Astra Cabrio 2.2 DTI: Sonnenschein für die ganze Familie
Gute LauneSchön war der Sommer. Besonders in einem Cabrio. Den lauen Fahrtwind im Haar, lassen sich auch höchste Temperaturen gut ertragen. Und wenn die Sonne dann doch zu sehr brennt: Klimaanlage an, Knöpfchen drücken und die Stoffkapuze schließen. Im Astra Cabrio 2.2 DTI geht das serienmäßig elektrisch und funktioniert sogar mit der Fernbedienung der Zentralverriegelung. Ein cooler Auftritt vor der Eisdiele, der alle ins Grübeln bringt, die glauben, nur mit Stern, Niere oder vier Ringen wäre das Open-Air-Vergnügen perfekt. Der Sunnyboy aus Rüsselsheim hat für 26.195 € sogar noch einen sparsamen Dieselmotor unter der Haube.
Frage der GewohnheitSelbstzünder und Dieselmotor. Puh, Cabriofahrer rümpfen da gerne die Nase. In der Tat muss man sich an das Geräusch des Vierzylinders erst einmal gewöhnen. Es ist kein sonores Brummen oder ein kehliges Grollen, was aus der Tiefe der Motorhaube an das Ohr dringt. Der 2,2-Liter-Vierzylinder schnarrt eher leise vor sich hin. Unaufdringlich aber auch kein bisschen sexy. Dabei macht der Diesel-Direkteinspritzer seine Sache recht gut. 125 PS (92 kW) beschleunigen den Viersitzer in 10,9 Sekunden auf Tempo 100. Sie packen schon bei niedrigen Drehzahlen mit voller Kraft zu (280 Nm bei 1.500 bis 2.750 U/min) und ermöglichen zügige Zwischenspurts auf der Landstraße. Richtig reizvoll wird die Begegnung mit dem Diesel-Cabrio aber beim ersten Tankstopp: Sechs bis sieben Liter reichen normalerweise für 100 Kilometer. Selbst ein scharfer Ritt über die Autobahn, stets nahe der Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h, treibt den Verbrauch kaum über zehn Liter. Jede Baustelle, jeder Lkw auf der linken Spur drückt den Verbrauch sofort nach unten.
Bella ItaliaDas Astra Coupé bot mit seiner geduckten Linienführung und der flachen Windschutzscheibe offensichtlich eine gute Basis für die Entwicklung des Cabrios. Zugluft stört kaum, das Verdeck kann auch bei hohem Tempo offen bleiben. Selbst ohne Windschott lässt es sich dann noch gut aushalten. Nur die Musik ist "blowing in the wind". Dagegen sind auch die Lautsprecher des CD-Radios machtlos, das sonst für wohl klingende Unterhaltung sorgt. Auch im Astra Cabrio geht es auf der Rückbank etwas enger zu, doch für kurze Strecken ist das Platzangebot ausreichend. Kinder fühlen sich dort auch nach Stunden noch wohl. Vergleichsweise viel Platz bietet der Gepäckraum. Unter den Verdeckkasten passt locker ein großer Koffer. Insgesamt stehen 330 Liter für das Gepäck zur Verfügung. Das ist etwa so viel wie auch ein VW-Golf schluckt. Geschlossen überzeugt das dick gefütterte Verdeck mit erstaunlich geringen Windgeräuschen. Auch die solide wirkende Verarbeitung passt ins Bild. Die Karosseriebauer von Bertone in Italien, wo der Opel gefertigt wird, beherrschen offensichtlich ihr Handwerk.
Wechselhafte StimmungWeniger überzeugen konnte das Navigationssystem. Mitten in München verliert es an einer Kreuzung plötzlich die Nerven und versucht hektisch eine neue Strecke zu berechnen. Ja, wohin den nun? Die Ampel ist schon wieder grün. Also auf Verdacht losfahren. Müßig zu erwähnen, dass nach dem Abbiegen die Aufforderung erklang: "Bitte wenden, wenn möglich" - was natürlich nicht möglich war. Wer regelmäßig auf Marterpisten wie den Landstraßen in Brandenburg unterwegs ist, sollte sich die Anschaffung von 40er-Niederquerschnittsreifen gut überlegen. Mehr als einmal lauerten in der Dunkelheit hinterhältige Angriffe durch Schlaglöcher, die höchstens ein Geländewagen ohne bleibende Schäden wegsteckt. Das Poltern, wenn die Aluminiumfelge auf den Asphaltrand schlägt, geht durch Mark und Bein. Die Folgen sind nicht nur unschön, sondern verschlingen schnell mehrere hundert Euro, wenn Reifen und Felge ausgetauscht werden müssen. Davon abgesehen haben die Gummiwalzen durchaus Vorteile. Sie kleben den offenen Astra in Kurven förmlich auf den Asphalt. Das serienmäßige ESP hat deswegen auch bei forcierter Gangart nur wenig zu tun. Die Federung ist trocken, teilt aber keine harten Schläge aus.
Schutz bietenZur Sicherheit der Passagiere sind neben den inzwischen üblichen Front- und Seitenairbags aktive Kopfstützen an Bord, die beim Heckaufprall ein Schleudertrauma verhindern helfen. Sicherheitspedale ziehen sich beim Frontalcrash zum Bodenblech zurück und mindern so die Gefahr von Fußverletzungen. Vor den Folgen eines Überschlags schützt ein verstärkter Windschutzscheibenrahmen. Die Kopfstützen der Rücksitze wirken zudem wie ein Überrollbügel.
Fazit: Das Opel Astra Cabrio 2.2 DTI ist ein ungewöhnlicher aber durchaus alltagstauglicher Zeitgenosse. Mit dem sparsamen Turbodiesel wird der Open-Air-Blitz sogar für Vielfahrer interessant.
planbar.de, Holger Schilp