Zafira 2.2 DTI: Altmeister in Top-Form

Zafira 2.2 DTI: Altmeister in Top-Form
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Zeit der Wende

Mit dem Zafira kam Ende 1999 das Glück zurück: Endlich, nach langer Durststrecke, wieder positive Schlagzeilen aus Rüsselsheim. Der geniale Klappmechanismus, der den Van mit wenigen Handgriffen zum Zwei- oder Siebensitzer macht, ohne dass auch nur ein Sitz ausgebaut werden muss, ist längst legendär. Und bis heute unerreicht. Seit Ende 1999 überzeugte das Konzept rund 850.000 Käufer. Doch die Konkurrenz wird immer stärker. Der VW Touran knabbert mächtig am Erfolg und ab Oktober drängt mit dem Focus C-Max ein weiterer Konkurrent aus deutschen Landen auf den Markt. Opel hält mit Modellpflege dagegen.

Im Detail verbessert

Ein wenig Chrom und eine Prise Design: Das Mini-Facelift vom Frühjahr 2003 zauberte dem Zafira ein freundliches Lächeln ins Gesicht. Auch das Flex-7-Sitzsystem wurde nochmals verfeinert: Die Sitzbank in der zweiten Reihe kann nun erstmalig in drei Teilen - im Verhältnis 40:20:40 - umgeklappt werden. Zur besseren Entspannung lassen sich zudem die Rückenlehnen der beiden äußeren Plätze leicht nach hinten neigen. Aus 150 Litern werden maximal 1.700 Liter Laderaum, wenn die mittleren Sitze ganz nach vorne rutschen und die dritte Sitzreihe im Kofferraumboden verschwindet. Inzwischen schützt der Familienfreund nicht nur die vorderen Passagiere mit vier Airbags, auch die zweite Sitzreihe darf auf die Sicherheit von seitlichen Luftsäcken (380 €) vertrauen. Serienmäßig sind die Kopfairbags nur in der getesteten Executive-Version. In dieser Ausstattung kostet der Opel Zafira 2.2 DTI mindestens 26.355 €.

Für jeden Anspruch

Das Basismodell wird mit der gleichen Motorisierung fast 4.500 € günstiger angeboten. Doch auch hier ist die Sicherheitsausstattung mit vier Airbags, dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP und Sicherheitspedalen auf hohem Niveau. Hinzu kommen Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Tempomat sowie diverse Ablagen und Becherhalter. Der Testwagen bietet darüber hinaus Klimaautomatik, CD-Radio, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und Lederlenkrad. Nur die Armlehnen der straff gepolsterten Vordersitze nerven: Sie müssen für den Griff zur Handbremse jedes Mal hoch geklappt werden. Auch die Sitzverstellung ist über einen schmalen Spalt zwischen Polster und Tür-Staufach nur schwer zu erreichen. Davon abgesehen lässt sich der Zafira problemlos bedienen. Die Einrichtung präsentiert sich funktional und ohne Effekthascherei. Einzig die Rundinstrumente mit weißen Ziffernblättern und etwas Chromschmuck verströmen einen Hauch Extravaganz. Für den Luxus im Testwagen ist die Aufpreisliste zuständig: Lederpolster (1.635 €), Navigationssystem (1.210 €) und Xenon-Scheinwerfer (760 €) werden auch beim Zafira Executive extra berechnet.

Alles Ansichtssache

Wer sparen möchte, sollte eher bei der Ausstattung als bei der Motorisierung den Rotstift ansetzen. Der 2,2-Liter-Turbodiesel passt mit seinen 125 PS (92 kW) nämlich perfekt zum Zafira. Laufruhig verrichtet der Vierzylinder seine Arbeit, egal ob in der Stadt oder bei bis zu 187 km/h auf der Autobahn. Von null auf 100 km/h geht es in 11,5 Sekunden. Der schwächere 100-PS-Diesel gönnt sich hierfür dreieinhalb Sekunden mehr - beim Einfädeln auf eine stark befahrene Straße ist das eine halbe Ewigkeit. Das 2,2-Liter-Triebwerk dagegen lässt auch in den Kasseler Bergen mit voller Beladung noch die Muskeln spielen. 280 Nm Drehmoment stehen schon bei 1.500 bereit. Im Alltag heißt das: früh Hochschalten und Kraftstoff sparen. Laut Datenblatt reichen 6,5 Liter. Im Testbetrieb waren es rund eineinhalb Liter mehr. Dafür treibt selbst ein schneller Ritt den Verbrauch kaum in den zweistelligen Bereich. Damit eignet sich der Zafira 2.2 DTI durchaus als Kilometerfresser. Hohes Tempo stört nur auf kurvigen Landstraßen. Sportliche Ambitionen quittiert der komfortabel abgestimmte Siebensitzer nämlich mit starker Seitenneigung. Doch auch dann bleibt der Zafira leicht kontrollierbar. Und für den Notfall ist auf das Stabilitätsprogramm ESP Verlass. Doch wer rast schon, wenn die ganze Familie am Wochenende zu Großmutter aufs Land fährt.

Fazit: Der Opel Zafira präsentiert sich ausgereift. Er ist besser in Form als je zuvor, was vor allem am 2,2-Liter-Turbodieselmotor liegt. Wem der komfortable 2.2 DTI zu unsportlich ist, kann einen Blick auf den Zafira OPC werfen - mit 220 km/h der schnellste Van Europas.

planbar.de, Holger Schilp

 
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