Getarnt und trotzdem auffällig
Freitag November 3
Der Heico Sportiv HS3 Thor auf Volvo C30-Basis hat neben klassischen Tuningkomponenten auch einige extravagante Überraschungen zu bieten.
Der C30 ist der Neuankömmling in der Volvo-Modellpalette und eine Kampfansage an die Premium-Kompakten
BMW 1er und Audi A3. Auf der "SEMA Show" in Las Vegas, der weltgrößten Tuningmesse, gibt es derzeit bereits mehrere getunte Exemplare des handlichen Schweden zu sehen. Darunter auch den HS3 Thor von Heico Sportiv, der nicht nur mit klassischem Tuninghandwerk und einer extravaganten Camouflage-Lackierung, sondern auch mit einer ganz besonderen Überraschung aufwartet: Um auf allen Untergründen optimal voranzukommen, rüstet der Tuner einen Allradantrieb nach. Schließlich sollen vor allem Wintersportler ihren Spaß mit dem getunten Volvo haben. Doch der Reihe nach...
Fünf Herzkammern und Turbo-Power
Unter der Motorhaube des HS3 Thor schlägt ein aufgeladenes Fünf-Kammern-Herz, allerdings nicht mehr im Serienzustand. Den ab Werk 220 PS starken 2.5T-Turbomotor rüstet Heico Sportiv mit einem modifizierten Lader und einem speziell angefertigten Ladeluftkühler samt elektronisch gesteuerter Wassereinspritzung auf. Zudem bearbeiten die Techniker den Zylinderkopf und programmieren die Motorelektronik neu. Das Ergebnis sind 300 PS und ein maximales Drehmoment von 420 Newtonmetern (Serie: 320), obwohl das Triebwerk für den in den USA üblichen Sprit mit nur 91 Oktan ausgelegt worden ist.
Der Clou ist aber das Antriebskonzept: Per elektronischer Haldex-Kupplung schickt der Motor seine Power an alle vier Räder. Die Nachrüstung war keine leichte Aufgabe für die Techniker, schließlich ist der Volvo C30 ab Werk nicht für einen Allradantrieb ausgelegt. Dass die Rechnung der Mannen von Heico Sportiv dennoch aufgeht, beweist ein Blick auf die Fahrleistungen. In 5,8 Sekunden schießt der veredelte Schwede von Null auf Tempo 100. Allerdings ist schon bei 210 km/h Schluss mit lustig - mehr Auslauf gewährt Volvo seinen US-Modellen leider nicht. Dafür haut der HS3 Thor soundtechnisch mächtig auf den Putz: Dank Renn-Kat und einer Komplett-Abgasanlage aus Edelstahl fällt er schon wegen seiner Akustik sofort auf.
Auffälliges Bodykit in Tarnfarbe
Da hilft auch die aufwändige "Camouflage"-Tarnlackierung nichts mehr. Sieben Lackschichten in "eisigen" Farbtönen zieren die Karosserie. Das erzeugt eine grandiose Tiefenwirkung. Doch so sehr sie sich auch bemüht: Die Lackierung schafft es nicht, die Blicke des Betrachters vom eigens entwickelten Bodykit im XC-Design abzulenken. Der charakteristische Heico Sportiv-Kühlergrill dominiert die Frontansicht, größere Lüftungsöffnungen - eingerahmt von den nachgerüsteten Lampen des Abbiegelichts - führen dem aufgepumpten Triebwerk genug Frischluft zu. In der Seitenansicht stechen neue Schweller und Radhausverbreiterungen ins Auge. Aus dem Mittelteil der Heckschürze, das im Stile eines Unterfahrschutzes gestaltet ist, ragen zudem die vier Endrohre der Auspuffanlage heraus.
Damit die 8 x 18 Zoll großen "Volution V"-Sportfelgen in die Radhäuser passen, verbaut Heico Sportiv ein spezielles Fahrwerk. Dieses legt die Karosserie jedoch nicht tiefer, sondern höher, und zwar um rund 30 Millimeter. Das soll für mehr Offroad-Spaß sorgen, während die Semi-Slick-Reifen von Toyo (im Format 245/40 R 18) eher für trockenen Asphalt optimiert sein dürften. Gute Verzögerungsleistungen auf jedem Terrain garantiert eine Vierkolben-Sportbremsanlage, die an der Vorderachse mit innen belüfteten und 320 Millimeter großen Scheiben arbeitet. Zu guter Letzt optimiert eine Carbon-Domstrebe die Verwindungssteifigkeit des HS3 Thor.
Für extravagante Snowboarder
Den Innenraum taucht die Bicolor-Lederausstattung mit den Farben "Alpacagrau" und "Saphirschwarz" - miteinander verbunden durch silberne Nähte - in ein edles Ambiente. Eher sportlich zeigen sich dagegen die Sitze: Vorne sind sie stärker konturiert als die Serien-Pendants, die Fondpassagiere nehmen in Einzelsitzen Platz. Zudem sind das komplette Armaturenbrett und der Dachhimmel mit "Lugano-Leder" bezogen. Für abwechslungsreichen Musikgenuss kann ein iPod nano an einer eigens entwickelten Aufnahme in der Mittelkonsole eingestöpselt werden. Daneben gehört ein GPS-fähiges Motorola-Handy zur Ausstattung. Bei Pedalerie, Doorpins, Schaltknauf, Handbremshebel und der frei schwebenden Mittelkonsole kommt Aluminium zum Einsatz.
Doch damit hat das Innenraum-Tuning noch lange kein Ende. Um den C30 speziell an die Bedürfnisse von Snowboardern anzupassen, hat sich Heico Sportiv zusammen mit dem Snowboard-Hersteller Burton etwas ganz Besonderes einfallen lassen: In einer maßgeschneiderten Ledertasche finden zwei Bretter Platz. Das Ganze wird schließlich hochkant gestellt und findet seinen Platz zwischen den beiden hinteren Einzelsitzen. Im Kofferraum befinden sich zudem zusätzliche Staufächer, die genügend Platz für zwei komplette Boarderausrüstungen bieten. Besonders schick: Die Helme werden in speziellen Halterungen hinter den Sitzen befestigt und von blauen LEDs angeleuchtet.
Doch Snowboarder mit dem Hang zum extravagantem Gefährt müssen sich noch gedulden: Der HS3 Thor ist bislang noch ein Concept Car und damit ein Einzelstück.
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