Mini Cooper D Clubman im Test: Diesel-Kombi mit Spaßfaktor?

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Mini Cooper D Clubman im Test: Diesel-Kombi mit Spaßfaktor?
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Mini Cooper D Clubman
Oktober 2008
21.600 Euro
Antrieb 80%
- laufruhiges, elastisches Triebwerk
- etwas durchzugsschwach im unteren Drehzahlbereich
Fahrwerk 85%
- sportlich abgestimmt, tolles Kurvenverhalten
- mit Sportfahrwerk sehr hart
Karosserie 90%
- schickes Design, beste Verarbeitung
- Platzangebot für einen Kombi nicht groß
Kosten 65%
- hoher Grundpreis- deutlich höherer Verbrauch als vom Hersteller angegeben
Haar, 3. November 2008 - Erzählte man früher jemandem von einem Diesel-Kombi, dann konnte man damit kaum Begeisterungsstürme entfachen. Die Gedanken gingen eher in Richtung eines rußenden, praktisch ausgerichteten und etwas langweiligen Handwerker- oder Familienautos. All das trifft auf den Mini Cooper D Clubman nicht zu: Er rußt nicht mehr als andere Diesel, über den praktischen Nutzwert lässt sich sicher diskutieren - aber er ist sicherlich alles andere als langweilig.

Nicht übermäßig kraftvolle Motorisierung
Der Cooper D Clubman wird von einem 1,6-Liter-Common-Rail-Triebwerk mit Turbolader und vier Zylindern angetrieben. Die 110 PS erscheinen auf den ersten Metern als ausreichend, aber nicht übermäßig kraftvoll. Die straffe Fahrwerksabstimmung, die sehr direkt ansprechende Lenkung und die tiefe Sitzposition verleiten immer wieder dazu, den Cooper D Clubman möglichst sportlich und dynamisch über den Asphalt bewegen zu wollen. Und dazu wäre doch ein wenig mehr Power wünschenswert.

Gleichmäßige Beschleunigung
Unter 1.000 Umdrehungen agiert der Diesel durchzugsschwach und könnte - gerade beim Anfahren - agiler sein. Die Stärken des Turbodiesels zeigen sich bei längeren Fahrten und auf der Autobahn. Der Selbstzünder beschleunigt sehr gleichmäßig, ohne dass wir die einzelnen Gänge des präzise arbeitenden Sechsgangs-Schaltgetriebes ausreizen müssen. Auch höhere Geschwindigkeiten stellen kein Problem dar und werden zügig erreicht. Fast 200 km/h schnell wird der Diesel-Mini auf diese Weise. Das hohe Tempo nehmen die Insassen dabei gar nicht als solches wahr. Das Triebwerk nagelt zwar beim Anlassen, besticht während der Fahrt aber durch Laufruhe und eine angenehme Lautstärke. Die straffe Abstimmung, die bei unserem Testwagen noch durch ein aufpreispflichtiges Sportfahrwerk unterstützt wird, sorgt vor allem in kurvigen Strecken für Fahrspaß. Das mag aber nicht jedermanns Sache sein, zumal Unebenheiten in der Fahrbahn relativ ungefiltert an die Insassen weitergegeben werden.

Sprit sparen dank Schaltpunktanzeige?
Beim Sprit sparen helfen soll eine Schaltpunktanzeige. Sie informiert den Fahrer im Cockpit-Display, wann idealerweise in welchen Gang geschaltet werden sollte. Die Empfehlungen widersprechen jedoch den eigenen Fahr- und Schaltgewohnheiten. Denn durch das angeratene sehr frühe Hochschalten agiert der Mini häufig zu untertourig. Deshalb vertrauen wir nach einer gewissen Versuchszeit gerne wieder unserem eigenen Schaltgefühl und ignorieren die Empfehlungen.

Serienmäßige Start-Stopp-Automatik
Wie inzwischen alle Mini-Modelle mit Handschaltung besitzt auch der Cooper D Clubman serienmäßig eine Start-Stopp-Automatik. Diese schaltet den Motor bei jedem Halt selbsttätig ab, sobald der Leerlauf eingelegt ist und der Fuß vom Kupplungspedal genommen wird. Zum erneuten Anlassen muss der Fahrer lediglich das Kupplungspedal drücken. Die Start-Stopp-Automatik ist nur anfangs gewöhnungsbedürftig. 4,1 Liter Diesel soll der Cooper D Clubman laut Hersteller auf 100 Kilometer verbrauchen, das entspricht einem CO2-Ausstoß von nur 109 Gramm pro Kilometer. Wir benötigten auf unseren Testfahrten allerdings immer Werte deutlich jenseits der sechs Liter. Und das, obwohl der Wille zu Sprit sparender Fahrweise durchaus vorhanden war.

Hoher Trendfaktor auch beim Clubman
Das Design des Mini Clubman löst nahezu allerorten positive Reaktionen aus - auch der Kombi genießt offensichtlich einen hohen Trendfaktor. Die hinter der rechten Beifahrertür befindliche so genannte Clubdoor mag nur wie ein netter Gag aussehen, in der Tat erleichtert sie das Ein- und Aussteigen für die hinteren Passagiere. Auch die beiden seitlich montierten Klapptüren am Heck bringen zwar keinen wirklichen Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Gepäckraumklappe, sie sorgen jedoch für ein gewisses Etwas.

Kunststoff, Leder und Chrom
Der Innenraum ist im Mini-typischen Retro-Look gehalten. In unserem Testauto kommen hochwertige und gut verarbeitete Materialien zum Einsatz - Kunststoff, Leder und Chrom. Unpraktisch ist der mittig platzierte Tacho, er lässt sich schlecht ablesen. Allerdings kann die Geschwindigkeitsanzeige auch auf dem Cockpit-Display hinter dem Lenkrad angezeigt werden. Ungünstig sind zudem die Holme der beiden hinteren Klapptüren, da sie einen freien Blick durch den Rückspiegel verhindern. Im Fond finden zwei normalgroße Erwachsene ausreichenden Platz. Hier zeigt sich der Vorteil des Cooper Clubman im Vergleich zum herkömmlichen Mini, in dem es hinten relativ beengt zugeht.

Kein Raumwunder und kein Schnäppchen
Ein Raumwunder ist der Kombi dennoch nicht. Statt 160 Liter im Mini fasst der Clubman im Normalzustand 260 Liter Gepäck. Erst bei umgeklappten Rücksitzlehnen steigt das Volumen auf bis zu 930 Liter an, sodass auch größere Gegenstände transportiert werden können. 21.600 Euro kostet der Cooper D Clubman in der günstigsten Version. Unser Testwagen war gewohnt großzügig ausgestattet: Leder, Chromapplikationen, Sportsitze, Klimaautomatik, Sportfahrwerk und mehr summieren sich schnell auf über 30.000 Euro.

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