Mazda6 Sport Kombi: Da freut sich die Vernunft

Mazda6 Sport Kombi: Da freut sich die Vernunft
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Ende gut

Auf das Heck kommt es an. Und das ist den Designern beim Mazda6 Sport Kombi zweifellos gut gelungen. Ein kecker Spoiler über der schrägen Heckscheibe und die keilförmige Seitenlinie kaschieren, dass der Sport Kombi ganz schön was wegstecken kann: 505 Liter Ladevolumen stehen bereit. Nur ein Griff und die Sitzfläche der geteilten Rückbank senkt sich ab, während sich die Lehne darüber legt. So entsteht eine komplett ebene Ladefläche, ohne dass die Kopfstützen entfernt werden müssten. In Anlehnung an japanische Papierfalt-Technik hat Mazda den praktischen Mechanismus Karakuri genannt.

Rein damit

Das Beladen mit sperrigen Gütern gestaltet sich dank der niedrigen Ladekante recht problemlos. Und zur Not taugt die über 1,90 Meter lange Ladefläche sogar als Schlafgelegenheit. Unter dem maximal 1.712 Liter großen Gepäckabteil verbirgt sich noch ein Geheimfach, in dem sich beispielsweise ein Notebook neugierigen Blicken entzieht. Auf der Rückbank wird sich im Mazda6 kaum jemand über mangelnden Knieraum beklagen, das gilt auch für den Sport Kombi. Wenn es fürs Gepäck doch einmal eng werden sollte, dürfen nochmals 100 Kilogramm Ladung auf das Dach geschnallt werden. Eine entsprechende Reling gehört bei allen Mazda6 Sport Kombi zur Serienausstattung. Der Testwagen ist in der Exklusive-Version mit 136 PS (100 kW) vorgefahren. Preis: ab 25.220 €. Zum Ausstattungspaket gehören u.a. Klimaautomatik, Bordcomputer, elektrisch verstellbare Fenster und Rückspiegel sowie 16-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Der kleine Unterschied

Wer sich mit 15 PS weniger zufrieden gibt, spart knapp 1.000 €, ohne dass Verbrauch oder Fahrleistungen nennenswert darunter leiden. Die stärkere Version beschleunigt in 10,7 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 196 Stundenkilometer. Der schwächere Turbodiesel mit 121 PS (89 kW) braucht ganze 0,4 Sekunden länger und ist nur zwei Stundenkilometer langsamer. In der Praxis gefällt der Vierzylinder mit gleichmäßiger Kraftentfaltung. 310 nm Drehmoment bei 2.000 Umdrehungen erlauben eine schaltfaule Fahrweise. Nur direkt nach dem Kaltstart outet sich der moderne Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung als Selbstzünder. Auf der Autobahn ist bis Tempo 180 nur wenig von dem Vierzylinder zu hören. Nach EU-Norm begnügt sich das Triebwerk mit durchschnittlich 6,4 Litern Diesel je 100 Kilometer.

Auf der Autobahn zu Hause

Im Praxistest wurden es meist ein bis zwei Liter mehr. Doch das kann nicht verwundern, denn der Sport Kombi ist ein angenehmer Reisewagen, der lange Strecken ohne größere Anstrengungen mit hohem Tempo bewältigt. Auf den bequemen Vordersitzen, die Oberschenkel und Rücken gleichermaßen gut stützen, finden große und kleine Fahrer eine angenehme Sitzposition. Dabei hilft auch das Lenkrad, das sich in der Höhe und in der Längsrichtung großzügig verstellen lässt. Dahinter: extrem große Rundinstrumente mit einem schicken Rand aus gebürstetem Aluminium. Bei Dunkelheit umgibt den Fahrer ein Meer aus roten Lämpchen. So ähnlich muss sich ein Pilot in seinem Cockpit fühlen. Am Tag fällt die Bedienung der weiß beschrifteten Schalter in der silbern schimmernden Mittelkonsole schon deutlich schwerer. Das Sammelsurium von Knöpfen unter den runden Belüftungsdüsen erschließt sich erst nach einiger Zeit.

Flott unterwegs

Auf kurviger Strecke legt der 4,73 m lange Testwagen eine Leichtfüßigkeit an den Tag, die der Modellbezeichnung Sport Kombi alle Ehre macht. Wer es übertreibt, schließt Bekanntschaft mit der dynamischen Stabilitätskontrolle DSC. Zur Sicherheit sind auch vier Frontairbags sowie Window-Airbags an Bord, die Kopf und Schulter der Passagiere auf beiden Sitzreihen schützen. Damit es erst gar nicht dazu kommt, hat Mazda dem Mittelklassekombi kräftige Bremsen spendiert. Außerdem klebt der Japaner gänzlich frei von tückischen Reaktionen auf dem Asphalt. Fahrsicherheit wird beim Mazda6 nicht mit übertriebener Härte im Fahrwerk erkauft. Im Gegenteil, der Mazda6 schluckt Fahrbahnunebenheiten geschmeidig. Poltergeräusche vom Fahrwerk sind kaum zu hören. Der Trick: Vorder- und Hinterachse sind auf einem Hilfsrahmen montiert, der über Gummilager von der Karosserie entkoppelt ist.

Fazit: Schick, flott, geräumig und sparsam, was will man mehr? Das einzige, was am Testwagen wirklich stört, ist die Modellbezeichnung: Mazda6 Sport Kombi 2.0 MZR-CD Exklusive. So ein Bandwurm-Gebilde lässt sich einfach in keiner Überschrift unterbringen.

planbar.de, Holger Schilp

 
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