Tageslicht soll der Autofahrer nicht so schnell ermüden.

Voll-LED-Scheinwerfer-Prototyp von Hella
Hella präsentiert nun einen funktionsfähigen Voll-LED-Scheinwerfer-Prototypen. Er wurde in einem Opel Signum verbaut. Das Abblendlicht erzeugen sechs Optikeinheiten. Für das Fernlicht kommen drei weitere Baugruppen hinzu, zur Realisierung des Abbiegelichts genügt ein einzelnes Modul. Tagfahr-, Position- und Blinklicht vervollständigen den Voll-LED-Scheinwerfer, der beim Abblendlicht laut Hella schon sehr nah an die Leuchtkraft eines Xenon-Scheinwerfers herankommt. Bezogen auf Anzahl und Leistungsfähigkeit der Dioden ist dieser Prototyp so ausgelegt, dass damit im Jahr 2008 eine Lichtleistung ähnlich der eines Xenon-Scheinwerfers erreicht werden soll.

Steigende Lichtausbeute
Eine weitere Voraussetzung für den Siegeszug der LED-Beleuchtung ist ihre rasant steigende Lichtausbeute. Diese wird in der Einheit Lumen pro Watt (lm/W) gemessen. Lumen ist ein Maß für die gesamte von einer Strahlungsquelle ausgesandte sichtbare Strahlung. Je mehr Lumen pro Watt, desto heller ist die Lampe. Die Lichtausbeute für LED-Leuchten liegt aktuell bei rund 40 Lumen pro eingesetztem Watt Leistung. In Forschungslabors existieren jedoch bereits Prototypen mit zirka 130 lm/W. Zum Vergleich: Die Lichtausbeute von Xenonlicht beträgt zirka 90 lm/W, bei Halogenlicht sind es lediglich 20 lm/W.

Stadt-, Landtraßen- und Schlechtwetterlicht
Etwa ab 2012 werden LED-Baugruppen laut Hella neue, aktive Lichtfunktionen ermöglichen. Vorstellbar seien zum Beispiel spezielle Stadt-, Landstraßen-, Autobahn- und Schlechtwetterlichter. Die Ansteuerung erfolgt mittels elektronischer Steuergeräte, die dann gemäß der aktuellen Fahrsituation weitere Lichtquellen zu- oder abschalten.

Zulassungssituation für LEDs im Scheinwerfer
In den USA sind Scheinwerfer mit LEDs für Hauptlichtfunktionen nach den dort gültigen Normen bereits zulässig. In Europa soll mit einer entsprechenden Zulassung bis 2008 zu rechnen sein. Signalfunktionen im Scheinwerfer wie Blink-, Positions-, Tagfahr- und Abbiegelicht mit Dioden-Technik sind bereits heute zulässig.

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