Citroen C2: In aller Kürze
Aus eins mach dreiHoch lebe das Plattform-Konzept. Es ermöglicht Autoherstellern auf der gleichen technischen Basis unterschiedlichste Modellvarianten zu entwickeln und das zu vergleichsweise geringen Kosten. Und so entpuppt sich der Citroen C2 bei genauem Hinsehen als gekürzter C3, von dem auch der Cabrio-Verwandlungskünstler Pluriel abstammt. Der runde Bug, breit ausgestellte Kotflügel vorn und hinten und die abgesenkte hintere Fensterkante machen den C2 zur dynamischen Knutschkugel. Klein und zackig. Dazu passt auch die Lenkung, die deutlich direkter ausgelegt wurde und deutlich präziser reagiert als im fünftürigen C3.
Kleines Auto, kleine PreiseDie Preise des C2 bewegen sich zwischen 9.995 € und 14.250 €. Nach Abschluss der Markteinführung soll sich das Basismodell jedoch Ende Dezember auf 10.800 € verteuern. Nicht nur mit der Preisgestaltung zielt der C2 auf ein junges Publikum. Poppig bunte Sitzbezüge sorgen für fröhliche Stimmung, Türgriffe und Schalthebel schimmern ab der gehobenen SX-Variante in transparenten Kunststoffen. Nur die Basisversion X muss darauf verzichten. Doch auch hier kommt kein Arme-Leute-Gefühl auf. Bequeme Sitze und eine auch in der Länge justierbare Lenksäule sorgen für einen angenehmen Aufenthalt. Serienmäßig sind auch Zentralverriegelung, ABS, Front- und Seitenairbags und Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten. Kopfairbags vorne und hinten sind ab der SX-Variante als Extra (200 €) im Angebot.
Pfiffige DetailsClou ist bei allen C2 die geteilte Heckklappe, bei der sich die Scheibe separat öffnen lässt. Das untere Teil beherbergt ein kleines Geheimfach, in dem Scherzbolde bei der Pressevorstellung Kastanien deponierten. Zur Beruhigung: es waren die einzigen Klappergeräusche, die während der Probefahrten festgestellt werden konnten. Die geöffnete Heckklappe hält 100 Kilogramm aus - eine prima Sitzgelegenheit, z.B. beim Anziehen von Inline-Skates. Allerdings stört, dass schweres Gepäck stets über eine hohe Kante gewuchtet werden muss. Bis auf die Basisversion, die sich mit einer geteilt umklappbaren Rückbank begnügt, präsentieren sich die übrigen Versionen enorm variabel: Im Fond befinden sich zwei längs verschiebbare Einzelsitze, bei denen die Lehnen in der Neigung variiert werden können. Je nach Bedarf steht mehr oder weniger Knieraum sowie ein Kofferraum von 166 Liter bis zu 879 Liter zur Verfügung. Das Umklappen funktioniert dank der Unterstützung einer Gasdruckfeder mit nur einer Hand. Gut gemacht.
Von sparsam bis schnellDrei Benzinmotoren mit 60 PS (44 kW), 73 PS (54 kW) und 109 PS (80 kW) machen dem C2 Beine. Hinzu kommt ein 1,4-Liter-Turbodiesel mit 68 PS (50 kW), der im Vergleich zum mittleren Benzintriebwerk 900 Euro Aufpreis kostet. Der saftige Aufschlag ist branchenüblich, er hält wirtschaftlichen Überlegungen jedoch kaum Stand: 4,3 Liter Durchschnittsverbrauch weisen den C2 HDi zwar als echten Geizkragen aus, doch auch die 73-PS-Version beherrscht mit 6,0 Litern die Kunst des Sparens. Und so kommen nur Kilometerfresser mit dem Diesel auf ihre Kosten.
Kupplung adieuEbenfalls 900 Euro Aufpreis kostet SensoDrive. Das automatisierte Schaltgetriebe eignet sich perfekt für den Stadtbetrieb, weil der Kupplungsfuß dann Urlaub hat. Elektronik und ein kleiner Motor wechseln die Gänge ohne weiteres Zutun. Im Normalfall funktioniert das ganz gut, Schaltrucke bleiben weitgehend aus. Nur wenn beim Überholen oder bei hurtiger Bergauffahrt blitzschnelles Zurückschalten gefragt ist, braucht die Elektronik bisweilen eine längere Denkpause. Doch SensoDrive lässt sich auch manuell schalten. Dazu gibt es rechts und links hinter dem Lenkrad zwei Schaltpaddel. Alternativ funktioniert der Gangwechsel auch, indem der Ganghebel leicht nach vorne gedrückt oder nach hinten gezogen wird.
Flott mit SpaßWer beim Kurventanz fleißig das Schaltpaddel zupft, spürt den Sportler im C2. Besonders mit 109 PS unter der Haube. 195 km/h Spitze sind mit der 1,6-Liter-Maschine möglich. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h geht mit 11,9 Sekunden ebenfalls flott von der Hand. Das Topmodell gibt es ausschließlich in der sportlich ausgerichteten VTR-Version mit straffer Federung, Lederlenkrad und Sportsitzen. SensoDrive ist ebenfalls obligatorisch. Zurückhaltend gibt sich der Powerzwerg vor allem beim Spritverbrauch. Ohne Bleifußattacken sollten 6,3 Liter genügen.
Fazit: Wer glaubt, jede Nische im Automobilmarkt sei bereits besetzt, der irrt. Citroen findet derzeit stets eine Neue - und sei sie noch so klein. Notfalls wird dazu einfach das Auto eingedampft. Der Citroen C2 zeigt auf herzerfrischende Weise, dass ein preisgünstiger Kleinwagen weder langweilig noch spartanisch sein muss. Im Gegenteil: sogar Fahrspaß ist serienmäßig.
planbar.de, Holger Schilp