Modus: Französischer Budenzauber

Modus: Französischer Budenzauber
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Nach Espace und Scénic kommt der Modus. Renault wendet das erfolgreiche Van-Konzept damit erstmals bei einem Kleinwagen an. Damit bis zu fünf Personen auf nur 3,79 Meter Fahrzeuglänge bequem reisen, griffen die Ingenieure tief in die Trickkiste.

Kleines Auto, große Ziele

Modus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Maß oder Maßstab. Damit ist klar, welche Rolle das kleine Raumwunder von Renault in seiner Fahrzeugklasse übernehmen soll. Die Franzosen planen im spanischen Werk Valladolid mit bis zu 300.000 Exemplaren pro Jahr. Unter dem Blech des Modus steckt die neue Kleinwagenplattform der Konzernpartner Renault und Nissan, die vergangenes Jahr mit dem Nissan Micra Premiere feierte. 2005 und 2006 folgen auf der gleichen Basis der neue Renault Clio und die Neuauflage des Twingo.

Willkommen in der Familie

Typisch Renault: senkrechtes Heck und ein markant geschnittenes Gesicht. Alle Benzin- und Dieseltriebwerke erfüllen die Euro-4-Schadstoffnorm. Sie leisten zwischen 75 PS (55 kW) und 112 PS (82 kW). Vier Ausstattungslinien stehen zur Wahl. Teuerste Variante ist der Turbodiesel 1.6 dCi Privilège. Inklusive Klimaanlage und CD-Radio kommt er auf 16.700 €. Das Basismodell 1.2 Authentique kostet 12.200 € und ist mit Funk-Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern und Bordcomputer ausgerüstet. ABS, Front-, Seiten- und Window-Airbags sowie Isofix-Kindersitzverankerungen sind immer serienmäßig. ESP ist nur beim 112 PS-Benziner an Bord, sonst verlangt Renault dafür 500 € extra. Doch auch ohne elektronische Fangleine überzeugt der Modus mit einem gutmütigen Fahrverhalten. Zur Beruhigung: Beim Euro NCAP Crashtest stellte der Modus mit der Maximalwertung von fünf Sternen eine neue Bestmarke für Kleinwagen auf.

Das ist die Höhe

Wie alle Vans überragt der Modus (1,59 m hoch) entsprechende Limousinen um gut eine Handbreit. Dennoch lautet die Frage: mehr Beinfreiheit oder Gepäck? Die "Triptic"-Rückbank lässt sich um 17 Zentimeter längs verschieben. Eins, zwei, drei, als wäre es Zauberei, wird dabei aus dem Fünf- ein Viersitzer. Der Trick: Mittlere Sitzfläche hochklappen, die beiden äußeren Plätze nach innen rutschen und dann nach hinten schieben. Im Fond gibt es jetzt genug Platz, um lässig die Beine übereinander zu schlagen. Zwischen Sitzpolster und Seitentür finden sich zwei Becherhalter. Allerdings ist das Gepäckabteil durch die Aktion von 274 Liter auf 198 Liter geschrumpft. Die Passagiere sitzen dicht am Mitteltunnel, was es erschwert, die Füße bequem unter den Vordersitz zu schieben. Großen Menschen drückt zudem die untere Kante der Kopfstützen in den Rücken. Um den maximalen Laderaum von 1.283 Liter zu nutzen, wird die Rückbank nach vorne geklappt. Dazu dürfen die Vordersitze aber nicht ganz nach hinten geschoben sein.

Über kurz oder lang

Viel Glas und die hohe Sitzposition lassen den Modus vorne eine ganze Nummer größer wirken. Schalter und Tasten liegen gut zur Hand und auch die mittig auf dem Armaturenbrett platzierten Digitalinstrumente sind bis auf den Drehzahlmesser gut ablesbar. Der spannt sich als schmaler Bogen über den Tacho, doch die Ziffern sind schlichtweg zu klein. Dass der Kleine auch für die große Reise taugt, unterstreichen großzügig bemessene Sitze, die solide Verarbeitung, der ausgewogene Federungskomfort und das niedrige Geräuschniveau. Fahrwerk noch Wind halten sich dezent zurück. Das gilt besonders für den sehr leisen und laufruhigen Common-Rail-Turbodiesel (86 PS/63 kW), dem Renault eine Extraportion Dämmmaterial spendierte. Der 1,6-Liter-Vierylinder hängt gut am Gas, läuft maximal 171 Stundenkilometer und begnügt sich mit durchschnittlich 4,5 Liter Diesel. Der 1,2-Liter-Basis-Benziner (75 PS/55 kW) ist mit 163 km/h Spitze nicht ganz so schnell, weniger durchzugskräftig und verbraucht auch 1,5 Liter Kraftstoff mehr - dafür spart er in der Anschaffung satte 2.000 €.

Jede Menge Extras

Zahllose Ablagen sowie ein geräumiges Handschuhfach präparieren den Modus für den Familienalltag. Für das Beladen in engen Lücken hat Renault die City-Klappe erfunden. Die Zusatzöffnung im Heck schluckt pralle Einkaufstüten und kleinere Koffer. Sie öffnet allerdings nur einen Spalt breit und taugt damit nicht als Sitzgelegenheit, wenn sportbegeisterte Städter ihre Inlineskates anziehen wollen. Neu ist auch der "Velofix" Fahrrad-Träger, der sich an speziellen Aufhängungspunkten am Heck montieren lässt. Zusammengelegt passt er in den Kofferraum. Optional gibt es so praktischen Luxus wie ein Navigationssystem, Xenon-Scheinwerfer, eine automatische Reifendruckkontrolle oder Licht- und Regensensoren. Ein Novum in dieser Klasse ist das Abbiegelicht, das bei langsamer Fahrt in die Kurve leuchtet. Die wichtigsten Extras sind in sechs Ausstattungspaketen zusammengefasst, die mit bis zu 430 € Preisvorteil locken.

Fazit: Der Modus bietet sehr viel Auto auf kleinem Raum. Daher trifft die Werbekampagne zur Markteinführung in Frankreich den Nagel auf den Kopf. Sie fragt: "Groß werden, wozu denn?".

planbar.de, Holger Schilp

 
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