- angemessener Vortrieb- niedriger Verbrauch, leise |
- für einen Kleinwagen sehr gut- ESP in allen Versionen serienmäßig |
- schickes Design, voraussichtlich 5 EuroNCAP-Sterne |
- geringe Kniefreiheit hinten, unpraktischer Kofferraum |
- günstiger als VW Polo |
- starker Preissprung zwischen Trend und Ghia/Titanium |
Niedrigeres Gewicht
Der Sparerfolg resultiert allerdings nicht nur aus verbesserter Motortechnik. Auch das Gewicht des Autos liegt immerhin 40 Kilo niedriger als beim Vorgänger, und das trotz verbesserter Sicherheitstechnik. Kilos hat Ford unter anderem am Reserverad gespart, das durch ein Reifendichtset ersetzt wurde.
Kräftig und leise
Der 1,6-Liter-Benziner liefert eine Power, wie man sie von einem 120-PS-Motor erwarten darf. Von einem Saugmotor, müssen wir präzisieren, denn ein Turboantrieb wie der 1.4 TSI von VW mit 122 PS würde sich deutlich kraftvoller in Szene setzen - vor allem beim Herausbeschleunigen aus tiefen Drehzahlen. Der Motor klingt ansatzweise kernig, bleibt aber bemerkenswert leise. Letzteres liegt auch an den verbesserten Schallschutzmaßnahmen. Die Lenkung fällt durch ihre Direktheit ausgesprochen positiv auf. Es handelt sich erstmals beim Fiesta um eine elektrische Servolenkung, die weniger Energie und damit Sprit verbraucht als die herkömmlichen, hydraulisch unterstützten Systeme. Außerdem ermöglicht das System Zusatzfeatures wie eine ungleiche Lenkkraftunterstützung nach links und rechts - was eine Kompensation der meist nach rechts abfallenden Fahrbahndecke erlaubt. Die serienmäßige Fünfgang-Schaltung macht keine Probleme.
Lobenswertes Fahrwerk
Das Fahrwerk war schon eine der Hauptstärken des alten Modells, deshalb erwarteten wir hier nur Positives. Wir wurden nicht enttäuscht. In der neuen Version ist ESP serienmäßig, was in der kleinen Klasse noch keineswegs selbstverständlich ist. Das Sicherheitssystem greift schon früh ein und verhindert so, dass man in gefährliche Situationen kommt. Der Fiesta geht auch mit weniger Poltern über Unebenheiten hinweg als beispielsweise der neue Seat Ibiza, bleibt aber in der Kurve relativ ruhig und versucht nicht, die Insassen aus dem Sitz zu kippen.
Zu weiche Sitze
Das ist auch gut so, denn der Seitenhalt der in unserem Wagen installierten Ledersitze lässt gerade für ein starkes 120-PS-Modell zu wünschen übrig. Der Ausdruck Möbel ist hier berechtigt, denn man sinkt relativ weit in die weichen Polster. Unterstützung bei schneller Kurvenfahrt geben die Sitzwangen kaum. Ansonsten gefällt der Innenraum, allerdings mit ein paar Abstrichen. Die Zweifarbigkeit des Cockpits erfrischt, und auch die Materialien überzeugen im Großen und Ganzen. Bei der gefahrenen Version fehlen allerdings die Haltegriffe für die Frontpassagiere. Sie fallen allerdings nur in der Version mit optionalen Kopfairbags aus Platzgründen weg. Erstmalig besitzt der Fiesta ein Zusatzdisplay in der Mitte des Armaturenbretts wie etwa auch der Corsa.
Interieur vielleicht ein wenig zu modernistisch
Mit seinen eigenwilligen Formen wirkt das Interieur sportlich, extravagant, aber auch ein wenig "spacig" oder modernistisch. Das wird wohl gerade konservativeren Kunden nicht unbedingt gefallen, genauso wenig wie das dynamische Äußere. Hier folgt Ford-Designer Stefan Lamm nach eigenem Bekunden der Devise: lieber eigenwillig und kritisierbar als allzu unscheinbar. Denn das neue Auto soll vor allem wegführen vom Langweilerimage, das Ford - wie übrigens auch Opel - von der jungen Kundschaft abschneidet. Wenn man sich das gelungene Außendesign unter diesem Aspekt näher ansieht, so bemerkt man ähnliche Übertreibungen: Da gibt es an der Seite gleich vier Metall-Falzstellen, zwei rundliche an den Kotflügeln und zwei aufstrebende Linien - vielleicht ein wenig zu viel des Guten. Aber das sind kleine Einwände angesichts des gelungenen Gesamteindrucks.
Wenig Kniefreiheit hinten
Hinten sitzen im Kleinwagen meist die Kinder, doch auch Oma und Opa sollten Platz haben. Hier schneidet der Fiesta nicht allzu gut ab. Man sitzt unangenehm aufrecht im Fond, vor allem aber fehlt es an Kniefreiheit. Nur der Wölbung der Vordersitze hat man es zu verdanken, dass man überhaupt Platz für die Knie hat - das ist höchstens Klassenstandard. Über dem Kopf ist dafür überraschenderweise genug Raum. Die Kopffreiheit ist in der Tat verblüffend, wenn man sich die nach hinten deutlich abfallende Dachlinie ansieht. Im Fond stört das Fehlen von Ablagen in den Türen sowie vor allem, dass nur zwei Kopfstützen Serie sind - bei einem Fünfsitzer ist das nicht einzusehen.
Kein Einladetalent
Auch beim Kofferraum bekommt der Fiesta keine Bestnote, denn Ladekante und -schwelle sind zu hoch. Das eine stört beim Einladen von schwerem Gepäck, das andere beim Ausladen. Das Volumen liegt bei 295 bis 979 Liter - akzeptable Werte. Zum Vergleich die Zahlen vom Polo: Der VW schafft 270 bis 1.030 Liter. Die größere Zahl bezieht sich wie üblich auf die Beladung bis zum Dach bei umgeklappten Rücksitzen. Der Umbau geht einfach vor sich: Man lässt einfach die Lehnen nach vorne klappen. Die Sitzpolster können nicht umgeklappt werden, sodass eine sehr störende Barriere bleibt. Ein Gepäcktalent ist der Wagen also wirklich nicht - anders als etwa der Honda Jazz.
Ab 11.250 Euro
Die Preise für den Fiesta beginnen bei 11.250 Euro. Dafür bekommt man die 60-PS-Basisversion mit spartanischer Ausstattung. Diese Version Ambiente besitzt zwar ein ordentliches Sicherheitspaket mit ESP und fünf Airbags - Knieairbag eingeschlossen. Damit soll das Auto den EuroNCAP-Test mit der Bestwertung von fünf Sternen und einer guten Punktzahl absolvieren. In puncto Komfort bietet es aber kaum mehr als elektrisch einstellbare Außenspiegel und eine Zentralverriegelung ohne Fernbedienung. Die meisten Kunden werden wohl zur 500 Euro teureren Variante Trend greifen, die zumindest die fehlende Fernbedienung sowie elektrische Fensterheber vorne bietet. Die hier vermissten Elemente CD-Radio sowie Klimaanlage gibt es für den Trend im Audio-Paket I, das 1.250 Euro Aufpreis kostet.
Teure Topversionen
Über der Version Trend positioniert sind die auf Komfort ausgerichtete Version Ghia und der sportliche Fiesta Titanium. Beide kosten 1.750 Euro mehr als der Fiesta Trend - ein gewaltiger Sprung. Dafür bekommt man Aluräder, Nebelscheinwerfer, beheizbare Außenspiegel, eine Klimaanlage sowie eine Scheibenwischer- und Lichtautomatik. Ab Frühjahr 2009 gibt es zusätzlich noch die Ausstattung Sport - unter anderem mit einem noch strafferen Fahrwerk. Die Preise dafür wurden noch nicht mitgeteilt.
82 PS, drei Türen, Klima, CD und Metallic
60 Prozent der Kunden werden nach den Erwartungen von Ford die 82-PS-Version wählen und dann mindestens 12.000 Euro zahlen oder in der Trend-Variante 12.500 Euro. Die beliebteste Version wird der Dreitürer sein; mit dem erwähnten Audio-Paket I sowie einer Metallic-Lackierung für 420 Euro liegt der Preis bei 14.170 Euro. Die 120-PS-Version ist ausschließlich als Ghia oder Titanium verfügbar und kostet dann 16.250 Euro. Der VW Polo 1.6, der wie erwähnt 15 PS weniger bietet, kostet in der vergleichbaren Sportline-Version 16.425 Euro, liegt also auf der gleichen Ebene wie der Fiesta. Den auf der gleichen Basis beruhenden Mazda 2 Sport in der überlegenen Topausstattung Impression gibt es mit einem 105-PS-Benziner allerdings schon für 15.600 Euro. Und auch beim Skoda Fabia Sport mit 105-PS-Motor bekommt man für 16.830 Euro eine bessere Ausstattung. Wer beim Fiesta mehr Extras haben möchte, erhält auch einige aus höheren Klassen bekannte Elemente wie ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, elektronische Einparkhilfen oder eine Lederausstattung.
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