Rezzo SX: Sparprogramm für die ganze Familie

Rezzo SX: Sparprogramm für die ganze Familie
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Weniger ist mehr

Viel Blech für das liebe Geld. Das war vor wenigen Jahren noch die Domäne japanischer Hersteller. Doch inzwischen träumen auch die vom Aufstieg in die Premium-Liga. So entstand eine Lücke, die nun von koreanischen Herstellern gefüllt wird. Allen voran Daewoo, die mit Brot-und-Butter-Autos wie dem Rezzo in den Markt drängen. Mobilität und Komfort statt Hightech, lautet die Devise. Wir haben getestet, wie sich der Rezzo im Alltag schlägt.

In bester Tradition

"Sieht von der Seite aus, wie der alte Renault Scénic", das war gleich mehrmals der erste Kommentar zum Daewoo Rezzo. Kann man so sehen, und es ist durchaus ein Kompliment. Immerhin gilt der Franzose als Begründer des Kompaktvan-Segments. Von vorne herrscht allerdings keine Verwechslungsgefahr. Der auffällige Rezzo-Kühlergrill mit senkrechten Chromstreben und den darüber angeordneten Scheinwerfern sorgen für eine eigenständige Optik. Dachreling und Nebelscheinwerfer sind serienmäßig. Die vier Türen öffnen weit und schaffen Zutritt zu einem geräumigen Passagierabteil. 1,75 m Fahrzeugbreite machen sich besonders in der Schulterbreite positiv bemerkbar. In der zweiten Reihe gibt es reichlich Platz für die Beine, und über den Köpfen herrscht lichte Höhe.

Variabler Innenraum

Der Kofferraum fällt dagegen mit 325 Liter nicht besonders üppig aus. Das ändert sich erst durch Umklappen und Herausnehmen der hinteren drei Einzelsitze. Bis zu 1.847 Liter stehen dann zur Verfügung. Wie es sich für einen Van gehört, hat Daewoo im Rezzo einige Geheimfächer versteckt. So verschwindet Kleinkram, vor neugierigen Blicken geschützt, in zwei Fächern im hinteren Fußraum. Wer die Kopfstützen der Vordersitze entfernt und die Lehnen umlegt, erhält eine Liegefläche für das kurze Nickerchen zwischendurch. Ansonsten hinterlässt das Gestühl einen zwiespältigen Eindruck. Groß dimensioniert und auf kurzen Strecken noch recht bequem, stellen sich bei empfindlichen Naturen auf langen Etappen Rückenschmerzen ein. Da hilft auch die Lordosenstütze im Fahrersitz nur wenig, die wie eine Faust gegen den Körper drückt. Immerhin, die serienmäßige Armlehne hilft, eine halbwegs entspannte Position einzunehmen. Zudem lässt sich die Lenksäule in der Höhe verstellen.

Weichspüler im Fahrwerk

Zur Schonung der Passagiere trägt auch die butterweiche Federung bei. Bodenwellen schluckt der Rezzo sanft schaukelnd. Klar, dass bei dieser Charakteristik keinerlei sportliche Ambitionen aufkommen. Die Materialien im Innenraum gewinnen keinen Schönheitspreis. Sie sind, der Preisgestaltung entsprechend, einfach, aber zweckmäßig. Der Rezzo SX überzeugt stattdessen mit seiner Ausstattung: Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Funk-Zentralverriegelung und beheizbare Außenspiegel sind serienmäßig. Die Verarbeitungsqualität ist solide, allerdings mit Schwächen im Detail. Auf holprigem Kopfsteinpflaster rappeln schon mal Kabel im Armaturenbrett. Bei normalen Straßenverhältnissen ist davon nichts zu spüren.

Konsequentes Sparprogramm

Die Sicherheitsausstattung des Rezzo: ABS und zwei Frontairbags. Kopf- oder Seitenairbags sind nicht im Angebot. Die Bremsen sollten bissiger zupacken können, auch wenn der Rezzo mit 167 km/h nicht zu den Schnellsten im Lande gehört. In der Praxis gefällt der Vierzylinder mit spontaner Gasannahme, die von einem kernigen Motorengeräusch begleitet wird. Im Schnitt begnügen sich die 105 PS (77 kW) des Rezzo 1.6 mit 8,3 Liter - und es darf sogar das preisgünstige Normalbenzin sein. Allerdings erfüllt das Triebwerk nur Schadstoffnorm Euro3 und erhält deswegen keine Steuerbefreiung. Dennoch spielt der Rezzo beim Kostenkapitel weitere Trümpfe aus: Daewoo gewährt eine dreijährige Neuwagengarantie, bis maximal 100.000 Kilometern. Für diesen Zeitraum gilt zudem eine Mobilitätsgarantie mit 24-Stunden-Service. Die Versicherungstarife (HP 14/TK 23/VK 16) fallen ebenfalls günstig aus. Hinzu kommen derzeit Finanzierungsmöglichkeiten mit einem effektiven Jahreszins von nur 0,0 Prozent.

Fazit: Technische Höchstleistungen sollten vom Daewoo Rezzo 1.6 SX nicht erwartet werden. Der Koreaner ist günstiger als jeder Wettbewerber, bietet viel Platz und transportiert Kind und Kegel von A nach B. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Doch das kann in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schon eine ganze Menge sein.

planbar.de, Holger Schilp

 
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