- heftig kräftig, guter Sound |
- kleiner Schluckspecht |
- alltagstauglich, nicht zu hart- trotzdem Rennstrecken-tauglich |
- gutaussehend mit Hightech-Dach- Platz für vier Erwachsene |
- akzeptabler Grundpreis- erstaunlich umfangreiche Serienausstattung |
High-Speed-tauglich
Weshalb fährt sich der M3 so anders als sein Schwestermodell 3er Coupé? Ganz erheblichen Einfluss hat das Fahrwerk. Es wurde für den M3 beinahe komplett neu entwickelt. Und für die Anpassung an jeden noch so feinen Wunsch macht sich die elektronische Dämpferregelung EDC (elektronische Dämpfer Control, 1.900 Euro) an das Feder-Dämpfer-System. EDC kümmert sich um die Bodenhaftungen jedes einzelnen Rades - und das ganz ausgezeichnet. Ohne Kurvenwanken oder Bremsennicken geht's in jede noch so schnelle Kurve. Dabei ist der Wagen zwar straff-sportlich, aber nie hölzern oder hart.
Lenkung einstellen
Die Traktion des M3 überrascht uns: Selbst bei regennasser Fahrbahn gibt es trotz zugegebener Maßen guter Sportbereifung keine Probleme. Die anheimelnde Straßenlage verlockt zum schnellen Fahren - und in der Autobahnkurve bei Tacho 270, also echten 250 km/h, merken wir, dass die Lenkung ruhig eine Spur direkter sein könnte. Zum Glück gibt es für 520 Euro das M-Menü. Ein Knopfdruck, und wir haben unsere ganz persönlichen Einstellungen parat, unter anderem die Einstellung der Servotronic auf "Sport". Ab jetzt ist die Lenkung fest und ohne Spiel - perfekt für jede Geschwindigkeit. Keine Ahnung, wofür die Servotronic-Einstellung "Normal" gebraucht wird.
Was Großes im Kleinen
So knuffig der M3 auch wirkt, unter seiner Haube arbeitet ein austrainiertes Monstrum: Der V8 mit 420 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmeter brüllt kernigen Sound in die Landschaft. In 4,6 Sekunden geht's von null auf 100 km/h, bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt. Dabei geht die Kraftentfaltung ausgesprochen kultiviert vonstatten - und sie will einfach nicht enden. Die 11,9 Liter Normverbrauch bekommen sicher nur Fahrer hin, für die eigentlich ein Hybrid das richtige Auto wäre. In unserem Test schlang der M3 15,1 Liter auf 100 Kilometer in sich hinein - und er braucht natürlich das besonders nahrhafte Super Plus.
Es ist soweit
Die Ablösung kommt, die Zeit des manuellen Schaltgetriebes scheint zu Ende zu gehen. Im M3 kann jetzt gegen 3.800 Euro Aufpreis ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DKG) die Schaltaufgaben übernehmen. Wir merken es sofort: Kontinuierlich und tatsächlich ohne Zugkraftunterbrechung schaltet es hoch. Fürs Runterschalten gibt es Zwischengasschauer.
Bessere Werte
Obwohl das DKG 20 Kilogramm mehr wiegt als das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe, kann es in Sachen Geschwindigkeitszuwachs und Verbrauch punkten. Wegen des zusätzlichen Ganges geht die Beschleunigung mit 4,6 Sekunden von null auf hundert 0,2 Sekunden schneller ab als mit dem manuellen Schalter - im Bereich des Motorsports sind das Welten. Das automatische Schalten im Stadtverkehr läuft ohne das nervige und noch längst nicht vergessene SMG-Nicken (SMG, sequentielles M-Getriebe - im M6 ist es immer noch zu haben) ab und an der Kreuzung muss, wie beim manuellen Getriebe im Leerlauf, der Fuß nicht auf der Bremse bleiben. Das DKG lässt sich mit Schaltpaddles den nächsten Gang vorschlagen, was richtig Spaß macht. Wir haben es auf dem Lausitzring ausprobiert: Selbst unter Last können wir noch prima hochschalten. Und noch was zeitgemäßes: Das DKG schaltet so optimal, dass der Verbrauch um 0,5 Liter pro 100 Kilometer sinkt. Also nur Vorteile und davon einen ganzen Haufen: Das DKG ist seinen Aufpreis locker wert.
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