Grand Voyager CRD: King of the Road
Komfort per KnopfdruckDer Testwagen entpuppt sich als echte Luxuskarosse, die mit Lederausstattung, CD-Wechsler und Zwei-Zonen-Klimaanlage verwöhnt. Per Fernbedienung öffnen sich die beiden seitlichen Schiebetüren und die Heckklappe. Das ist ziemlich praktisch, wenn man sich mit Einkaufstüten schwer bepackt dem Grand Voyager nähert. Damit niemand von der sich schließenden Tür verletzt werden kann, verfügt der Van über einen Einklemmschutz. Auch die großen Ausstellfenster hinten öffnen und schließen sich elektrisch. Ohne diese Art der Entlüftung wird es im Hochsommer auf den hinteren Plätzen im Sommer ziemlich heiß, dagegen helfen auch die abgedunkelten Seitenscheiben nur wenig. Optisches Highlight im Innenraum sind die chromgeschmückten Rundinstrumente mit ihren filigranen schwarzen Ziffern auf cremefarbenem Hintergrund. Preis für so viel Luxus: 42.000 €.
Big MäcWie könnte man die Vorteile eines Vans besser erfahren, als in der zweiten Sitzreihe mit dem Notebook auf dem Schoß? Hinter dem Fahrer erstrecken sich im Grand Voyager die unendlichen Weiten Amerikas. Kein Wunder bei über fünf Metern Fahrzeuglänge. In Reihe zwei und drei sitzt es sich etwas tief. Doch der Abstand zum Vordermann ist enorm und so lässt es sich entspannt auf den Polstern lümmeln, den Computer locker auf den Knien. Zur Not würde auch eine große Reisetasche zwischen die Sitze passen. Aber das ist wohl nur selten nötig. Selbst bei kompletter Bestuhlung - vier Einzelsitze und eine Rückbank in der dritten Reihe - bleiben bei dachhoher Beladung 900 Liter für das Gepäck. Mit nur zwei Sitzen an Bord warten über vier Kubikmeter auf Ladung. Meist wird das Gestühl jedoch im Fahrzeug bleiben, denn der Ausbau gestaltet sich fummelig und die Dinger sind enorm schwer.
Individueller CharakterWer zum ersten Mal Voyager fährt, kommt um einen Blick in die Bedienungsanleitung kaum herum. Das gilt besonders für die Fernbedienung des Radios: Kleine Knöpfe auf der Rückseite des Lenkrads entziehen sich dem Blick. Auch der Bordcomputer, hoch über dem Kopf im Dachhimmel, liegt nicht optimal im Blickfeld. Schalter und Displays sind weitläufig im Innenraum verteilt. Doch nach kurzer Eingewöhnung lässt sich auch damit leben. Dafür gefallen die elektrisch verstellbaren Vordersitze. Sie sind bequem und verfügen seitlich über klappbare Armlehnen. An der Rückseite finden sich eine Kartentasche, ein Haltegriff und ein Haken für Einkaufstaschen. In der zweiten Reihe steckt zwischen den beiden Einzelsitzen eine herausnehmbare Box mit Handy-Halterung und Stromanschluss - für das Notebook oder eine Kühlbox. Auch wenn Unternehmer und Freiberufler den Voyager gern als mobile Einsatzzentrale nutzen, zum rollenden Konferenzraum taugt der Van nicht, denn die Vordersitze lassen sich nicht gegen die Fahrtrichtung drehen. Erfolgreiche Geschäftsabschlüsse dürfen dagegen gerne mit einer Zigarre im Auto gefeiert werden - auf der grau-beigen Inneneinrichtung fällt Nikotin-Gilb nicht weiter auf.
Dickschiff auf SparkursIn Anbetracht der Treibstoffkosten ist ein Turbodiesel für so schwere Brocken wie den Grand Voyager die einzig sinnvolle Motorisierung. Der Common-Rail-Vierzylinder im Testwagen leistet 143 PS (105 kW). das reicht für 185 km/h Spitze. Auch in puncto Durchzugskraft setzt sich der Selbstzünder gut in Szene - jedenfalls so lange wie die Drehzahl nicht zu sehr abfällt. Im Drehzahlkeller ist nämlich nichts von den 320 Nm Drehmoment zu spüren, die bei 2.000 Umdrehungen auf die Kurbelwelle drücken. Direkt nach dem Kaltstart und im Stadtverkehr ist der Diesel akustisch stets präsent. Erst auf der Autobahn mischt sich der Motor harmonisch in das Konzert von Fahrtwind und Abrollgeräuschen. Bei hohem Tempo stört allerdings die schwammige Lenkung. Es ist fast unmöglich, den Grand Voyager ohne ständige Korrekturen durch Autobahnkurven zu zirkeln. Versöhnlich stimmt der Besuch an der Zapfsäule: Im gemischten Stadt- und Landstraßenverkehr fällt der Testverbrauch mit acht bis neun Litern recht moderat aus. Selbst wenn schnelle Autobahnetappen bis zu 13 Liter Diesel kosten, pendelt sich der Durchschnittsverbrauch für eine Tankfüllung fast immer unter zehn Liter ein.
Fazit: Der
Chrysler Grand Voyager 2.5 CRD ist groß, komfortabel und sparsam - ein entspannter Begleiter für lange Strecken.
planbar.de, Holger Schilp