Rover 25: Frisch gestärkt
Wenn ein Automobilhersteller 100 Jahre alt wird, gibt es was zu feiern. Rover tut dies mit einer komplett überarbeiteten Modellpalette. Zu guter Letzt knöpften sich die Briten den kleinen Rover 25 vor.
Eine lange GeschichteVon einem englischen Automobil erwartet die Kundschaft einen besonders stilsicheren Auftritt. Und genau hier lag in der Vergangenheit das größte Manko des Rover 25. Unter der gefälligen Karosserie verbarg sich ein Innenraum, dem der Rotstift auf Anhieb anzusehen war. Mehr Stil und mehr Qualität lautete also die Devise für das Facelift.
Makeup fürs BlechKlarglas-Scheinwerfer mit einem Bogen am unteren Rand, der an die aktuelle 3er-Reihe von
BMW erinnert, lassen den kleinen Briten gleich viel frischer wirken. Die nun markantere Heckklappe ziert eine Bügelfalte und auch die Rückleuchten in kräftigem Rot stehen dem Rover 25 gut. Innen sticht sofort das liebevoll gestaltete Armaturenbrett mit den creme-weiß hinterlegten Rundinstrumenten ins Auge. Besonders nett sind die metallisch glänzenden Umrandungen der vier Belüftungsdüsen gelungen. Selbst das Holzimitat der Mittelkonsole wirkt nicht billig.
Bekannte TechnikWie bisher ist der englische Polo-Konkurrent als Drei- und Fünftürer mit zwei Benzin- und einem Turbodieselaggregat verfügbar. Die Leistungspalette ist mit 84 PS (62 kW) bis 109 PS (80 kW) eng gestaffelt. Günstigste Variante ist der dreitürige 1,4-Liter-Benziner mit 12.650 €, teuerste Version ist der viertürige 2,0-Liter-Common-Rail-Turbodiesel (101 PS/74 kW) für 19.250 €. Für den 3- und den 5-Türer stehen die Ausstattungslinien Basic Classic, Charme und Celeste zur Auswahl.
Komfort genießenHöhenverstellbares Lenkrad, Funk-Zentralverriegelung und ein Kofferraum, der sich per Schlüssel-Fernbedienung öffnen lässt, sind immer serienmäßig. Beim Rover 25 Basic (14.450 €) kommen neben dem stärkeren Motor auch ein CD-Radio und ein höhenverstellbarer Fahrersitz hinzu. Alufelgen, Lederlenkrad, Klimaanlage, beheizbare Außenspiegel und eine akustische Einparkhilfe sind ab der Version Charme (15.850 €) an Bord. Die Topversion Celeste (18.150 €) verwöhnt mit zusätzlichen Hochton-Lautsprechern und Ledersitzen. Richtig spartanisch präsentiert sich dagegen das Sicherheitspaket: ABS, zwei Frontairbags und ein Seitenaufprallschutz in den Türen müssen genügen. Seiten- und Windowairbags oder gar das Stabilitätsprogramm ESP sind nicht im Programm.
UnterwegsFür eine erste Probefahrt wählten wir den 1.6 Charme mit 109 PS (80 kW). Der Innenraum präsentiert sich in freundlichen Beigetönen. Leder-Lenkradkranz, Kunststoffe und die Sitzbezüge sind farblich aufeinander abgestimmt. Hinten finden selbst groß gewachsene Passagiere noch genügend Knieraum. Die niedrige Fensterlinie lässt viel Licht herein und sorgt für eine gute Rundumsicht. Allerdings thront man trotz Höhenverstellung wie die englische Queen auf den Vordersesseln. Für eine optimale Sitzposition müsste zudem das Lenkrad in der Länge verstellbar sein. Auch die Verarbeitungsqualität lässt noch Raum für Verbesserungen: Eine quietschende Hutablage oder ein scharfkantiger Rand am schicken Chromgriff des Handschuhfachs sind nervige Details. Dankbar registrieren dagegen die Füße, dass die Pedale bei der Modellpflege etwas weiter auseinander gerückt wurden.
Braver BegleiterGentleman, start your engine: Der 1,6-Liter-Vierzylinder beschleunigt die 3,90 Meter lange Kompaktlimousine unspektakulär in 10,9 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 177 km/h erreicht. Rover gibt den Durchschnittsverbrauch mit 7,3 Litern an. Auf der Testfahrt rund um Potsdam päsentiert sich der Benziner nicht besonders leise aber angenehm durchzugskräftig. Das erspart manchen Griff zum etwas widerborstigen Schalthebel. Wie alle Rover-Fahrzeuge gefällt auch beim 25 die direkt und sauber ansprechende Lenkung.
Fazit: Durch die Modellpflege hat der Rover 25 deutlich an Format gewonnen. Der umfangreichen Komfortausstattung steht allerdings ein mageres Sicherheitspaket gegenüber.
planbar.de, Holger Schilp