Mittwoch 20. August 2003, 17:09 Uhr
SLR McLaren rennt bis zu 334 km/h
von Brysch
Mit dem SLR McLaren feiert ein an die Formel 1 angelehntes Serienfahrzeug auf der IAA in Frankfurt Premiere. Jetzt hat Mercedes-Benz erste technische Details des Boliden bekannt gegeben: Unter der Motorhaube des voraussichtlich etwa 400 000 Euro teuren Frontmittelmotor-Sportwagens arbeitet ein V8-Triebwerk von Mercedes-AMG. Aus 5,5 Litern Hubraum und mit Hilfe eines Schraubenkompressors entwickelt der Motor eine Spitzenleistung von 460 kW/626 PS.Das Aggregat stellt ab 3 250 U/min ein Drehmomentmaximum
von 780 Newtonmetern zur Verfügung, das in einem breiten Drehzahlbereich bis 5000/min konstant bleiben soll. Damit spurtet der SLR McLaren von null auf 100 km/h in 3,8 Sekunden; die 200 km/h-Marke passiert er nach 10,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit des Zweisitzers beträgt 334 km/h. Das V8-Triebwerk wird von einem stabilen Aluminiumrahmen getragen und befindet sich in einer tiefen Einbauposition. Wasser-Ladeluftkühlung, Dreiventiltechnik, Trockensumpfschmierung und vier Metallkatalysatoren sind weitere Besonderheiten des Motors, der bereits die Euro-4-Abgasvorschriften des Jahres 2005 erfüllt. Ganz auf Leistung ausgelegt ist das serienmäßige Fünfgang-Automatikgetriebe. Es bietet dem Fahrer die Möglichkeit, zwischen drei Programmen zu wählen und damit die Schaltgeschwindigkeit individuell zu bestimmen. In der Einstellung "Manuell" lassen sich die fünf Fahrstufen entweder über Tasten am Lenkrad oder mittels Tippschaltung am Automatikwählhebel wechseln. Im diesem Programm kann der Autofahrer zwischen drei Schaltstufen "Sport", "Supersport" und "Race" wählen und so den Gangwechsel auch bei hohen Geschwindigkeiten verkürzen. Die Roh-Karosserie des Hochleistungs-Sportwagens besteht einschließlich der Front- und Heckstruktur sowie der Fahrgastzelle, der Flügeltüren und der Motorhaube vollständig aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dieses leichte, gleichzeitig jedoch auch extrem steife Material stammt aus der Luft- und Raumfahrttechnologie und bewährt sich auch in modernen Formel1-Rennwagen. Der Gewichtsvorteil des Hightech-Werkstoffs gegenüber Stahl soll laut Hersteller rund 50 Prozent betragen. Dennoch wird es der Edel-Flitzer auf ein Gewicht von rund 1,6 Tonnen bringen. Für den Insassenschutz sorgen unter anderem adaptive Front-Airbags, die sich je nach Unfallschwere in zwei Stufen entfalten, neu entwickelte Sidebags mit Kopfschutzfunktion sowie Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer. Die Bremsscheiben des Flügeltürers bestehen aus kohlenfaserverstärkter Keramik. Davon verspechen sich die Stuttgarter Bestwerte hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Temperaturbeständigkeit und Lebensdauer. Zur weiteren Ausstattung an Bord zählen unter anderem das elektrohydraulische Bremssystem Sensotronic Brake Control, das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP, automatische Reifendruckkontrolle, 18-Zoll-Räder und ein Aluminium-Fahrwerk.
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