206 HDI FAP 110: Klein, stark und sauber
Keine Modellreihe mehr ohne HDI-Turbodiesel mit Rußfiltertechnik FAP. Peugeot steht mit diesem Versprechen bei der Kundschaft in der Pflicht - und macht ernst. Jetzt bekommt auch der kleine 206 einen sauberen Turbodiesel spendiert.
Nicht nur sauberWährend deutsche Hersteller immer noch zaudern, hat PSA Peugeot/Citroen in den vergangenen Jahren bereits 700.000 Dieselmotoren mit Rußpartikelfilter produziert. Zehn Prozent davon rollen über deutsche Straßen. Die FAP-Technik (Filtre à Particules) fischt die unter Krebsverdacht stehenden feinen Rußpartikel aus dem Abgas. In einem porösen, mit Edelmetall beschichteten Keramikzylinder wird der Ruß gesammelt und unter Zugabe eines Additivs verbrannt, bevor der Filter verstopfen kann. Selbst ein Taschentuch, das bei laufendem Motor an das Auspuffende gehalten wird, bleibt sauber. Inzwischen erfüllt der FAP-Diesel auch die strenge Abgasnorm Euro 4.
Für groß und kleinJüngstes FAP-Triebwerk ist der 1,6-Liter-HDI mit 109 PS (80 kW). Der Vierzylinder ist kräftig genug, um auch den großen Familienvan 807 anzutreiben. Mit dem Peugeot 206 hat der Turbodiesel leichtes Spiel. 190 km/h Spitze und 11,1 Sekunden von null auf 100 km/h Spitze ermöglichen einen flotten Fahrstil. Noch beeindruckender: Der Zwischenspurt von 80 km/h auf 120 km/h in 11 Sekunden. Selbst der 2,0-Liter-Benziner mit 136 PS (100 kW) hat da keine Chance. Für den kräftigen Antritt sorgen 240 Nm Drehmoment bei 1.750 Umdrehungen, die per Overboost kurzfristig auf 260 Nm erhöht werden können. Bescheiden gibt sich der kleine Saubermann erst an der Tankstelle. 4,8 Liter reichen im Schnitt. Wird die gebotene Leistung in Fahrspaß umgemünzt, muss mit zwei bis drei Liter Expresszuschlag gerechnet werden. Von außen gibt sich der kleine Powerdiesel mit einem roten "i" im HDI-Schriftzug zu erkennen.
Stark gespartBei einer ersten ausgiebigen Testfahrt durch die hügelige Pfalz präsentiert sich der HDI FAP 110 als entspannter Begleiter. Im fünften Gang schnürt er gelassen über die kurvigen Landstraßen, Steigungen werden eher beiläufig zur Kenntnis genommen. Mit zunehmendem Tempo tritt das gedämpfte Dieselbrummen immer mehr in den Hintergrund. Wer den Sportler in sich entdeckt, freut sich über eine zielgenaue Servolenkung und ein sicheres Fahrwerk. Für Notfälle ist das elektronische Stabilitätsprogramm ESP serienmäßig an Bord. Die Elektronik greift spät und unauffällig, aber mit Nachdruck ein. Trotz straffer Abstimmung bleiben die Passagiere von den Sünden der Straßenbauer weitgehend unbehelligt. Schlechtes Pflaster entlarvt jedoch die gelassene Art, mit der Franzosen Autos produzieren. Auch nach 4,3 Millionen produzierten Exemplaren konnte Peugeot - zumindest beim Testwagen - noch nicht alle Kabel hinter dem Armaturenbrett zum Schweigen bringen. Die Kunden stört das anscheinend weniger. Seit 2001 ist der Peugeot 206 hierzulande der Importwagen Nr. 1.
Wie ein GroßerGut zum sportlichen Charakter passt die Ausstattungsvariante Tendance, mit der unser Testwagen ausgerüstet ist. ESP, sechs Airbags, Bremsassistent, CD-Radio, und 15-Zoll-Leichtmetallfelgen sind serienmäßig. Lederlenkrad, Sportsitze und weiß hinterlegte Instrumente runden das Paket ab. Damit präsentiert sich der 206 HDI FAP 110 bereits recht erwachsen. Das gilt allerdings auch für den Preis von 16.400 €. Eine Klimaanlage kostet nochmals 1.100 € extra. Dennoch ist der kleine Peugeot das günstigste Fahrzeug mit Rußpartikel-Filtertechnik auf dem deutschen Markt. Alternativ ist das Triebwerk auch für den flotten Lifestylekombi 206 SW im Programm. Hier reicht die Preispalette von 17.800 € bis 20.300 €. Mit der neuen Motorisierung soll der Dieselanteil beim 206 von 12 Prozent auf über 20 Prozent steigen. Schnell entschlossene Kunden können sich einen Teil der Anschaffungskosten für den 206 HDI FAP 110 vom Fiskus wiederholen: Wer noch dieses Jahr einen Euro 4-Diesel kauft, ist bis Ende 2005 von der Kfz-Steuer befreit.
Fazit: Endlich kommt der erste Kleinwagen mit Rußpartikelfilter auf den Markt. Danke Peugeot. Schließlich gefährdet nicht nur Zigarettenrauch die Gesundheit.
planbar.de, Holger Schilp