Accord 2.4 Type S: hungrig auf Erfolg
Sport und SpielDoppelrohrauspuff, Spoiler, Schweller rundum und 16-Zoll-Alufelgen in Anthrazit. Keine Frage, Sport ist Trumpf. Doch der Honda Accord 2.4 Type schielt auch nach Fahrern, denen der Sinn eher nach nobler Fortbewegung steht. Kühlergrill, Fensterrahmen und die massiven Bügeltürgriffe ziert deswegen eine schmucke Chromschicht. Blinker sind seitlich in die Gehäuse der Außenrückspiegel integriert. Das ist, nach den inzwischen üblichen Klarglasscheinwerfern, das nächste sichtbare Symbol moderner Fahrzeugkonstruktionen. Unter der Haube der japanischen Sportlimousine steckt ein Vierzylindertriebwerk mit 190 PS (140 kW).
Ab geht die PostDie schnörkellose, fast nüchterne Karosserie des Accord glänzt mit beeindruckender Windschlüpfrigkeit (cW= 0,26). Damit schafft der Accord Type R 227 km/h Spitze. Von null auf Tempo 100 geht es in unter acht Sekunden. Auch beim Zwischenspurt präsentiert sich der vibrationsarme Vierzylinder ausgesprochen antrittsstark. Das eng abgestufte Sechsganggetriebe, das sich butterweich schalten lässt, findet immer den geeigneten Anschluss. Wer nicht ständig mit dem Fuß am Bodenblech klebt, bewegt den Vierzylinder mit weniger als zehn Liter Super. Der Norm-Durchschnittsverbrauch liegt bei 9,0 Litern.
Stand der TechnikDas Fahrwerk bleibt lange Zeit neutral. Im Grenzbereich baut der Viertürer überschüssige Energie ab, indem er, stets kontrolliert vom elektronischen Stabilitätssystem VSA, mit der Nase gutmütig untersteuernd Richtung Kurvenrand drängt. Die aufwändige Radführung mit Doppelquerlenkeraufhängung vorne und einer 5-Lenker-Konstruktion hinten beeindruckt gleichermaßen mit komfortablem Abrollverhalten und ausgeprägter Agilität. Hohes Autobahntempo: Das spurtreue Fahrwerk klebt den Viertürer auf den Asphalt. Wind- und Reifenabrollgeräusche sowie das kultiviert summende Vierzylindertriebwerk erzeugen nur ein unaufdringliches Rauschen. Bei aller Sportlichkeit verwöhnt der Accord mit viel Komfort.
Sport mit StilFür das Gepäck stehen 459 Liter Kofferraum zur Verfügung. Die Passagiere sind auf allen fünf Plätzen bequem untergebracht. Kinder maulen allerdings bisweilen über die tiefe Sitzposition auf der Rückbank. Trotz Kindersitz bleibt den Kleinsten der Ausblick über die hohe Gürtellinie verwehrt. Besser hat es da der Fahrer. Das Cockpit mit gut ablesbaren Instrumenten und griffgünstig angeordneten Schaltern passt wie ein perfekt geschnittener Anzug. Sportsitze geben dem bürogeplagten Rücken den nötigen Halt. Die Komfortausstattung ist nahezu komplett: Zweizonenklimaautomatik, CD-Radio, Multifunktionslenkrad, Tempomat, Regensensor und Alarmanlage gehören zum Lieferumfang. Zur Sicherheit der Passagiere sind zudem Front-, Seiten- und Kopfairbags an Bord. Hinzu kommt beim Testwagen das Premiumpaket für 3.775 €. DVD-Navigationssystem mit Farbmonitor und Touchscreen-Farbbildschirm, CD-Wechsler und Xenon-Scheinwerfern sind darin enthalten.
Die Richtung stimmtWer im Premiumbereich des jeweiligen Fahrzeugsegments Käufer überzeugen möchte, muss mehr bieten als nur souveräne Fahrleistungen und üppige Ausstattung. Besonders Materialanmutung und Verarbeitungsqualität beeinflussen die Kaufentscheidung der verwöhnten Kundschaft. Hier hat der neue Akkord gewaltig aufgeholt. Kunststoffverkleidungen und die Leder-Alcantara-Ausstattung des Type S wirken nobel. Die Türen fallen mit einem dumpfen "Plopp" ins Schloss. Selbst übelstes Kopfsteinpflaster entlockt dem Japaner nicht das kleinste Klappergeräusch. Der Accord wirkt solide wie eine Burg.
Fazit: Der Honda Accord 2.4 Type R kann locker mit der deutschen Konkurrenz aus Bayern und Baden-Württemberg mithalten. In puncto Preis-Leistungsverhältnis hat er sogar deutlich die Nase vorn. Er gehört zu den Fahrzeugen, die der Redaktion mit jedem Kilometer mehr ans Herz gewachsen sind.
planbar.de, Holger Schilp