Land Rover Freelander: Für ein langes Leben
Zweite JugendDer Land Rover Freelander ist eine zeitlose Erscheinung. Seit 1997 hat sich an der schnörkellos eleganten Erscheinung kaum etwas geändert. Modellpflege beschränkte sich auf eher unauffällige Kosmetik. Und so wird das Modelljahr 2004 zum ersten großen Schritt in die Zukunft. Der Freelander macht auf nobel: Überarbeitete Stoßfänger und Scheinwerfer rücken den kleinsten Land Rover optisch nahe an den exklusiven Range Rover. Das neue Gesicht sieht nicht nur viel frischer aus, die neu gestalteten Scheinwerfer sorgen auch für eine um 70 Prozent bessere Lichtausbeute.
Schöner WohnenAuch der Innenraum sucht mit einer neuen Mittelkonsole die Nähe zum großen Range Rover. Alle wichtigen Bedienelemente sind nun gut erreichbar. Dennoch bleibt ein Manko, mit dem Personen mit langem Oberkörper zu kämpfen haben: Mangels Sitzhöhenverstellung verdeckt der Lenkradkranz Teile der Tachoskala. Abhilfe schafft bislang nur der Zubehörhandel mit Spezialsitzen. Land Rover sieht sich außerstande, eine Sitzhöhenverstellung anzubieten. Die Karosseriestruktur lasse mit den serienmäßigen Sitzen keine tiefere Sitzposition zu. Dafür sind die Polster nun bequemer. Sie bieten mehr Oberschenkelauflage und Seitenhalt. Auch Armaturenbrett, Türverkleidungen und Stoffbezüge profitieren von der Modellpflege. Sie wirken im Vergleich zum Vorgänger deutlich hochwertiger. nur die im Metallic-Look lackierten Plastikverkleidungen werden dem Premium-Anspruch nicht gerecht.
ModellvielfaltWie bisher haben Freelander-Kunden die Auswahl zwischen einem Drei- und einem Fünftürer, der wahlweise von einem Vierzylinder-Turbodiesel (122 PS/82 kW), einem Vierzylinder-Benzinmotor (117 PS/86 kW) oder einem V6-Triebwerk (177 PS/130 kW) angetrieben wird. Hinzu kommen fünf Ausstattungsvarianten. Das Basismodell Freelander E ist ab 21.900 € zu haben und rollt mit CD-Radio, elektrischen Fensterhebern, beheizbaren Außenspiegeln und Zentralverriegelung zu den Händlern. Der entsprechende Station Wagon mit fünf Türen kostet 24.400 €. Topmodell ist der luxuriöse Station Wagon V6 HSE für 35.600 €. Vom Highend-Hi-Fi-System über Lederpolster bis zum Glasschiebedach ist jede Menge Ausstattung an Bord.
Neue WegeGanz neu ist der Freelander Sport. Sportsitze, Klimaanlage, Lederlenkrad mit Radio-Fernbedienung und atmungsaktive Kunstfasersitzbezüge gehören zum Lieferumfang. Die nur als Turbodiesel und V6 angebotene Version verfügt über eine um drei Zentimeter tiefer gelegte Karosserie, Sportfahrwerk und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen. Der Freelander Sport ist die logische Konsequenz aus der Tatsache, dass kaum ein Allradler in dieser Fahrzeugklasse jemals schwieriges Gelände meistern muss. Für hohe Bordsteinkanten oder einen ausgewaschenen Feldweg reicht die gebotene Geländegängigkeit aber allemal. In der Praxis überzeugt der Sport mit einem straffen Fahrverhalten. Geringe Seitenneigung und eine exakte Lenkung lassen vergleichsweise hohe Kurvengeschwindigkeiten zu. Die Preise bewegen sich zwischen 27.800 € für den TD4 mit drei Türen und 33.500 € für den V6 mit langem Radstand.
Bewährte QualitätenLand Rover legt großen Wert darauf, dass der Freelander ein deutlich stabileres Fahrwerk besitzt, als die japanische SUV-Konkurrenz. Permanenter Allradantrieb mit Visco-Kupplung an der Hinterachse und eine Traktionskontrolle sind serienmäßig vorhanden. Bei steilen Bergabfahrten hält die elektronische Fahrhilfe HDC auf Knopfdruck das Tempo mit Bremseingriffen bei leicht beherrschbaren 10 km/h. Bergauf kompensiert ein kurz übersetzter erster Gang weitgehend die fehlende Geländeuntersetzung. In puncto Fahrleistungen sollten keine Wunder erwartet werden, schließlich zählt in Offroad-Kreisen Durchzugskraft mehr als Topspeed. Selbst der V6 schafft nur 182 km/h. Der Turbodiesel erreicht 159 km/h, der Basis-Benziner ist einen Kilometer schneller. Dafür eignet sich der Freelander mit 2.000 Kilogramm Anhängelast bestens als Zugfahrzeug.
Fazit: Mit dem Modelljahr 2004 präsentiert sich der Freelander endlich so stilvoll, wie es sich für britischen Landadel gehört. Beste Voraussetzungen also, um sich auch künftig gegen die stetig wachsende Konkurrenz in diesem Fahrzeugsegment zu behaupten.
planbar.de, Holger Schilp