Skoda Octavia: Viel Raum für Erfolg
Mit dem Octavia fand Skoda 1996 auf die Erfolgsspur zurück. In diesen Tagen präsentieren die Tschechen die Neuauflage ihres Bestsellers. Die Erwartungen sind hoch, schließlich glänzte schon der Vorgänger mit einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis.
Doppelt gemoppeltÜber eine Million verkaufte Fahrzeuge in den vergangenen acht Jahren machen den Octavia zum gefragtesten Skoda aller Zeiten. Und ein Ende der Erfolgstory ist noch nicht abzusehen: Parallel zur nächsten Octavia Generation wird das aktuelle Modell zunächst weiter produziert - und auch in Deutschland angeboten. Um die Kaufentscheidung zu erleichtern, verfügt der neue Octavia über modernste Motoren und eine Fahrwerks- und Sicherheitstechnik, die er sich mit dem VW-Konzernbruder Golf teilt.
Beste GeneBodengruppe und Motoren mit Benzin-Direkteinspritzung sowie das innovative Direktschaltgetriebe, bei dem die Gangwechsel automatisch vorgenommen werden, stammen von
Volkswagen. Dennoch sind die Unterschiede gravierend. Auf 4,57 m Länge bietet der Tscheche deutlich mehr Platz. Unter der praktischen Heckklappe gähnt ein Ladeabteil, das rekordverdächtige 560 Liter schluckt. Wird die Rückbank flach gelegt, sind es sogar 1.350 Liter. Größtes Plus des Octavia ist eine zurückhaltende Preispolitik. Das Einstiegsmodell mit 1,4-Liter-Benzinmotor und 75 PS (55 kW) kostet 14.490 €.
Frische BriseErfolg macht selbstbewusst. Und so tritt der Octavia mit kraftvollem Design in den Ring. Vorne dominiert der unverwechselbare Chrom-Kühlergrill mit dem integrierten grünen Skoda-Logo. Um den Eindruck eines großen Wagens zu vermitteln griff das Designteam um Thomas Ingenlath zu einem Trick: Die Karosseriefuge zwischen der erhabenen Motorhaube und den Kotflügeln verläuft schräg vom Ende des Kühlergrills bis zur A-Säule der Windschutzscheibe. Von hinten ist der Octavia auch im Dunkeln leicht an den charakteristischen c-förmigen Leuchten zu erkennen. Eine Besonderheit des Octavia-Designs sind auch die lackierten Fensterrahmen, die mit ihrer nach hinten geneigten Form gleichzeitig Solidität und Dynamik vermitteln sollen. Zum Hauptwettbewerber hat Skoda den Opel Astra erkoren, doch selbst Mittelklassefahrzeuge wie der Renault Laguna sind vor den tschechischen Marketingstrategen nicht sicher. Tatsächlich ist der Octavia allerdings für alle interessant, die mit Golf-Technik liebäugeln, aber keine Premiumpreise bezahlen wollen.
Keine ExperimenteInnen präsentiert sich der Octavia sachlich und schnörkellos. Bequeme Sitze mit großzügigem Verstellbereich sowie ein Lenkrad, das sich längs und in der Höhe justieren lässt, ermöglicht Menschen von unterschiedlichster Statur eine bequeme Sitzposition. Schalter und Hebel sind aus anderen Fahrzeugen des Konzerns bekannt und allesamt logisch platziert. Neu ist, dass die in die Mittelkonsole integrierte Anzeige des Radios auch die notwendigen Informationen für die Klimatisierung liefert. Die Liebe zum Detail zeigt sich am unsichtbaren Handschuhfach-Griff oder an den verchromten Türgriffen, die an der Hinterseite mit Silikon beschichtet sind, damit sich dort im Winter niemand kalte Finger holt. Praktisch sind auch Haken für Einkaufstaschen im Kofferraum und in die Türverkleidung integrierte Fächer für 1-Liter-Wasserflaschen.
Da geht noch wasDie Sicherheitsausstattung des Octavia Classic umfasst Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, ABS mit Notbremsassistent, Sicherheitspedale und Isofix-Kindersitzverankerungen. ESP und Kopfairbags kosten Aufpreis oder sind den stärker motorisierten Modellen vorbehalten. Die exakte Preisgestaltung wird Skoda erst kurz vor der Markteinführung im Mai bekannt geben. Fest steht, dass die Ambiente-Ausstattung u.a. beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer und zusätzliche Leseleuchten an Bord hat. Klimaautomatik, vier elektrische Fensterheber, Leichtmetallfelgen, ein Pfützenlicht am Einstieg und eine Radiovorbereitung mit acht Lautsprechern sind im Octavia Elegance serienmäßig.
Solider AuftrittSechs Motoren stehen zur Auswahl - vier Benziner und zwei Turbodiesel mit einer Leistung von bis zu 150 PS (110 kW). Für erste Testfahrten stand uns der 2,0-Liter-TDI mit 140 PS (103 kW) zur Verfügung. Der Vierzylinder präsentiert sich antrittstark, wenn auch nicht vorbildlich leise. Satte 320 Nm Drehmoment stehen ab 1.750 Umdrehungen bereit. Überholvorgänge auf der Landstraße sind damit ruckzuck erledigt - egal welcher der sechs Gänge eingelegt ist. Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h. Von null auf Tempo 100 geht es in 9,6 Sekunden. Angesichts der Fahrleistungen darf das Triebwerk mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,5 Litern als echter Geizkragen gelten. Das Fahrwerk ist straff und gutmütig ausgelegt. So wird der Familientransporter bei Bedarf zum Kurvenfeger.
Fazit: Modern, komfortabel und geräumig. Der neue Octavia hat beste Chancen der Skoda-Erfolgstory ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Einzig die Bestückung der Ausstattungslinien sollte nochmals überdacht werden. ESP und Klimaanlage gehören in dieser Preisklasse inzwischen zum guten Ton.
planbar.de, Holger Schilp