Arosa TDI: Stark gespart

Arosa TDI: Stark gespart
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Hightech kompakt

Klein und knuffig schaut er aus. Doch der Seat Arosa will ernst genommen werden: Angriffslustig funkeln die Scheinwerfer hinter Klarglasabdeckungen. Nun mach' aber mal halblang, Kleiner. 3,54 Meter Länge und nicht einmal eine Tonne schwer. Probe aufs Exempel. Beim Dreh am Zündschlüssel ist der Turbodiesel sofort bei der Sache - auch wenn er etwas mürrisch knurrt. Kein Wunder, schließlich muss der 1,4-Liter-Turbodiesel mit nur drei Zylindern leben. Ein Vierzylinder wäre laufruhiger, aber Bauartbedingt nicht so sparsam, muss er doch einen Zylinder mehr bewegen. Dank einer Ausgleichswelle läuft der Motor immerhin ohne spürbare Vibrationen. Im Volkswagenkonzern war der 1.4 TDI vor drei Jahren eines der ersten Triebwerke mit Pumpe-Düse-Einspritzung. Je eine eigene Kraftstoffpumpe pro Zylinder versorgt hierbei die Brennräume mit einem Druck von über 2.000 bar mit fein zerstäubtem Dieselkraftstoff. Gegeizt wird also nur beim Verbrauch, nicht an der Technik. 4,3 Liter reichen im Schnitt.

Und es geht ab

Früher klang der Dreizylinder nach einem hohlen Joghurtbecher voller Steine. Inzwischen ist er spürbar gereift und brummt einen sonoren Bariton. Allerdings wird die gemäßigte Geräuschkulisse auch mit einer weichen Motoraufhängung erkauft, die beim plötzlichen Beschleunigen oder Gaswegnehmen den ganzen Antrieb in Bewegung versetzt lässt. Das von Technikern bezeichnender Weise "Bonanza-Effekt" genannte Phänomen zeigt sich am Schaltknüppel, der sich - von einem leisen "Plong" akustisch untermalt - ruckartig in Bewegung setzt. Davon abgesehen zeigt der Arosa 1.4 TDI, dass Fahrspaß auch mit relativ wenig Leistung möglich ist. Maßgeblichen Anteil daran hat das kräftige Drehmoment von 195 Newtonmetern bei 2.200 Umdrehungen. Wer die Drehzahl nicht zu sehr in den Keller fallen lässt, darf sich beim Zwischenspurt über die verdutzten Gesichter der anderen Verkehrsteilnehmer freuen, wenn der Seat hartnäckig am Ball bleibt. Der Standardsprint von null auf 100 km/h ist in 12,1 Sekunden erledigt und auch auf der Autobahn kann der TDI mit 170 km/h gut mithalten.

Problem gelöst

Kleine Autos haben es schwer. Ein unvermeidlich kurzer Radstand und das vergleichsweise geringe Gewicht sind schlechte Voraussetzungen für einen komfortablen Aufenthalt im Fahrzeug. Doch der Arosa ist ganz und gar kein Stoppelhopser. Das sportlich straffe Fahrwerk filtert zuverlässig grobe Schläge und bietet hartnäckige Bodenhaftung. Vom sportlichen Zierrat und der Typenbezeichnung inspiriert, geht es nun etwas flotter um die Ecken. Die komfortablen Sportsitze bewähren sich, auch nach zwei Stunden am Steuer noch keine Ermüdungserscheinungen der Bandscheiben. Bei zu flott angefahrenen Kurven schiebt der Arosa über die Vorderräder und bremst sich dabei ab. Und selbst provozierte Lastwechsel, etwa durch plötzliches Lupfen des Gaspedals in Kurven, lassen das Heck nur wenig und gut kontrollierbar nach außen drängen. Das war nicht immer so. Die Sicherheitsausstattung des Testwagens umfasst vier Scheibenbremsen, Front- und Seitenairbags, ABS und Isofix-Kindersitzverankerungen.

Genug für zwei

Apropos Alltag. Am besten fährt sich der Arosa mit zwei Personen an Bord. Sie dürfen sich über große Glasflächen freuen, die für ein üppiges Raumgefühl sorgen. Kleinwagen fühlen sich üblicherweise anders an. Bei zwei Passagieren muss sich auch niemand an den umgeklappten Vordersitzen vorbei nach hinten quetschen um dort unter dem geringen Knieraum zu leiden. Sie werden stattdessen die mittig geteilte Rückbank flachlegen und so den Stauraum von übersichtlichen 130 Liter auf luftige 790 Liter erweitern. Praktische Spielerei: Das Seat-Logo in der Heckklappe dient gleichzeitig als Öffner. Elektrische Fensterheber, beheizbare Außenspiegel, Funk-Zentralverriegelung und Servolenkung sind Standard. Ledersitze und -Schalthebel, Ausstellfenster hinten, Seitenschutzleisten in Wagenfarbe, Seitenairbags und 14-Zoll-Alufelgen gibt es im Leder-Paket-Stella für 2.140 €, die Klimaanlage, Radio mit Wechsler, Metallic-Lackierung und Nebelscheinwerfer kosten zusammen nochmals 1.635 €. Derart komplett ausgestattet, kommt der Arosa auf über 17.000 € - ein zeimlich erwachsener Preis für so ein kleines Auto.

Fazit: Der Arosa 1.4 TDI hat das Zeug zum Erstfahrzeug. Wenn es nicht auf das Ladevolumen für vier Personen ankommt, kann der solide Spanier mit seinem sparsamen und antrittstarken TDI durchaus überzeugen. Etwas Zurückhaltung beim Griff in die Extras-Liste hält auch den Kaufpreis in überschaubaren Größenordnungen.

planbar.de, Holger Schilp


 
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