C2 1.6i VTR: Mit gebremstem Schaum
Wenn 109 PS auf ganze 3,66 m Fahrzeuglänge treffen, verspricht das eine amüsante Geschichte zu werden. Wir haben den Citroen C2 1.6i VTR deswegen zum Test gebeten.
Ungleiche BrüderAus eins mach drei. Für Citroen kein Problem. Nach C3 und Pluriel ist der C2 das dritte, höchst unterschiedliche Mitglied einer Modellfamilie. Mit 3,66 m ist der jüngste zugleich der kürzeste Spross. Dennoch riskiert er mit seinem mächtigen Kühlergrill eine ziemlich dicke Lippe. Zum unverwechselbaren Individualist macht ihn schließlich seine seitliche Zickzack-Fensterlinie. Inzwischen kann Citroen niemand mehr vorwerfen, langweilige Autos zu bauen.
Power-ZwergOptisch ist der C2 ein richtiges Kraftpaket. Dafür sorgen ausgestellte Radhäuser vorne und mächtige Kotflügelbacken am Heck. Bei der getesteten Topversion füllt zudem 16-Zoll-Bereifung die Radkästen. Innen geht die Sportschau weiter: Lederlenkrad und Sportsitze, die auch in schnellen Kurven ordentlich Halt geben, gibt es serienmäßig. Damit der C2 VTR nicht nur schnell aussieht, tritt der Testwagen mit 109 PS (80 kW) in den Ring. 14.250 € verlangt Citroen für den City-Sportler.
Immer AutomatikDas Armaturenbrett ist bei allen Citroen-Kleinwagen gleich. In der Mitte gibt es die Digitalanzeige für die Geschwindigkeit, der Drehzahlmesser spannt sich in einem großen Bogen darüber. Ein ungewöhnliches Design, das jedoch in der Praxis problemlos funktioniert. Gleiches würden wir gerne auch vom automatisierten Schaltgetriebe Senso Drive berichten, das im C2 1.6i VTR serienmäßig ist. Für die Gangwechsel und die Betätigung der Kupplung sind elektrische Stellmotoren zuständig. Wahlweise vollzieht sich der Gangwechsel vollautomatisch, oder der Fahrer bestimmt, wann geschaltet wird. Dazu genügt ein kurzer Zug an den Schaltpaddeln hinter dem Lenkrad oder ein leichtes Antippen des Schalthebels auf der Mittelkonsole.
AusgebremstSo lange der Fahrer ruhig Blut bewahrt, liefert Senso Drive passable Ergebnisse. Die automatischen Schaltvorgänge erfolgen weich und sind besonders im Verkehrsgewühl der Stadt eine echte Wohltat. Soll der Vierzylinder jedoch zeigen, was in ihm steckt, wird er regelmäßig ausgebremst. Oft zögert die Elektronik, welcher Gang es denn nun sein soll. Auch kuppelt die Technik mitunter recht ruppig ein. Manuelle Gangwechsel lindern die Symptome etwas, doch perfekt ist etwas anderes. Und so fällt auch der Spurt von null auf 100 km/h mit 11,9 Sekunden nicht so flott aus, wie es die Motorleistung zunächst vermuten lässt. Erst auf der Autobahn kann sich das Triebwerk mit bis 195 km/h Spitze frei entfalten. Bei Bleifußetappen schnellt der Verbrauch von normalerweise sieben auf bis zu elf Liter in die Höhe.
KurvenfegerNormalerweise ist der C2 mit einem Wendekreis von nur 9,6 Metern ein echter Parkplatzkönig. Beim VTR steigt der Platzbedarf durch die üppigere Bereifung jedoch auf elf Meter - Mittelklasseniveau. Dennoch ist der C2 mit seinem kurzen Radstand ein quirliges Kerlchen. Die Lenkung ist straff, präzise und beim lustigen Kurventanz eine prima Hilfe. Doch wer es dort übertreibt, macht bald Bekanntschaft mit dem Stabilitätsprogramm ESP. Auf plötzliches Gaswegnehmen in Kurven reagiert der Stadtflitzer nämlich mit Heckschwenks, die von der Elektronik allerdings sicher kontrolliert werden. Front-, Seitenairbags sowie ein Bremsassistent komplettieren das umfangreiche Sicherheitspaket. Kopfairbags kosten 200 € extra. Zur Serienausstattung gehören auch elektrische Außenspiegel und Fensterheber, eine Funk-Zentralverriegelung und ein Bordcomputer. Klimaautomatik gibt es im Paket mit Regensensor, Scheinwerfer-Einschaltautomatik und einer Sonnenschutz-Windschutzscheibe für 1.590 €. Highlight der Optionsliste ist ein Navigationssystem (2.780 €) mit Farbmonitor.
Klappt besserEin Kleinwagen soll vor allem pfiffig und praktisch sein. Dazu hat sich Citroen einiges einfallen lassen: So ist die Heckklappe zweigeteilt. Durch die separat öffnende Scheibe lassen sich die Einkaufstüten auch in den Kofferraum (166 l) bugsieren, wenn der C2 direkt vor einer Straßenlaterne parkt. Reicht der Spalt zwischen Rückenlehne und Heckklappe nicht, so kann jeder der beiden einzelnen Rücksitze mit einem Hebel um bis zu zehn Zentimeter nach vorn geschoben werden (244 l). Oft reicht es, die Lehne etwas steiler zu stellen. Für maximales Platzangebot (879 l) werden die Sitze umgeklappt. Hierbei hilft eine praktische Gasdruckfeder. Allerdings funktioniert das nur, wenn der Vordersitz nicht ganz nach hinten geschoben ist. Ein nettes Detail für die Optik, sind transparente Türgriffe, die farblich zum jeweiligen Stoffdesign passen.
Fazit: Senso Drive und der große Wendekreis schmälern das Vergnügen mit dem kleinen Kraftpaket. Davon abgesehen ist der C2 1.6i VTR ein flotter Kleinwagen zum fairen Preis, der im Alltag mit durchdachten Details überzeugt.
planbar.de, Holger Schilp