Jimny 1.5 TD: Asterix der Offroader
Offroad-Fahrzeuge als Lifestyle-Objekte. Suzuki hat im Jahr 1980 die Lawine mit ins Rollen gebracht. Damals erschien der knuffige LJ80 - klein, günstig und im Gelände nahezu unschlagbar. Qualitäten, die auch den aktuellen Jimny auszeichnen. Neu ist sein moderner Common-Rail-Turbodiesel, der im Juni Premiere feiert.
Klein und PfiffigGanz Europa wird derzeit von hubraumstarken, trinkfesten und meist nicht ganz billigen Geländewagen besetzt. Ganz Europa? Nein. In cleveren Haushalten tummeln sich pfiffige kleine Kerlchen: Der Suzuki Jimny ist so einer. Er taugt für den Stadtverkehr und lässt sich selbst in extremem Gelände nicht so einfach abhängen. Weitere Stärken: Geringe Unterhaltskosten und ein Kaufpreis ab 14.030 €. Damit ist er der Asterix unter den Offroadern.
Für den GeländerittDie Ahnengalerie des Jimny reicht bis ins Jahr 1982 zurück. Damals präsentierte Suzuki den SJ: Ein waschechter Geländewagen, der auch vor der Disko eine gute Figur machte. Gerne wurde er in weiss mit neonbuntem Cabrioverdeck gekauft, lustige Aufkleber inklusive. Der oft schrille 80er-Jahre-Look hinderte unerschrockene Zeitgenossen nicht daran, den kleinen Stoppelhopser bei Offroad-Wettbewerben einzusetzen - und PS-starker Konkurrenz den dünnen Auspuff zu zeigen. Zuschaltbarer Allradantrieb, kurze Karosserieüberhänge und eine Technik ohne jeden Komfort-Speck bieten beste Voraussetzungen dafür.
Für die GesundheitUnd auch der Suzuki Jimny bleibt der Tradition treu. Allerdings verschont er die Bandscheiben vor derben Tritten, wie sie die ehemals blattgefederten Starachsen auf scheinbar topfebener Straße austeilen konnte. Heute bescheren Schraubenfedern alltagstauglichen Komfort. Auch ABS, Airbags für Fahrer und Beifahrer, Servolenkung elektrische Fensterheber und eine Klimaanlage finden sich in der aktuellen Ausstattungsliste. Trotzdem kann der Jimny immer noch einiges einstecken. Tiefe Schlaglöcher vernachlässigter Anwohnerstraßen bringen ihn jedenfalls nicht aus der Ruhe. Schließlich steckt unter dem Blech ein solider Rahmen, der für Abenteuer über Stock und Stein entwickelt wurde.
Minimax PrinzipUnübertroffen bleibt für einen Offroader die Handlichkeit im Stadtverkehr und in unwegsamem Gelände. Ganze 9,8 Meter beträgt der Wendekreis. Bei gerade mal 3,65 m Länge dürfen dafür an die Platzverhältnisse keine allzu großen Ansprüche gestellt werden. Weder Sitze noch Kofferraum ( 113 Liter) sind über das Bonsai-Format hinausgewachsen. Umso erstaunlicher, dass auch groß gewachsene Zeitgenossen problemlos Platz finden. Die beiden umklappbaren Sitze im Fond dürften allerdings höchstens Kinder begeistern. 15-Zoll-Felgen mit 205er Bereifung lassen den Offroad-Zwerg dafür von weitem ziemlich erwachsen aussehen. Nur, dass er kaum größer wird, wenn man sich ihm nähert.
Moderne ZeitenIm Juni beginnt für den Jimny eine neues Zeitalter. Moderne Common-Rail-Dieseltechnik von Renault hält unter der Haube Einzug. Aus 1,5 Litern Hubraum entwickelt der Selbstzünder 65 PS (48 kW). Das reicht für 134 km/h Spitze. Das maximale Drehmoment von 160 Nm wird bei 2.000 Umdrehungen mobilisiert. Ausreichend Durchzugskraft bei mittleren Drehzahlen ist also vorhanden, zumal der Turbodiesel ohne große Verzögerungen auf das Gaspedal anspricht. Extreme Steigungen bis 42 Grad lassen sich im Gelände mit einer zuschaltbaren Geländeuntersetzung meistern. Von null auf 100 km/h nimmt sich der Jimny TD jedoch über 21 Sekunden Zeit. Doch das tut dem Fahrspaß keinen Abbruch. Im Stadtverkehr schwimmt der Selbstzünder problemlos mit. Für lange Autobahnetappen gibt es dagegen sicherlich geeignetere Fahrzeuge. An der Zapfsäule begnügt sich der Diesel-Jimny mit durchschnittlich 6,1 Litern. Auch der Preis (15.530 €) reißt keine allzu großen Löcher in die Kasse.
Fazit: Es soll Sie ja noch geben, Zeitgenossen, die ihr Geld einfach für Spaß ausgeben. Sie könnten im Jimny einen pfiffigen Kameraden finden. Zumal das kleine Offroad-Vergnügen nun wirklich nicht die Welt kostet.
planbar.de, Holger Schilp