Mazda B-Serie: Für den Cowboy in dir
Wenn das Abenteuer ruft, antwortet Mazda mit dem B2500. Der robuste Pickup ist in seiner Allradversion wesentlich geländegängiger als beispielsweise der moderne SUV Tribute. Mit einer dezenten Modellpflege startet der Japaner ins Modelljahr 2005.
Auf den zweiten BlickVon außen werden nur Profis den Unterschied erkennen: Blinker in Klarglasoptik und neue 16-Zoll-Aluminiumfelgen. Innen gibt sich die B-Serie mit dunkleren Stoffbezügen und hell unterlegten Zifferblättern deutlich modischer. ABS, Front- und Seitenairbags sorgen für Sicherheit. Das gefällt auch dem Großstadtcowboy.
Drei für alle FälleWie bislang gibt es den Pickup mit drei unterschiedlichen Passagierabteilen, die bis zu fünf Personen Platz bieten. Die kleine Einzelkabine (18.100 €) hat mit 2,28 m die größte Ladefläche im Rücken. Sie verfügt über Heckantrieb und einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel mit 84 PS (62 kW). Neben der XL-Cab (26.050 €) für fünf Personen ist die L-Cab (22.950 €) sicherlich die interessanteste Variante im Modellprogramm. Als erstes Fahrzeug präsentierte sie die gegenläufig öffnenden Schmetterlingstüren, mit denen momentan der Wankel-Sportwagen RX8 für Furore sorgt. Hinter den Vordersitzen finden sich zwei hochklappbare Sitzpolster, auf denen es Kinder auch mal eine längere Strecke aushalten können. Sonst lässt sich dort eine Menge Gepäck verstauen.
Ein ganzer KerlDie Vier- und Fünfsitzer verfügen über den stärkeren Turbodiesel mit 109 PS (80 kW) und zuschaltbaren Allradantrieb mit Gelände-Untersetzung. Hinzu kommt ein Differenzial an der Hinterachse, das über eine Sperrwirkung von maximal 33 Prozent verfügt. Bei aktiviertem Allradbetrieb gelangt jeweils die Hälfte der Kraft zur Vorder- und Hinterachse. Im Heck kommt eine massive Starrachse zum Einsatz, die den 1,25 Tonnen Zuladung gewachsen ist. Der B2500 ist also ein richtiger Lastesel, der bis zu 2,8 Tonnen an den Anhängehaken nehmen darf. Ein prima Partner also für alle, die regelmäßig ein schweres Boot oder einen Pferdeanhänger ziehen müssen.
Neue ErfahrungenWas positiv auffällt, ist die erhabene Sitzposition. Wie bei einem Pkw sind die Beine nach vorne gestreckt, das Lenkrad liegt gut zur Hand. Damit sind die Gemeinsamkeiten jedoch erschöpft. Während ein moderner Pkw spielerisch leicht über die Straße tanzt, muss der B2500 mit Nachdruck durch die Kurven geschoben werden. Geländetaugliche Bereifung, der hohe Schwerpunkt, lange Schaltwege und eine indirekte Lenkung, wie man sie für Offroad-Touren braucht, summieren sich zu einem schwerfälligen Fahrgefühl. Bei offenem Fenster unterstützt das kraftvoll fauchende Triebwerk den Eindruck, ein Nutzfahrzeug zu bewegen. Selbst die Fahrt zum Discounter um die Ecke wird so zum kleinen Abenteuer.
Immer weiterDie Frage lautet nicht wie schnell man mit dem B2500 ankommt. Vielmehr geht es darum, dorthin zu kommen, wo andere bereits schlapp machen. Im Gelände gelingen Flussdurchfahrten von bis zu 45 Zentimetern Tiefe. Mit Geländeuntersetzung meistert der B2500 Sandpassagen genauso wie steile Hänge (Böschungswinkel vorne/hinten : 35/28 Grad). Einzig der lange Überhang am Heck erweist sich in Extremsituationen als hinderlich. Auf mit Schlaglöchern übersäten Schotterpisten erweist sich die Fahrwerksabstimung erstaunlich komfortabel. Kurze Bodenwellen auf Asphalt mag die starre Hinterachse jedoch gar nicht. Teils kräftige Stöße zeugen vom Unmut über das langweilige Stadtleben. Auf Asphalt geht es in 23,1 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 147 Stundenkilometern erreicht.
Europa abgehängt Weltweit konnte Mazda von der B-Serie bislang über 3 Millionen Exemplare absetzen. Doch nur gut 93.000 davon fanden den Weg nach Europa. In Deutschland wurde die Mischung aus LKW und Pkw in mehr als zehn Jahren sogar nur 4.730 mal verkauft. Wichtigster Markt war mit 17.539 Fahrzeugen Griechenland. Daran dürfte auch das jüngste Facelift nur wenig ändern.
Fazit: Mit dem Mazda B2500 weht ein Hauch von Abenteuer durch den Alltag. Der japanische Pickup bietet ein unverwechselbares Fahrerlebnis - fernab langweilig perfekter Pkw-Autokultur.
planbar.de Holger Schilp