Santa Fe 2.4 GLS 4WD: Dick im Geschäft
Hyundai präsentierte im November 2000 den Santa Fe - das erste Sports Utility Vehicle (SUV) aus Korea. Bis heute brachte es der markant gezeichnete Geländekombi in Deutschland auf knapp 16.000 Zulassungen. Tendenz steigend. Grund genug, den Santa Fe nochmals gründlich unter die Lupe zu nehmen.
Aller Anfang ist schwerNoch Anfang der 90er Jahre haftete Hyundai der zweifelhafte Ruf des Auto-Discounters an. Heute ist das anders. Inzwischen hat sich herumgesprochen, was zahlreiche Tests und die Pannenstatistik belegen: Hyundai baut preiswerte und durchaus solide Fahrzeuge. Wer es immer noch nicht glaubt, für den gibt es zur Beruhigung eine dreijährige Neuwagengarantie ohne Kilometerbegrenzung.
Auf dem Weg nach obenEntscheidender Schritt weg vom Image des Billigheimers war für Hyundai der Santa Fe. Im Gegensatz zu den hier zu Lande wenig erfolgreichen Limousinen Sonata und XG konnte sich das SUV sofort in den "Top 10" seiner Fahrzeugklasse festsetzen. Nach der Frontantriebsversion 2.4 GLS 2WD für 18.990 € ist die hier getestete Allradvariante 2.4 GLS 4WD der günstigste Einstieg in die Modellpalette des Santa Fe. Preis: ab 22.900 €. Dafür gibt es 146 PS (107 kW), Klimaanlage und 15-Zoll-Aluminiumfelgen.
Massig PlatzMit 1,84 m Breite, 1,73 m Höhe und 4,50 m Länge bietet der Santa Fe viel Platz für Passagiere und Gepäck. Auch die Vordersitze sind üppig dimensioniert. Allerdings sitzt man mehr auf als in den Polstern. Im Gelände und bei flotter Kurvenfahrt fehlt der Seitenhalt. Dafür lässt sich die Sitzfläche in der Höhe und Neigung verstellen. Hinten finden selbst Erwachsene viel Bewegungsfreiheit. Die asymmetrisch geteilte Rücksitzlehne ist in der Neigung justierbar und kann bei Bedarf flach umgelegt werden. Allerdings müssen dazu die Kopfstützen demontiert werden. So wächst das Gepäckabteil von 469 auf bis zu 875 Liter. Reicht das nicht, ist die serienmäßige Dachreling für weitere 100 Kilogramm Gepäck gerüstet.
Einfach solideHarte Kunststoffoberflächen, plüschige Sitzbezüge und das pseudo-edle Holzimitat an der Mittelkonsole - das hat der Santa Fe GLS wirklich nicht verdient. Zumal Bedienung und Verarbeitung durchweg überzeugen. Übersichtliche Instrumente und logisch platzierte Schalter geben keine Rätsel auf. Massive Bügeltürgriffe, eine präzise geführte Fünfgangschaltbox und eine zielgenaue Lenkung runden das positive Bild ab. Dank der hohen Sitzposition findet der massige Santa Fe leicht seinen Weg durch überfüllte Innenstädte. Und mit dem separat zu öffnenden Heckfenster sind Einkaufstüten auch in engen Parklücken ruckzuck im Kofferraum verstaut.
Durch dick und dünnAuf schlechten Wegstrecken glänzt der Koreaner mit einer komfortablen Federung, die auch tiefe Schlaglöcher einfach glattbügelt. Klappergeräusche - Fehlanzeige. Im leichten Offroad-Gelände kommt der Santa Fe weiter, als die fein profilierte Straßenbereifung vermuten lässt. Fast 21 Zentimeter Bodenfreiheit und eine erfreuliche Achsverschränkung ermöglichen den Rädern auch unter schwierigen Umständen noch Kontakt zum Boden. Normalerweise gelangen 60 Prozent der Kraft zu den Vorderrädern, 40 Prozent übernimmt die Hinterachse. Auf rutschigem Untergrund sorgt die Visco-Kupplung am Mittendifferenzial im Zweifel für eine 50:50-Verteilung. So wird verhindert, dass der Santa Fe steckenbleibt, solange noch an einer Achse Gripp vorhanden ist.
Kräftige LebenszeichenHinter dem weit aufgerissenen Kühlergrill steckt ein Vierzylindertriebwerk mit 146 PS (107 kW). Für eine optimierte Laufkultur verfügt der Vierventiler über zwei gegenläufige rotierende Ausgleichswellen. Dennoch ist der Basismotor kein Leisetreter. Wie fast alle SUVs verzichtet der Santa Fe 2.4 4WD auf ein Reduktionsgetriebe für den harten Geländeeinsatz. Stattdessen ist der Antrieb kurz übersetzt. Das hilft bei 1,7 Tonnen Fahrzeuggewicht steile Anstiege zu erklimmen, erlaubt einen Anhängerbetrieb mit bis zu 2,3 Tonnen - und sorgt für hohe Drehzahlen, die das Triebwerk mit einer kernigen Geräuschkulisse quittiert. Maximal 200 Nm Drehmoment werden bei 4.000 Umdrehungen mobilisiert. In der Stadt reicht das zum entspannten Dahinrollen im hohen Gang. Beim Zwischenspurt ist der Griff zum Schalthebel dagegen unvermeidlich. Der Testwagen beschleunigt in 12 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 173 km/h Spitze. Der Kraftstoffkonsum pendelt je nach Fahrweise zwischen neun und 13 Litern. Immerhin verlangt der Koreaner nur nach Normalbenzin.
Fazit: Der Hyundai Santa Fe 2.4 GLS 4WD bestätigt, dass aus Korea Fahrzeuge mit einem überzeugenden Preis-Wert-Verhältnis kommen. Einzig der Innenraum zeigt, dass das SUV schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Aber das ist immerhin Geschmacksache.
planbar.de, Holger Schilp