Hyundai Elantra: Am Erfolg gefeilt
Modellpflege im DetailIm Straßenbild ist der Hyundai Elantra bislang ein Exot geblieben. Selbst das attraktive Preis-Wert-Verhältnis konnte kaum Kunden im umkämpften Markt der kompakten Limousinen locken. Der Nachfolger des in den 90er-Jahren so erfolgreichen Lantra bringt es in diesem Jahr auf kaum mehr als 2.000 Zulassungen. Kommendes Jahr sollen es bis zu 1.000 Fahrzeuge mehr werden. Neue Optik im Modelljahr 2004: Klarglasscheinwerfer sorgen für eine moderne Optik. Zum ausdrucksvollen Elantra-Gesicht tragen außerdem ein überarbeiteter Kühlergrill, modifizierte Lufteinlässe und eine stärker konturierte Motorhaube bei. Die fünftürige Schrägheckversion verzichtet an der Front auf Chrom und präsentiert sich in dezentem Schwarz. Zusammen mit den, bei den 2,0-Liter-Varianten serienmäßigen, Leichtmetallfelgen sieht das recht flott aus.
Komplettprogramm Wie bei Hyundai üblich, rollt auch der renovierte Elantra mit einer umfangreichen Serienausstattung an den Start. Selbst eine Alarmanlage ist an Bord. ABS, adaptive Frontairbags sowie kombinierte Brust- und Kopfairbags und Isofix-Kindersitzverankerungen auf den hinteren äußeren Plätzen sind serienmäßig. Die ausschließlich angebotene GLS-Ausstattung beinhaltet je nach Motorisierung eine Klimaanlage oder eine Klimaautomatik. Bordcomputer, eine Funk-Zentralverriegelung und elektrisch bedienbare Fensterheber und Außenspiegel sind ebenfalls Standard. Die Liste der kostenpflichtigen Extras ist kurz: Metallic-Lackierung, ein Leder-Ausstattungspaket und ein Schiebedach finden sich dort. Die neuen Modelle bieten ausstattungsbereinigt einen Preisvorteil von bis zu 645 €. Der Einstieg in die Elantra-Modellpalette beginnt bei 16.990 €.
Für PragmatikerDie Einrichtung ist praktisch funktional: solide verarbeitet, aber grau in grau und ohne optischen Pfiff. Dafür gibt es viele praktische Ablagen, wie etwa ein Brillenfach im Dachhimmel. An der Bedienung gibt es kaum etwas auszusetzen. Bequeme Sitze, die ordentlich Seitenhalt bieten, übersichtliche Instrumente und eine beispielhaft exakte Schaltung sorgen für einen angenehmen Aufenthalt. Für mehr Fahrkomfort wurde dem Elantra eine bessere Geräuschdämmung spendiert. Man sitzt hoch im Elantra. Die niedrige Gürtellinie lässt viel Licht in den Innenraum und erweist sich beim Einparken als hilfreich. Das Gepäckabteil fasst 415 Liter. Durch Umklappen der Rückbank verschwinden in der Limousine bis zu 755 Liter, das fünftürige Schrägheck fasst dann maximal 1.222 Liter.
Starkes StückBasismodell ist ein 1,6-Liter-Motor mit 105 PS (77 kW). Mehr Power hat der Elantra 2.0 GLS, der uns für eine erste Probefahrt zur Verfügung stand. Sein Preis: ab 18.890 €. Der 2,0-Liter-Benziner leistet 143 PS (105 kW). Vierventiltechnik und eine variable Ventilsteuerung zeichnen ihn als technisch anspruchsvolle Konstruktion aus. Bereits unter 2.000 Umdrehungen legt sich der Vierzylinder kräftig ins Zeug. Spritsparen durch schaltfaules Fahren ist kein Problem. Wer die Leistung abruft, wird mit sportlichen Fahrleistungen überrascht. 208 km/h Spitze lassen den Koreaner, zur offensichtlichen Überraschung der anderen Verkehrsteilnehmer, zum Dauergast der linken Spur werden. Der Kraftstoffverbrauch bleibt auch bei schnellen Autobahnetappen unter 10 Liter und es darf sogar das günstige Normalbenzin sein. Von null auf 100 km/h geht es in 9,1 Sekunden. Allerdings hat der schnelle Elantra Probleme, die Kraft auf die Straße zu bringen. Ein schwerer Gasfuß lässt die Vorderräder trotz Traktionskontrolle schnell durchdrehen.
Rauer GeselleDieselfreunde finden im Elantra 2.0 CRDi eine Alternative. Er ist ab 20.290 € zu haben. Das Common-Rail-Turbo-Triebwerk leistet 113 PS (83 kW) und entwickelt bei 1.800 Umdrehungen sein maximales Drehmoment von 235 Nm. Damit ist der Korea-Diesel zwar nicht das kräftigste Triebwerk seiner Klasse, doch die Leistungsentfaltung erfolgt gleichmäßig über das gesamte Drehzahlband. Im Schnitt genügen der Limousine 6,4 Liter je 100 Kilometer. Lautes Dieselnageln, besonders bei geringen Geschwindigkeiten, trübt das Sparvergnügen allerdings etwas. In schnellen Kurven untersteuert der Selbstzünder noch kräftiger als der Benziner. Auch provozierte Lastwechsel, durch abruptes Lupfen des Gasfußes, halten die Elantra-Nase nicht davon ab, zum Kurvenrand zu drängen.
Fazit: Wer sich für einen Elantra entscheidet, dem sei der 2,0-Liter-Benziner empfohlen. Er ist spritzig, vergleichsweise sparsam und in der Anschaffung 2.000 € günstiger als der raue Turbodiesel.
planbar.de, Holger Schilp