Nubria: All-in-one zum Economytarif

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Auf ein Neues

Die Japaner haben es vorgemacht: Zuerst mit Billigprodukten auf den Markt drängen und dann so lange an der Qualität feilen, bis der Konkurrenz das Lachen vergeht. Offensichtlich ist Daewoo nach wirtschaftlich turbulenten Jahren inzwischen in Phase zwei angelangt. Das Design des neuen Nubria stammt von der italienschen Edelschmiede Pininfarina und Konzernmutter GM stiftete einige Technik aus dem Baukasten. Der 1,8-Liter-Vierzylinder des Testwagens ist beispielsweise eine Entwicklung der australischen GM-Tochter Holden.

Zeichen der Zeit

Keilform, kleine Seitenfenster, Scheinwerfer im Klarglaslook, dazwischen eine Charakternase, und tiefrote Rückleuchten prägen die Optik. Das kantige Design verschafft der 4,5 m langen Limousine einen unauffällig zeitgemäßen Auftritt. Innen tragen Polster, Seitenverkleidungen und der untere Instrumententräger pflegeleichtes Mausgrau, die Oberseite des Armaturenbretts ist dunkel abgesetzt. Geschmacksache ist der breite Kunststoffstreifen im Wurzelholz-Look, der sich rund um das Cockpit bis in beide Türen zieht. Richtig hübsch anzusehen sind die ineinander verschachtelten, gut ablesbaren Instrumente mit Einfassungen im Metall-Look. Gleiches gilt für die metallisch glänzenden Verkleidungen an Mittelkonsole und Lenkrad.

Solide gemacht

Die Bedienung des Nubria verzichtet auf jeglichen modischen Schnickschnack. Einsteigen, losfahren - hier findet sich jeder sofort zu Recht. Es gibt genug Platz für vier Personen samt Gepäck (410 Liter). Dazu kommen jede Menge Ablagen. Cup-Holder vorne und in der Mittelarmlehne der geteilt umklappbaren Rückbank oder Taschen seitlich an den Vordersitzen zeigen den Sinn der Entwickler für praktische Details. Ab der mittleren Ausstattungsvariante SE lässt sich das Lenkrad in der Höhe und längs verstellen. Und auch die Verarbeitungsqualität stimmt, wie die ersten Testkilometer zeigten. Ohne Klappern geht es über grobes Pflaster. Tiefe Schlaglöcher werden vom Fahrwerk nur leicht polternd glatt gebügelt. Was an Erschütterungen übrig bleibt, filtern die straffen und bequemen Vordersitze.

Luxus für kleines Geld

Schaltknauf und Lenkrad der CDX-Version sind mit griffigem Leder bezogen. Und auch sonst herrscht an luxuriösen Extras kein Mangel: Leichtmetallfelgen, Klimaautomatik, 5-fach-CD-Wechsler, Heckscheibenantenne und ein Regensensor sind serienmäßig - eine echte Kampfansage an die Konkurrenz. Weniger umfangreich geriet die Sicherheitsausstattung mit ABS und vier Airbags für die vorderen Passagiere. Ein elektronisches Stabilitätsprogramm, Bremsassistent oder weitere Airbags sind nicht lieferbar. Dafür glänzt der Koreaner mit einer satten Straßenlage. In zu schnell angegangenen Kurven schiebt der Nubria beharrlich über die Vorderräder und bremst sich dadurch ab. Hektische Reaktionen am Lenkrad erträgt der Nubria mit asiatischer Gelassenheit. Zum positiven Gesamteindruck tragen auch die exakte Schaltung und die leichtgängige Lenkung bei.

Gut unterwegs

Das getestete Topmodell verfügt über 122 PS (90 kW), die sich normalerweise dezent im Hintergrund halten. Nur beim Ausdrehen der Gänge wird es etwas lauter. Und so animiert der Nubria zu defensiver Fahrweise. Wer möchte, beschleunigt dennoch in 9,5 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht 194 km/h Spitze. Durchschnitts-Normverbrauch: 7,4 Liter Super. Die optional (1.400 €) verfügbare Vierstufenautomatik vom deutschen Getriebespezialisten ZF unterstützt den gelassenen Charakter des Triebwerks. Sie überzeugt mit weichen Schaltvorgängen und passt sich der individuellen Fahrweise an. Im Sportmodus werden die Gänge höher ausgedreht, bei Bedarf kann auch manuell geschaltet werden. Alle technischen Finessen verhindern aber nicht, dass, typisch für eine Automatik, doch etwas Temperament (10,7s/184 km/h) verloren geht. Als Basismotorisierung hat Daewoo ein 1,6-Liter-Triebwerk mit 109 PS (80 kW) im Angebot, das zu Probefahrten jedoch noch nicht zur Verfügung stand.

Fazit: Komfortabel von A nach B - zum kleinen Preis von 16.550 €. Das beherrscht der neue Nubria perfekt. Wer auf Status verzichten kann, erhält mit der Limousine aus Korea eine Menge Auto fürs Geld.

planbar, Holger Schilp

 
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