Mazda MX-5: offen für jeden Erfolg
Fahrspaß purDas Ende der Langeweile. Bei seiner Premiere im Jahr 1989 blinzelte der Mazda MX-5 verführerisch mit seinen Schlafaugen. Fachpresse und Publikum waren begeistert: Endlich wieder ein Roadster zum kleinen Preis. Heute kostet das Frischluftvergnügen mindestens 19.990 € - und damit nur knapp 2.000 € mehr als vor 15 Jahren. Auch die Optik hat sich kaum verändert. Nach neun Produktionsjahren: das einzige große Facelift. Mandelaugen, ein Haifischmaul und ein kecker Knick in der Hüfte zieren seither den Zweisitzer. Sein Erfolgsrezept: Verzicht auf technischen Schnickschnack. Der kleine Sportwagen fasziniert mit einem simplen Verdeckmechanismus, direkter Lenkung, knackiger Schaltung und einem nahezu perfekt ausbalancierten Fahrverhalten.
Mehr MX-5Das Jubiläumsmodell "unplugged" lockt zudem mit 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, zweifarbigen Ledersitzen und beheizbaren Außenspiegeln. Highlight ist ein MP3-Radio mit 6-fach CD-Wechsler und zwei zusätzlichen Lautsprechern zwischen den Kopfstützen. Die entsprechende 1,6-Liter-Version mit 110 PS (81 kW) kostet 21.750. Mit 1,9-Liter-Triebwerk und 146 PS (107 kW) unter der Haube kommt das Sondermodell auf 23.700 €. Kritiker mögen den Vierzylindermotoren ihren allzu braven Klang vorwerfen. Im Alltag hat die bewährte Mazda Großserientechnik jedoch unbestreitbar Vorteile, wie die Top-Platzierungen in der
ADAC-Pannenstatistik seit Jahren zeigen.
Zweite HautIn den MX-5 steigt man nicht einfach ein, man streift ihn sich über wie einen maßgeschneiderten Overall. Lange Kerls über 185 cm Körpergröße haben mit geschlossenem Verdeck allerdings Probleme, eine wirklich bequeme Sitzposition zu finden. Lockt die Sonne, lässt sich die dünne Stoffkapuze lässig mit einer Hand nach hinten werfen. Dafür reicht jeder noch so kurze Ampelstopp. Im Heck: zierliche 145 Liter Gepäckraum. Nicht viel, doch genug für die spontane Flucht aus dem Alltag. Es spielt dabei keine Rolle, ob der MX-5 - je nach Motorisierung - in 8,4 Sekunden oder 9,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Das gilt auch für die Höchstgeschwindigkeit von 197 km/h oder 208 Stundenkilometern - in jedem Fall zerzaust ein Orkan die Frisur.
Flotter FegerDas Popometer kauert nur wenige handbreit über dem Asphalt und eignet sich dort vorzüglich als Frühwarnsystem für ein Fahrwerk im Grenzbereich. Ein schwerer Gasfuß lässt dabei das Heck über Bodenwellen tanzen, leichtfüßig und zu jedem Spaß bereit. Kleinste Lenkbewegungen genügen, um den Roadster zielsicher durch das Kurvengeschlängel abgelegener Landstraßen zu dirigieren. Für Sicherheit sorgen kräftig zupackende Bremsen und vier Airbags. Hightech-Spielereien wie das Stabilitätsprogramm ESP oder ein elektrisch bedienbares Verdeck überlässt der Japaner der Konkurrenz.
Fazit: Der Mazda MX-5 ist nicht perfekt, aber kompromisslos. Und bei aller Sportlichkeit ausgesprochen alltagstauglich. Ein Erfolgsrezept, das bislang weltweit 680.000 Käufer überzeugte - 78.000 Verträge wurden allein in Deutschland unterschrieben. Und es werden bis zur Präsentation des Nachfolgers im Jahr 2006 sicherlich noch einige mehr. Schließlich feierte der Roadster in Europa in den vergangenen beiden Jahren das zweit- und drittbestes Ergebnis seiner Modellgeschichte.
planbar.de, Holger Schilp