X-Type Estate: Mehr Platz für Überraschungen
Alles andersErst Allradantrieb, dann Frontantrieb und Dieselmotor. Nun der Estate mit Kombiheck. Und alles zu demokratischen Preisen. Der Jaguar X-Type bricht mit den elitären Traditionen der britischen Nobelmarke - und findet damit zu den Wurzeln des Unternehmens zurück. Schließlich lautete der Slogan von Jaguar-Gründer Sir William Lyons "Grace, Space and Value for Money", was so viel heißt wie "Anmut, Schnelligkeit und Raum zum attraktiven Preis-Wert-Verhältnis". Besser lässt sich der neue X-Type Estate kaum beschreiben.
Viel drinDer Weg zum Estate war lang. So hängten die Jaguar-Ingenieure nicht einfach einen Rucksack an die Limousine. Die Kombikarosserie ist ab der B-Säule komplett neu gestaltet. Stabilität und Geräuschdämmung sind teils sogar noch besser als beim Stufenheck. Höhere hintere Türen und eine insgesamt sanft abflachende Dachlinie sorgen für schwungvolle Eleganz. Trotzdem gibt es in der zweiten Sitzreihe genug Platz für Kopf und Knie. Im edlen Ladeabteil verschwinden auf einer topfebenen Fläche zwischen 452 und 1.415 Liter Gepäck. Das ist mehr als die Hauptkonkurrenten Audi Avant, BWM touring und C-Klasse T-Modell maximal zu bieten haben. Praktisch ist auch das separat zu öffnende Heckfenster.
Günstiger EinstiegDie Briten bringen das Basismodell Estate 2.0 Diesel Classic mit Frontantrieb und 130 PS (96 kW)zum Preis von 28.850 € auf den Markt. In Anbetracht der Serienausstattung ein mehr als konkurrenzfähiges Angebot. Dachreling, Klimaanlage, elektrisch bedienbarer Fahrersitz, 140-Watt-Soundsystem und ein Sicherheitspaket mit Front-, Seiten- und Window-Airbags, ABS, Bremsassistent, Traktions- und elektrische Stabilitätskontrolle gehören zum Lieferumfang. Der Vierzylinder-Common-Rail-Diesel überzeugt mit guten Manieren. Leise, aber mit Nachdruck beschleunigt der Kombi in 10,2 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 198 km/h erreicht. Durchschnittsverbrauch: 5,8 Liter. Nach dezentem Kaltstartnageln ist schon auf der Landstraße praktisch nichts mehr vom Dieseltriebwerk zu hören. Auch bei flotter Gangart werden tiefe Schlaglöcher und kurze Bodenwellen souverän geschluckt. Einzig die leichtgängige Servolenkung könnte mehr Fahrbahnkontakt vermitteln.
Fahrkultur purDie beiden stärkeren V6-Benzintriebwerke gibt es ausschließlich in Verbindung mit permanentem Allradantrieb. In der Praxis bringt das nicht nur mehr Traktion bei widrigen Bedingungen. Allradantrieb sorgt insgesamt für mehr Fahrstabilität. Das getestete V6-Topmodell mit 231 PS (169 kW) liegt deutlich satter auf der Straße als der Diesel mit Frontantrieb. Freude bereitet vor allem die direkt ausgelegte Servolenkung. Auf den Serpentinen der französischen Seealpen ließ sich der X-Type Estate 3.0 auch von verschärfter Gangart nicht aus der Ruhe bringen. Giftige Fahrwerksreaktionen sind ihm gänzlich fremd.
Mehr AuswahlWenn etwas weniger Leistung genügt, ist als Alternative der Estate 2.5 V6 mit 196 PS (144 kW) im Angebot. Das V6-Einstiegstriebwerk kostet 35.100 €, die stärkere Variante kommt auf 38.700 €. Mehr Luxus oder eine betont dynamische Fahrwerksabstimmung bieten die optionalen Ausstattungslinien Executive oder Sport. 17-Zoll-Aluminiumfelgen, Lederausstattung oder ein elektrisch einstellbarer Beifahrersitz sind dann inklusive.
Fazit: Volltreffer. Der Jaguar X-Type Estate überzeugt mit Styling und Nutzwert gleichermaßen. Preisbewusste Käufer können bedenkenlos zum günstigen Turbodiesel greifen, auch wenn die Jaguar-typische Souveränität erst mit einem V6 unter der Haube so richtig zur Geltung kommt.
planbar.de, Holger Schilp