Panda 1.3 multijet: Kuschelbär mit Dieselherz
Der neue Panda ist ein schnuckeliges Kerlchen, das von der internationalen Fachpresse als "car of the year 2004" ausgezeichnet wurde. Nun schlägt unter seiner Haube erstmals ein Dieselherz. Der Panda 1.3 Multijet 16V rollt zu Preisen ab 11.390 € zu den Händlern.
Auf TempojagdAuf der Autobahn kennt der Diesel-Panda kein Halten. Er rennt laut Tacho auch ohne Gefälle und Rückenwind über 180 km/h. Nicht schlecht für 70 PS (51 kW). Offiziell gesteht Fiat dem Common-Rail-Turbodiesel allerdings zwanzig Stundenkilometer weniger zu. Bei aller Kraftanstrengung schnurrt der Vierzylinder leise und ist kaum aus dem Konzert von Wind- und Abrollgeräuschen herauszuhören.
Übersicht behaltenDoch schon die nächste Autobahnabfahrt zeigt: der Kleine ist nicht der richtige Partner für sportive Fahrer. Mit starker Seitenneigung und unwillig quietschenden Reifen geht es Richtung Stadt. Dort fühlt sich der Panda mit seiner eckigen und großzügig verglasten Karosserie besonders wohl. Die hohe Sitzposition mit viel Luft über dem Scheitel verschafft beste Übersicht. Per Knopfdruck schaltet die Dualdrive Servolenkung in den City-Modus. Dann lässt sich der kleine Italiener mit dem kleinen Finger in winzigste Parklücken dirigieren. Unsichere Naturen leitet optional eine akustische Einparkhilfe.
Karriere-TypDas Diesel-Bärchen beschleunigt an der Ampel kraftvoll, ohne in ein Turboloch zu fallen. Mit 13 Sekunden ist auch der Sprint von null auf 100 km/h flott erledigt. In der Praxis stört es also kaum, dass der Vierzylinder im Panda nur 145 Newtonmeter mobilisieren darf; die allerdings bereits bei 1.500 Umdrehungen auf die Kurbelwelle drücken. In den Fiat Modellen Punto, Stilo und Doblò sowie einigen Opel Modellen stehen 180 Nm bei 1.750 U/min bereit. Der Panda-Motor wurde schwächer ausgelegt, um das vorhandene Getriebe nutzen zu können. Das Triebwerk ist die erste gemeinsame Neukonstruktion von Fiat GM Powertrain - dem Joint Venture zwischen Fiat Auto und General Motors.
Hightech-SparerMit einem Normverbrauch von 4,3 Litern ist der Panda 1.3 Multijet 16V ein großes Spartalent. Ladeluftkühler, Vierventiltechnik und eine Common-Rail-Einspritzung der modernsten Generation (1.400 bar Druck) schaffen hierfür die Voraussetzung. Das Hightech-Triebwerk bietet bei geringerem Hubraum mehr Leistung und Drehmoment als seine Wettbewerber. Statt einem empfindlichen Zahnriemen kommt eine Steuerkette zum Einsatz. Bis auf den Ölwechsel alle 30.000 Kilometer, ist der Vierzylinder deshalb absolut wartungsfrei.
Kleiner LuxusFiat bietet den Panda mit Dieselmotor nur in Verbindung mit den gehobenen Ausstattungsversionen Dynamic (11.390 €) und Emotion (13.550 €) an. Schon die günstigere Variante verfügt über Front- und Seitenairbags vorn, ABS, elektrische Fensterheber vorn, Servolenkung, Zentralverriegelung und Bordcomputer. Klimaanlage, CD-Radio, 14-Zoll-Alufelgen, beheizbare Außenspiegel, Funk-Zentralverriegelung und Dachreling bietet die Topversion. Optional sind Kopfairbags, ESP, Parksensoren und eine längs verschiebbare Rückbank im Angebot. Wird das über die ganze Fahrzeuglänge reichende Glasschiebedach Sky Dome geordert, kommt fast schon Cabrio-Feeling auf.
Praktisch wie der UrahnAllen Panda gemeinsam ist das clevere Raumkonzept. In dem nur 3,54 m langen Fünftürer finden vier Personen bequem Platz. Selbst massige Nordeuropäer reisen auf den großzügig bemessenen Polstern noch komfortabel. Im Heck verschwinden mit der verschiebbaren Rückbank zwischen 206 und 235 Liter Gepäck. Bis zum Dach gestapelt sind es sogar 860 Liter.
Fazit: Einer für alle. Bei Fiat macht ein Triebwerk Karriere. Der 1,3-Liter-Vierventil-Turbodiesel ist kultiviert, kräftig und sparsam. Mit ihm unter der Haube, hat selbst der kleine Panda das Zeug zum Kilometerfresser.
planbar.de, Holger Schilp