Trajet 2.0 GLS: Fahren wie die Kicker
Hyundai präsentiert in diesen Tagen einen behutsam überarbeiteten Trajet. Der siebensitzige Van bietet nun mehr Sicherheit und Komfort - und ein neues Basistriebwerk mit 140 PS.
Für die halbe MannschaftHyundai ist Hauptsponsor der Fußball EM 2004 in Portugal und der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Dort werden dann 800 Trajet als Shuttle-Fahrzeuge im Einsatz sein. Vorsorglich schickten die Koreaner ihren Van schon jetzt ins Trainingslager. Auffälligste Neuerung: Das Frontdesign mit einem weniger barock wirkenden Chromgrill und Scheinwerfer mit Klarglasabdeckungen. Auch das Heck zieren nun markante Leuchten im selben Look.
Geräumiger TransporterSelbst in der dritten Reihe reisen Erwachsene bequem. Alle sieben Einzelsitze bieten dem Körper ausreichend Halt, die hinteren Plätze sind bequem erreichbar. Seit der Modellpflege präsentiert sich der Innenraum in freundlicheren Grautönen. Details wie die beleuchteten Schminkspiegel zeigen, dass die Koreaner mehr als nur ein Fortbewegungsmittel bieten wollen. Mit voller Bestuhlung bleiben 304 Liter für das Gepäck. Werden die hinteren beiden Reihen entfernt, vergrößert sich der Stauraum auf über 2,7 Kubikmeter. Genug Platz also für jede Menge Trainingsbälle.
Mit Leistung sparenNeben dem bekannten V6-Triebwerk (173 PS/ 127 kW) und dem bewährten 2,0-Liter-Common-Rail-Turbodiesel (113 PS/ 83 kW) gibt es nun einen neuen Basismotor. Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner (140 PS/ 103 kW) ist die günstigste Möglichkeit, Trajet zu fahren. Preis: ab 23.050 €. Im Schnitt genügen 8,7 Liter Normalbenzin je 100 Kilometer. Das ist über ein halber Liter weniger als beim geringfügig schwächeren Vorgängertriebwerk. Hier zahlt sich die aufwändige Technik mit variabler Ventilsteuerung aus.
Immer mit der RuheIn der Praxis geht dem Vierzylinder aber an Autobahnsteigungen schnell die Luft aus. 1,8 Tonnen Fahrzeuggewicht sind eben eine harte Nuss, wenn maximal 184 Nm Drehmoment erst bei 4.500 Umdrehungen bereit stehen. Mit etwas Geduld und Anlauf werden 183 km/h Spitze erreicht. Besser gefällt der Basismotor in der Stadt und auf Landstraßen. Der Sprint von null auf 100 km/h in 12,6 Sekunden ist für ein Fahrzeug vom Kaliber des Trajet nämlich durchaus flott. Zudem kann ein früher Griff zum Schalthebel die Durchzugsschwäche etwas kompensieren. Fahrkomfort und Handlichkeit brauchen den Vergleich mit einer Limousine nicht scheuen. Brav folgt der Van dem Lenkeinschlag. In zu schnell angegangenen Kurven schiebt der Fronttriebler gutmütig Richtung Kurvenrand und baut dabei überschüssiges Tempo ab.
Günstiger EinstiegDer Trajet 2.0 GLS bietet sieben Sitze, Bordcomputer und eine Klimaautomatik. Zur Sicherheit verfügt nun auch der mittlere Sitz der zweiten Reihe über einen Dreipunktgurt. Für Fahrer und Beifahrer gibt es Front- und Seitenairbags. Window-Airbags, Bremsassistent oder ein elektronisches Stabilitätsprogramm sind allerdings selbst gegen Aufpreis nicht verfügbar. Die Liste der Extras beschränkt sich auf ein Lederausstattungspaket mit getönten hinteren Scheiben (1.650 €) und ein elektrisches Glas-Schiebedach (750 €). Den Geldbeutel der Käufer schont auch die dreijährige Neuwagengarantie ohne Kilometerbegrenzung.
Fazit: Viel Platz, solide Verarbeitung und ansprechender Komfort - zum fairen Preis. Nur der durchzugsschwache Benzinmotor passt beim Trajet 2.0 GLS nicht so recht ins Bild. Bessere Alternative ist in jedem Fall der Diesel 2.0 CRDi. Doch der kostet auch 2.250 € mehr.
planbar.de, Holger Schilp