Ford Focus RS: Mit aller Kraft nach vorn

Köln, 4. Juli 2008 - Was für Opel die OPC-Modelle sind, sind für Ford die Fahrzeuge mit dem Kürzel RS. Bereits im Jahr 1970 bekam die erste Generation des Escort, auch "Hundeknochen" genannt, mit dem RS 1600 eine besonders leistungsstarke Version zur Seite gestellt. Bekannt wurde auch der Gruppe-B-Rallyeflitzer RS 200 aus dem Jahr 1983. Nun schickt sich Ford an, mit dem neuen Focus RS die legendären zwei Buchstaben wiederzubeleben.

Premiere in London
Nachdem bereits vor einiger Zeit Erlkönigfotos von Tests auf dem Nürburgring veröffentlicht wurden, lüften die Kölner nun das Geheimnis und zeigen die Serienversion, wie sie Ende Juli 2008 auf der London Motor Show enthüllt werden wird. Einzig kleinere Details könnten nach Herstellerangaben noch bis zum Produktionsbeginn geändert werden.

Motor mit Leistungsdruck
Unter der Haube des Focus RS arbeitet eine leistungsgesteigerte Version des 2,5-Liter-Fünfzylinders mit Turbo aus dem Focus ST. Im RS leistet der aufgeladene Motor 300 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 410 Newtonmeter. Erzielt wurde das Leistungsplus von 75 PS durch Feintuning. So hat Ford den Zylinderkopf im Detail überarbeitet, ebenso das Ansaug- und Auspuffsystem. Neu ausgelegt wurden die Steuerzeiten der beiden obenliegenden Nockenwellen. Für die Beschleunigung des Focus RS auf 100 km/h wird ein Wert von unter sechs Sekunden angekündigt.

Neue Vorderachse
Die Ford-Entwickler legten besonderen Wert auf eine gute Traktion. Zwar wurde hierfür auch ein Allradantrieb in Betracht gezogen, allerdings wollte man das daraus resultierende Mehrgewicht vermeiden. Aus diesem Grund bleibt der Focus RS ein Fronttriebler. Um dennoch ein sportliches und sicheres Fahrverhalten zu erreichen, besitzt der RS eine so genannte "Revo"-Vorderachse, die in Zusammenarbeit mit dem Ford-Forschungszentrum in Aachen neu entwickelt wurde. Mit einer Differenzialsperre der britischen Firma Quaife sollen die auf die Lenkung einwirkenden Antriebskräfte reduziert werden. Zugleich wurde die Spur um 40 Millimeter verbreitert und die Federn und Dämpfer modifiziert.

Vergrößerte Bremsanlage
Für die Sicherheit sorgt eine üppiger dimensionierte Bremsanlage. Bei den Vorderrädern kommen innenbelüftete Scheiben mit 336 Millimeter Durchmesser zum Einsatz, hinten sind es 300-Millimeter-Scheiben. 19 Zoll große Leichtmetallräder mit 235er-Bereifung gewähren einen freien Blick auf die Bremssättel.

Karosserie mit Klavierlack
Auffällig ist die spezielle Lackierung in einem leuchtenden Hellgrün-Metallicton. Damit möchte Ford den Bogen zu der grünen Farbgebung des Ford Escort RS 1600 spannen. Kontraste zur Außenfarbe setzen zahlreiche in glänzendem schwarzen Klavierlack gehaltene Karosserieteile. Hierzu gehören unter anderem eine Zierleiste am vorderen Rand der Motorhaube und die Gehäuse der Außenspiegel. Größer dimensionierte Radhäuser bieten der üppigeren Serienbereifung Platz und erlauben eine verbreiterte Spur. Mit einem RS-Emblem wurden die dreieckigen Lüftungsöffnungen hinter den vorderen Radkästen versehen. Nicht nur zu Showzwecken befinden sich in der Motorhaube zwei Lüftungsschlitze, sie dienen der Kühlung des Triebwerks. Im neu gestalteten vorderen Stoßfänger des Focus RS finden sich verchromte Xenon-Scheinwerfer in matt-schwarzen Gehäusen.

Großes Flügelwerk am Heck
Die Heckansicht des kompakten Sportlers wird durch einen Diffusor, den so genannten Venturi-Tunnel, geprägt. Markantestes Erkennungsmerkmal des Super-Focus ist ein zweiteiliger Heckspoiler oberhalb des Heckfensters. Er soll auf die Rallye-Erfolge des Ford Focus RS WRC hinweisen.

Sportlichkeit im Innenraum
Im Interieur setzt sich die sportliche Ausrichtung fort, allerdings nicht so auffällig wie außen. So finden sich im Focus RS Recaro-Sportsitze. Die Farbe der mit Ledereinsätzen im Elfenbein-Ton sowie RS- und Recaro-Logos akzentuierten Sitze wird dabei auf die Außenlackierung des Fahrzeugs abgestimmt. Desweiteren finden sich im Cockpit Details aus gebürstetem Aluminium wie auch in Kohlefaser- und Metalloptik. Drei oberhalb der Mittelkonsole positionierte und auf den Fahrer ausgerichtete Zusatzinstrumente, zu denen unter anderem eine Ladedruckanzeige gehört, runden die sportliche Atmosphäre im Innenraum ab.

Marktstart Anfang 2009
Auch wenn es die Optik des Fahrzeugs nicht suggeriert: Die neue RS-Version des Focus läuft parallel zu allen anderen Focus-Varianten im Werk in Saarlouis vom Band. Die Markteinführung des kompakten Kraftpakets ist für den Jahresanfang 2009 vorgesehen, Details zum Preis hat Ford noch nicht bekannt gegeben.

Freitag Juli 4

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