Ducati Monster 1100: Neues Oberhaupt der Monster-Familie

Ducati Monster 1100: Neues Oberhaupt der Monster-Familie
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Photo Copyright © Foto: Thilo Kozik/mid

Freitag Oktober 3

Mit der Monster 1100 hat der Ducati-Monster-Clan einen neuen Chef. Das komplett überarbeitete Naked Bike-Modell mit 70 kW/95 PS starkem V2-Motor kommt ab Oktober für circa 11 200 Euro in den Handel.

Wie es sich für ein neues Oberhaupt geziemt, dokumentiert die Monster 1100 ihren Herrschaftsanspruch im Clan durch eine höchst auffällige Optik. Von vorn mit einem dominierenden dreifach-paraboloiden Scheinwerfer, von hinten mit einem neuen LED-Rücklicht. Dazwischen befindet sich die voluminöse Tankattrappe im typischen Monster-Styling, unter der sich ein 15-Liter-Tank und eine große Airbox verbergen. Augenfälligste Neuerungen gegenüber der "alten" Monster sind indes ein innovativer Hybridrahmen und die elegante Einarmschwinge. Dabei verknüpft der italienische Hersteller seinen traditionellen Gitterrohrrahmen mit Leichtmetall-Gussteilen, die weniger Gewicht bei höherer Stabilität bringen. Leichtbau war auch bei der neuen Einarmschwinge angesagt. Der Hingucker am Heck wiegt lediglich fünf Kilo und ist zugleich extrem verwindungssteif. Den letzten optischen Schliff bringen neue Farbkombinationen, die mit rotem Gitterrohrgeflecht aus dem Farbtopf-Einerlei ausbrechen.

Ungeachtet aller stilistischen Leckereien definiert sich eine Ducati über den Motor: Kein anderer Hersteller der Welt verbaut einen V2-Motor mit aufwendiger desmodromischer Ventilsteuerung, wobei jeder Zylinder des Triebwerks über zwei Zündkerzen und zwei Ventile verfügt. Neu ist das Kurbelgehäuse, bei dem mit Hilfe eines speziellen Druckgussverfahrens unter Vakuum die Gussqualität deutlich verbessert wurde. Dadurch konnten allein am Motor drei ganze Kilo gegenüber der Vorgängerin gespart werden. Bislang verwendete Ducati diese Produktionstechnologie nur bei Supersport-Modellen wie der 848.

Die Technik bietet beeindruckende Werte: Der Zweizylinder schöpft 70 kW/95 PS bei 7 500 U/min und ein Drehmoment von 103 Nm bei 6 000 U/min, die im Zusammenspiel mit dem geringen Gewicht des Motorrades gleichsam souveränen wie sportlichen Fahrspaß garantieren. Abgesehen von einer spürbaren Lastwechselreaktion beim Wegnehmen des Gases und erneutem Gasgeben (Gasanlegen) lässt sich der 1100er-Triebling in der Summe gut beschleunigen, selbst im unteren Drehzahlbereich stört kein Ruckeln und Zuckeln mehr wie bei früheren Desmo-Twins. Satten Druck liefert der Motor schon ab 3 000 U/min und dreht munter ohne Atempause bis zum Begrenzer hoch, eine solche Drehfreude hätte man dem Desmo-Twin nicht zugetraut. Eine exaktes und leichtgängiges Sechsganggetriebe rundet den guten Eindruck ab, der höhere Kraftaufwand für die hydraulisch betätigte Trockenkupplung stört da nicht weiter. Ergonomisch weckt die Monster mit einem breiten konischen Alu-Lenker die sportlichen Gene. Mit vorgeneigtem Körper und viel Last auf Vorderrad und Handgelenken positioniert sich die Duc als ambitionierter Kurvenjäger. Verlässlich und mühelos lässt sie sich durchs kurvige Revier dirigieren, hinreichend stabil und erfreulich handlich. Dabei fördert die Abstimmung der Federelemente ebenfalls sportive Ambitionen, denn besonders komfortabel gleitet sie nicht über den Asphalt. Immerhin bieten Gabel wie Federbein dank kompletter Einstellbarkeit eine wunschgemäße Auslegung. Wem das noch nicht genügt, wählt die "S"-Version der Monster 1100: Mit edlem Öhlins-Fahrwerk, Carbon-Zutaten und leichterer Bremse ist sie allerdings gleich 2 000 Euro teurer.

Radial montierte Vierkolben-Festsättel von Brembo sorgen für angemessene Verzögerung. Effektiv und gut dosierbar stoppen sie die Monster nach Belieben ohne hinterhältige Giftigkeit. Im Digital-Instrument mit weiß unterlegtem Display wird die Drehzahl gut ablesbar dargestellt, während die Geschwindigkeitsanzeige etwas untergeht. Auf Tastendruck vom linken Lenkerende aus können weitere Informationen wie Batteriespannung, Spritverbrauch, Restreichweite oder Umgebungstemperatur abgerufen werden.

Trotz aller erfrischenden Belebung bleibt die neue 1100er dem bewährten Monster-Konzept treu: Ein sportliches Naked Bike, das durch traditionelle Ducati-Technik und attraktives Italo-Design eine hohe Eigenständigkeit ausstrahlt. Thilo Kozik/mid

Teststeno Ducati Monster 696:
Naked Bike mit luftgekühltem 90-Grad-Zweizylinder-Viertakt-Motor, zwei Ventile je Zylinder, 1 078 ccm Hubraum, 70 kW/95 PS Leistung bei 7 500 U/min, 103 Nm max. Drehmoment bei 6 000 U/min, elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator, Sechsganggetriebe, Hybridrahmen aus Gitterrohr-Stahl und Alu-Gussprofilen, Upside-Down-Telegabel, Aluminium-Einarmschwinge mit Zentralfederbein, Sitzhöhe 81,0 cm, Tankinhalt 15,0 Liter, Trockengewicht 169 kg; Preis ca. 11 200 Euro.


 
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