Rover Streetwise: Schick in Schale
Nachteile weglassenOffroader liegen im Trend. Sie vermitteln mit ihrem kraftvollen Auftritt ein Gefühl von Sicherheit und nicht nur im Stadtverkehr lernt man schnell die Vorteile einer hohen Sitzposition schätzen. Nur, ins Gelände verirrt sich kaum einer dieser robusten Kerls. Warum also nicht gleich auf den eigentlich überflüssigen Allradantrieb verzichten? Schließlich treibt der nur das Gewicht nach oben und kostet damit unnötig Kraftstoff. So mögen die Entscheidungsprozesse bei Rover gewesen sein, die dann in die Entwicklung des Streetwise mündeten. Der Brite rollt zu Preisen ab 15.995 € zu den Händlern.
Hart im NehmenFront und Heck des Streetwise dominieren kantige Stoßfänger aus unlackiertem Kunststoff. Radläufe und Fahrzeugflanke schützt eine Leiste aus dem gleichen Material. So gerüstet, steckt der Streetwise beim Parkplatzgerangel so manchen Rempler unbeeindruckt weg. Damit es möglichst gar nicht dazu kommt, verfügt er hinten über eine akustische Einparkhilfe. Für den Fall, dass der von 304 Liter auf 1.086 Liter erweiterbare Kofferraum nicht ausreicht, gibt es serienmäßig eine Dachreling. Auch die schicken 16-Zoll-Aluminiumfelgen sind schon beim Basismodell Streetwise R1 im Preis inbegriffen. CD-Radio, Glas-Schiebedach, elektrische Fensterheber vorne und bequeme Sportsitze komplettieren die Liste der Ausstattungsdetails, für die andere Hersteller teils kräftig extra kassieren. 1.600 € Aufpreis kostet die Ausstattungsvariante R2. Sie verfügt statt dem Schiebedach über eine Klimaanlage. Außerdem sind Nebelscheinwerfer, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Lederlenkrad und Sitze mit Teillederbezug an Bord.
Weitere EntwicklungenIm Prinzip ist der Streetwise ein alter Bekannter. Karosserie und Technik stammen im Wesentlichen vom Rover 25. Dennoch gibt es, abgesehen von der reizvollen Optik, einige wesentliche Unterschiede: Der Innenraum präsentiert nun hochwertige Stoffe und einen überarbeiteten Instrumententräger. Die Bedienbarkeit hat dadurch eindeutig gewonnen. Einzig die Schalter der Fensterheber verstecken sich gewöhnungsbedürftig auf dem Mitteltunnel zwischen den Sitzen. Blau hinterlegte Rundinstrumente und Zierblenden in Aluminiumoptik erfreuen das Auge. Im Fond finden sich zwei Einzelsitze, auf denen auch Erwachsene bequem reisen. Allerdings gestaltet sich beim Dreitürer der Zugang nach hinten, mangels Einstieghilfe, recht mühselig. 500 € extra für den Fünftürer sind also eine sinnvolle Investition. Ein echter Kritikpunkt ist die Sicherheitsausstattung. ABS und zwei Frontairbags müssen genügen. Selbst Seitenairbags sind nicht verfügbar.
Auf allen WegenDie hoch gelegte Karosserie des Streetwise schafft über 16 Zentimeter Bodenfreiheit. Das reicht, um mit gutem Gefühl einen Abstecher auf ausgewaschene Feldwege zu wagen. In der Stadt profitiert die Handlichkeit von der hohen Sitzposition. Wenig Freude macht dagegen die schwammige Fünfgangschaltung. Damit das Fahrverhalten nicht unter dem höheren Schwerpunkt leidet, wurden Federn und Dämpfer härter abgestimmt. Das Ergebnis ist ein ausgeprägt agiles Handling. Selbst schnelle Kurven werden ohne nennenswerte Seitenneigung umrundet. Auch die direkte Lenkung gibt sich sportlich. Insgesamt liegt der Streetwise deutlich straffer auf der Straße als ein Rover 25, ohne deswegen jedoch unkomfortabel zu sein.
Benzin statt DieselFür den Antrieb hat Rover zwei Alternativen im Angebot: Ein 1,4-Liter-Benzintriebwerk mit 103 PS (76 kW) und einen 2,0-Liter-Turbodiesel mit Direkteinspritzung, der 101 PS (74 kW) bietet. Erwartungsgemäß gewinnt der Selbstzünder dank 240 Nm Drehmoment bei 2.000 Umdrehungen jeden Zwischenspurt. Auch an der Tankstelle hat der Benziner mit 7,3 Liter Super gegen 6,0 Liter Diesel klar das Nachsehen. Dafür ist der 2.0 D ein knurriger Geselle. Der Benziner macht weniger Lärm und kostet 1.300 € weniger. Hinzu kommt die um vier Klassen günstigere Versicherungseinstufung (HP 14/TK 29/ VK 29). Somit fällt die Kaufempfehlung eindeutig zugunsten des Benziners aus.
Fazit: Offroad-Optik für die Stadt. Das Konzept des Rover Streetwise gefällt. Der Brite ist ein robuster und dennoch handlicher Geselle, der allerdings beim Sicherheitskonzept Schwächen zeigt.
planbar.de, Holger Schilp