Kia Cerato: Sorgenloses Zusammenleben
Mit dem neuen Cerato wagt Kia einen neuen Vorstoß in die Golfklasse. Der Nachfolger des Shuma II bietet üppige Ausstattung zum kleinen Preis und ein außergewöhnliches Garantiepaket - sogar die Inspektionskosten für die ersten fünf Jahre sind darin enthalten.
Nimm zweiNeben dem in Deutschland sehr beliebten Steilheck kommt der Cerato alternativ mit klassischem Stufenheck auf den Markt. Kia hat beiden ein gefälliges, wenn auch unauffälliges Kleid geschneidert. Bei gleicher Ausstattung ist der Viertürer 500 € günstiger. Für alle Cerato gibt es zur Markteinführung bis Ende des Jahres das Service-Plus-Paket gratis: Kia spendiert darin eine auf fünf Jahre verlängerte Neuwagengarantie und übernimmt für diesen Zeitraum auch alle Inspektionskosten!
Viel drinFür die fünftürige Kompaktlimousine beginnt die Preisliste bei 14.100 €. Dafür gibt es den 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS (77 kW). Stärkere Alternative ist das 2,0-Liter-Aggregat mit 143 PS (105 kW) für 15.860 €. Dieselfreunde wählen den 2.0 CRDi mit 113 PS (83 kW) für 16.160 €. Schon die Basisversion LX glänzt mit fünf Türen, einer Klimaanlage sowie Front-, Seiten- und Window-Airbags, die in dieser Klasse noch kein Standard sind. Für die beiden 2,0-Liter-Triebwerke gibt es neben ABS und Bremsassistent auch eine Traktionskontrolle. Einziges Manko: Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP ist nicht lieferbar. Bei ersten Testfahrten zeigte sich jedoch, dass der Cerato auch ohne elektronische Fangleine in Extremsituationen gutmütig reagiert.
Noch mehr drin Bei der Topversion EX, die je nach Modell bis zu 1.970 € Aufpreis kostet, sattelt Kia nochmals drauf. Von der Alarmanlage über Bordcomputer, Klimaautomatik, Tempomat, Dämmerungssensor bis zur 16-Zollbereifung mit Alufelgen ist alles an Bord. Die Liste der Extras ist entsprechend kurz: Glasschiebedach, Teilleder-Ausstattung, Metalliclackierung und ein Automatikgetriebe. Wie man es von Kia inzwischen gewöhnt ist, präsentiert sich das Interieur solide verarbeitet. Dass die Qualität der Kunststoffe nicht ganz das Niveau der deutschen Premium-Konkurrenz erreicht, ist angesichts der Preisgestaltung zu verschmerzen. Dafür sind alle Bedienungselemente logisch platziert und gut zu erreichen.
Mal viel, mal wenigMit einer Länge von 4,34 m (Fünftürer) und 4,48 m (Stufenheck) stößt der Cerato schon an die obere Grenze der Kompaktklasse. Dennoch bietet er innen nicht mehr Platz als der 14 Zentimeter kürzere Golf. Das Gepäckabteil bescheidet sich gar mit mickrigen 228 Litern, die sich durch Umlegen der geteilten Rückbank auf bis zu 1.060 Liter erweitern lassen. Immerhin entsteht dann eine komplett ebene Ladefläche. Damit bleibt für die vierköpfige Familie mit viel Gepäck die Limousine (381 Liter) erste Wahl. Für Kopf, Beine und Schultern gibt es dagegen in beiden Versionen reichlich Platz. Das gilt auch für den Fond. Vorne reist es sich auf bequemen Polstern, die vielfältige Verstellmöglichkeiten erlauben. Das Lenkrad ist allerdings nur in der Höhe zu verstellen.
Mit Diesel sparenFür die ersten Testkilometer wählten wir den Cerato 2.0 CRDi EX mit Lederausstattung. Der Common-Rail-Turbodiesel mit Vierventiltechnik mobilisiert 245 Nm Drehmoment. Das ist angesichts der Konkurrenz eher wenig, dafür erfolgt die maximale Kraftentfaltung gleichmäßig zwischen 1.800 und 2.500 Umdrehungen. 113 PS (77 kW) ermöglichen den Spurt von null auf Tempo 100 in 11,5 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h. Kia verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 6 Litern. Allerdings läuft der Vierzylinder beim Beschleunigen nicht besonders leise. Bei der Fahrwerksabstimmung stand der Komfort im Vordergrund. In schnellen Kurven untersteuert der Cerato und bleibt damit problemlos beherrschbar.
Ehrgeiziges ZielBis zum Jahr 2010 plant Kia im Konzernverbund mit Hyundai zu den fünf größten Automobilherstellern weltweit aufzusteigen. Bei diesem Ziel spielt der neue Cerato eine wichtige Rolle. Schließlich tritt er im C-Segment an, auf das weltweit die meisten Zulassungen entfallen. So gesehen nimmt sich das Verkaufsziel von Kia bescheiden aus. 30.000 Cerato sollen bis Jahresende in Europa einen Käufer finden, zehn Prozent davon in Deutschland.
Fazit: Der neue Kia Cerato lockt nicht nur mit günstigen Preisen. Ihm gelingt auf Anhieb eine solide Vorstellung. Und das nicht nur im Vergleich zum glücklosen Vorgänger Shuma II.
planbar.de, Holger Schilp