Vom eher ruppigen Geländegänger zum stadttauglichen SUV hat sich der Kia Sorento in der neuen Generation gewandelt. Ab Mitte November steht der Koreaner wahlweise mit Allrad- oder Frontantrieb beim Händler. Die Preisliste startet bei 28 505 Euro.
Mag es ein Tribut an die CO2-Diskussion sein oder an den Zeitgeist: Vom harten Kerl ist nicht mehr viel geblieben. Der Kia Sorento ist deutlich weicher geworden, sowohl optisch, als auch in seiner Struktur. Statt eines für echte Geländewagen unabdingbaren Leiterrahmens ist die Karosserie jetzt selbsttragend. Das schränkt die Möglichkeiten außerhalb des Asphalts ein, sorgt dafür aber für deutlich mehr Komfort auf der Straße.
Im Zuge der Erneuerung hat der Koreaner zudem deutlich abgespeckt: 155 Kilogramm bringt er nun weniger auf die Waage. Und wer sich für die nun erstmals erhältliche Variante mit reinem Frontantrieb entscheidet, spart nochmals rund 60 Kilogramm ein. Zusammen mit dem ebenfalls völlig neuen 2,2-Liter-Diesel verbraucht die neue Kombination nur noch 6,5 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Der Selbstzünder leistet 145 kW/197 PS und verfügt über ein hochmodernes Common-Rail-System der dritten Generation. Das macht ihn nicht nur sparsam, sondern auch durchzugsstark. Und angemessen leise bleibt er dabei auch noch. Rund 95 Prozent der deutschen Käufer werden sich nach Hersteller-Prognose für dieses Aggregat entscheiden. Die übrigen 5 Prozent wählen den alternativ angebotenen 2,4-Liter-Benziner mit 129 kW/174 PS, der allerdings deutlich durstiger ist und auch nicht zur Charakteristik des Fahrzeugs passt.
Während der Sorento im Innenraum fast vollständig überzeugt - mit Ausnahme des in der manuellen Version zu weit rechts platzierten Schalthebels - bleibt der äußere Eindruck zwiespältig. Der neue deutsche Chefdesigner Peter Schreyer hatte zwar schon merklich seine Hand im Spiel, insgesamt wirkt der SUV jedoch ein wenig zu glatt und verwechselbar. Sorento-Fans der ersten Stunde werden den kantig-ehrlichen Eindruck ihres Modells hier kaum wiederfinden. Wer gerne einen Wohnwagen oder ähnliches an den Haken genommen hat, könnte ebenfalls enttäuscht werden: Statt 3,5 Tonnen beträgt die neue Anhängelast jetzt nur noch 2,8 Tonnen.
Dafür ist der neue Sorento um 9,5 Zentimeter auf knapp 4,69 Meter Länge gewachsen und innen deutlich geräumiger geworden. Bis zu 1 550 Liter Gepäck passen maximal in das fünftürige Fahrzeug. Erstmals kann der Fünfsitzer auch durch eine dritte Sitzreihe auf sieben Plätze erweitert werden. Sie kostet 900 Euro und bietet Personen bis 1,70 Metern Länge zumindest auf kürzeren Strecken überraschend viel Platz.
Hersteller Kia sieht trotz der kommenden Absatzkrise und aller CO2-Diskussionen für seinen neuen Sorento durchaus gute Absatzchancen. Er sei, so heißt es beim deutschen Importeur, von seinen Maßen her ideal zwischen der BMW X3- und X5-Klasse positioniert. Der Vergleich mit dem deutschen Premium-Hersteller ist dann aber doch etwas zu hoch gegriffen. Die Wettbewerber des Kia Sorento sind eher die Import-SUVs wie der Chevrolet Captiva oder der Hyundai Santa Fe.
Ein Schnäppchen ist der Sorento zwar nicht, dafür aber ein sehr anständiges Angebot in der gehobenen SUV-Klasse. Mit Diesel-Motor, Allradantrieb und der höchsten Ausstattungsvariante "Spirit" kommt er auf 36 750 Euro. Und selbst mit Leder, Rückfahrkamera, Sechsstufen-Automatikgetriebe und Metallic-Lackierung bleibt der Gesamtpreis noch unter der 40 000 Euro-Marke - und das bei immerhin fünf Jahren Vollgarantie. Wer ein solides SUV mit sparsamem Antrieb und viel Platz sucht, sollte ab Mitte November den Kia Sorento zumindest in Betracht ziehen. Peter Eck/mid
Bewertung:
Plus: großes Raumangebot, vergleichsweise günstige Preise
Minus: geringe Motorenauswahl, ungünstig platzierter Schalthebel
Kia Sorento - Technische Daten:
Fünftüriges SUV der Oberklasse;
2,4-Liter-Benziner mit 129 kW/174 PS, maximales Drehmoment 225 Newtonmeter bei 3 750 U/min, Höchstgeschwindigkeit 190 km/h, 0-100 km/h in 11,1 s, Durchschnittsverbrauch 8,7 Liter, CO2-Ausstoß 208 g/km, Preis ab 28 505 Euro (Frontantrieb) bzw. 30 015 Euro (Allradantrieb).
2,2-Liter-Diesel mit 145 kW/197 PS, 421 Newtonmeter zwischen 1 800 und 2 500 U/min, 190 km/h, 9,6 s, 6,6 Liter, 174 g/km, Preis ab 30 770 Euro (Frontantrieb) bzw. 32 280 Euro (Allradantrieb).
Freitag September 4
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