Primera 2005: Mehr drin, mehr dran
Nissan spendiert seiner Mittelklasselimousine Primera nach zwei Jahren eine dezente Modellpflege. Mehr Sicherheit und Komfort, lautet die Devise. Alle Varianten sind nun serienmäßig mit einer Rückfahrkamera ausgestattet! Das Modelljahr 2005 rollt im August 2005 zu den Händlern. Preis: ab 17.990 €.
Der IndividualistAn der auffälligen Linienführung des Primera wurde nichts geändert. Sie ist laut Nissan das wichtigste Entscheidungskriterium für die Käufer des Primera. In der Tat sticht besonders die Limousine aus dem Feld der Wettbewerber hervor. Front, Heck und Fahrgastzelle verschmelzen mit einem Mix von scharfen Kanten und weich gewölbten Flächen zu einer Einheit. Monosilhouette nennen die Japaner das.
Feine DetailsInnen präsentiert sich der Primera spürbar gereift. Neue Sitzbezüge und Türverkleidungen, zusätzlicher Chromschmuck und ergonomisch optimierte Griffe und Schalter machen den Aufenthalt angenehmer. Die Hände greifen nach einem neu designten Lenkrad mit Multifunktionstasten, die je nach Ausstattungsversion sogar die Bedienung des Handys ermöglichen. Richtig praktisch ist die serienmäßige Rückfahrkamera, deren Bild auf dem zentralen Monitor in der Mittelkonsole erscheint. Zentimeter genaues Rangieren ist damit problemlos möglich. Auch Kinder, die sonst unbemerkt hinter dem Fahrzeug spielen, werden geschützt. Ungewohnt ist nur, dass der Blick beim Rückwärtsfahren nun nach vorne gerichtet ist.
Pralle AusstattungBewährt hat sich auch das von Nissan entwickelte N-Form-Bedienelement unter den wiederum zentral angeordneten Rundinstrumenten, die beim Starten in drei Helligkeitsstufen eingeschaltet werden. Mit wenigen Drucktasten, einem kleinen Joystick und zwei großen Drehreglern lassen sich von der Klimaanlage über das CD-Radio bis zum optionalen DVD-Navigationssystem - serienmäßig ab acenta plus (20.500 €) - alle wichtigen Funktionen regeln. Die "plus"-Ausstattungsvarianten bieten dank praller Zubehörpakete je nach Karosserievariante und Motorisierung einen Preisvorteil von bis zu 4.300 €. Doch schon die Basisversion visia ist mit Klimaautomatik, Rückfahrkamera, elektrischen Helfern für Fenster, Türen und Spiegeln üppig ausgestattet. Das Sicherheitspaket umfasst acht Airbags und ABS mit Bremsassistent. Angesichts der Ausstattungsfülle verwundert es nur, dass Nissan ausgerechnet beim elektronischen Stabilitätssystem (550 € extra) geizt.
Technik gereiftUnter dem Blech legten die Techniker Hand an das Fahrwerk und die Lenkung. Federn und Dämpfer wurden etwas gestrafft. Die Servolenkung bietet beim Rangieren nun mehr und auf der Autobahn etwas weniger Unterstützung. Das fühlt sich gut an. Dennoch gibt es je nach Motorisierung Unterschiede zu vermelden. Die Motorenpalette umfasst Benzintriebwerke. Der 1,8-Litermotor leistet 116 PS (85 kW), das 2,0-Liter-Aggregat mit 140 PS (103 kW), das optional mit der stufenlosen CVT-Automatik verfügbar ist. Beim Diesel stehen der 1.9 dCi mit 120 PS (88 kW) vom Allianzpartner Renault und der hauseigene 2.2 dCi mit 139 PS (102 kW) zur Auswahl. Beide erfüllen nur die Schadstoffnorm Euro 3 und sind auch nicht mit einem Rußpartikelfilter erhältlich. Das soll sich erst im Laufe des nächsten Jahres ändern.
Solider EinstiegFür einen ersten Fahreindruck wählten wir den Basis-Benziner (ab 17.990 €) und den kleinen Turbodiesel (ab 19.990 €). Obwohl der Ottomotor nur vier PS weniger hat, trennen ihn Welten vom Selbstzünder. Dieseltypisch hat der bereits bei niedrigen Drehzahlen richtig Biss. Der Benziner braucht Drehzahl, um in Schwung zu kommen. Zudem liegt der 120 Kilogramm schwerere Diesel satter auf der Straße - und er hat die exaktere Schaltung. Gute Umgangsformen zeigen beide indem sie sich meist flüsterleise verhalten. Somit ist der Benziner vor allem für Wenigfahrer dennoch eine interessante Alternative. Immerhin kostet er 2.000 € weniger. Um das auszugleichen muss der Diesel bei einem recht geringen Verbrauchsvorteil von 5,7 Litern zu 7,4 Liter schon eine Menge Kilometer zurücklegen.
Fazit: Der neue Primera ist spürbar gereift und bietet besonders mit den "plus"-Paketen ein Menge Auto fürs Geld.
planbar.de, Holger Schilp