307 CC Sport: Alle Wetter
Nach dem 206 CC erobert auch der 307 CC die Herzen der Kundschaft im Sturm. Jeden Tag rollen 230 Coupé-Cabrios vom Band. Wir waren mit dem Topmodell 2.0 Sport unterwegs. Preis: ab 28.800 €
Wolken und Sonnenschein
Die Hoffnungen auf einen goldenen Spätsommer werden von kühlen Regenschauern weggespült. Nur kurz blitzt die Sonne durch die grauen Wolkenwände - kein schlechtes Wetter für den Peugeot 307 CC. Dank festem Klappdach trotzt der Franzose jeder Witterung.
Lange Tradition
Peugeot und das elektrische Klappdach - eine Geschichte, die bis ins Jahr 1934 zum Modell 401 Eclipse zurück reicht. Schon damals öffnete sich das Dach komfortabel per Knopfdruck. Allerdings war die Mischung aus Coupé und Cabrio - auch preislich - so exklusiv, dass in den 30er Jahren ganze 680 Exemplare mit der extravaganten Dachtechnik entstanden. Geradezu atemberaubend nimmt sich dagegen der Erfolg der Cabrio-Coupés 206 CC und 307 CC aus. Beide zusammen absolvierten im deutschen Cabriosegment das erste Halbjahr 2004 mit einem Marktanteil von 17,6 Prozent, was über 16.000 Zulassungen entspricht.
Prinzip für Vier
Der 307 CC ist ein Viersitzer, der mit etwas Rücksicht der Vorderleute auch im Fond genügend Knieraum zur Verfügung stellt. Doch kurze Sitzflächen und die extrem steile Rückenlehne machen lange Strecken dort nicht zum reinen Vergnügen. Hier zeigen sich eben die Kompromisse der Klappdach-Konstruktion. Obwohl das Cabrio 15 Zentimeter länger ist als die Limousine, musste die Heckbank acht Zentimeter nach vorne rücken, um Platz für das Dach im Kofferraum zu schaffen. Der fasst in geschlossenem Zustand 350 Liter, offen sind es noch 204 Liter. Der Wandel vom Coupé zum Cabrio vollzieht sich vollautomatisch in 25 Sekunden, ohne dass dazu irgendwelche Verriegelungen gelöst werden müssen. Im Gepäckraum sorgt ein Trenn-Rollo dafür, dass für das Dach genug Platz vorhanden ist.
Bitte drehen
Mit hochgeklapptem Kragen und 177 PS (130 kW) jagen wir jedem noch so kleinem Sonnenstrahl hinterher. Trotz der hohen Motorleistung ist der Franzose kein wirklicher Sportler. Zusätzliche Versteifungen der Karosserie, die aufwändige Klappdachtechnik sowie reichlich Komfort- und Sicherheitsausstattung treiben das Fahrzeuggewicht auf knapp 1,6 Tonnen. Der Sprint von null auf 100 km/h dauert daher 9,5 Sekunden. Richtig munter wird das Vierzylinder-Triebwerk erst bei mittleren Drehzahlen, schließlich liegt das maximale Drehmoment von 202 Nm erst bei 4.750 Nm an. Das hart aber nicht unkomfortabel abgestimmte Fahrwerk und die exakt arbeitende Servolenkung ermöglichen dennoch flotte Kurvenfahrt. Sportsitze mit Lederbezug stützen dabei den Rücken, während die Füße über die gelochten Aluminiumpedale tanzen.
Hoch hinaus
Mit dem Dach im Kofferraum fühlt sich das Cabrio in schnellen Kurven etwas hecklastig an. Geschlossen wird das Fahrverhalten agiler und neutraler. Hinter der stark geneigten und weit nach hinten gezogenen Windschutzscheibe finden wir auch bei 225 km/h Spitze noch genügend Schutz. Über den Köpfen brüllt dann ein Orkan mit dem Auspuff um die Wette. Der 307 CC Sport ist nämlich so kurz übersetzt, dass der Drehzahlmesser auf der Autobahn gerne in den roten Bereich tanzt. Auf Vollgasetappen schnellt der Durchschnittsverbrauch deswegen leicht auf über 14 Liter. Andererseits begnügt sich das Doppelnockenwellentriebwerk bei Bummeltouren über Land mit Werten unter acht Litern. Normalerweise pendelt der Verbrauch zwischen neun und elf Liter.
Das volle Programm
Wenn das Cabrio längere Zeit offen in der Sonne steht, wird der Aluminium-Schaltknauf glühend heiß. Ansonsten schmeichelt das glatte, solide Material
der Hand. Klimaautomatik, CD-Wechsler und 17-Zoll-Alufelgen gehören ebenso zur Serienausstattung wie ein Regensensor und Scheinwerfer, die sich bei Dämmerung automatisch einschalten. Beim Einkaufsbummel lernt man schnell die akustische Einparkhilfe am Heck zu schätzen, denn das voluminöse Heck erlaubt kaum einen Blick nach schräg hinten. Zur Sicherheit sind ABS, ESP, Bremsassistent sowie Front und Seitenairbags an Bord. Zusätzlichen Schutz bieten der verstärkte Windschutzscheibenrahmen und Metallbügel in den hinteren Kopfstützen, die bei einem Überschlag empor schnellen.
Fazit: Der 307 CC Sport ist ein langstreckentaugliches Coupé für Sonnenanbeter. Auch wenn er die Bezeichnung "Sport" im Namen trägt, animiert er nicht zu derartigen Eskapaden. Der Franzose bevorzugt eine flotte aber nicht aggressive Gangart - und passt deshalb gut in unsere Zeit.
planbar.de, Holger Schilp