Legacy 3.0R spec.B: Der Business-Samurai
Subaru zieht es mit Macht in die Premiumliga der Automobilhersteller. Ein Anspruch, den der neue Legacy 3.0R mit 245 PS untermauert. Die Hochleistungslimousine lockt mit einem Sechszylinder-Boxermotor, permanentem Allradantrieb und jeder Menge Ausstattung.
Nicht für jedenSubaru sieht sich selbst als Nischenhersteller - und will es nach eigener Aussage auch bleiben. Mit dieser Einstellung sicherte sich bereits
Porsche langfristigen Erfolg. Mit der schwäbischen Sportwagenschmiede verbindet Subaru auch die Liebe zum Boxertriebwerk. Nur bei den Kleinwagenmodellen kommen Reihenvierzylinder zum Einsatz. Vorteil des Boxers ist sein absolut vibrationsfreier Lauf. Zudem ermöglicht er eine absolut symmetrische Gewichtsverteilung und die problemlose Integration des Allradantriebs.
Unter der TarnkappeVon außen sieht man dem Legacy 3.0R spec. B seine 245 PS (180 kW) nicht an. Und das ist durchaus ungewöhnlich für Subaru, wo man Leistung sonst gerne mit Lufthutze auf der Motorhaube und Heckspoilern im Bügelbrett-Format dokumentiert. Die auf Hochglanz polierten Alufelgen könnten auch aus dem Zubehörhandel stammen. Deutlicher wird das Heck mit seinen zwei dicken Auspuffrohren. Auch innen liebt es die 4,72 m lange Limousine dezent. Bequeme Lederpolsterung mit ordentlichem Seitenhalt, gelochte Aluminiumpedale und eine Tachoskala bis 300 km/h sind die einzigen Hinweise auf das leistungsfähige 3-Liter-Aggragat unter der Haube.
Sprint-TalentBeim Start summt der Boxermotor unauffällig, der Auspuff belässt es bei einem kurzen Grollen. Das Sechsgang-Schaltgetriebe stammt vom World-Rallye-Car-Basisfahrzeug Impreza WRC. Für optimale Beschleunigungswerte sind die ersten vier Gänge kurz abgestuft. Die Fahrstufen fünf und sechs wurden länger und damit Drehzahl senkend ausgelegt. Und so gelingt der Spurt von null auf 100 km/h in 6,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 243 Stundenkilometern erreicht. Richtig zur Sache geht es aber erst jenseits von 3.000 Umdrehungen. Bei 4.200 U/min steht das maximale Drehmoment von 297 Nm bereit. Wenn das spontan ansprechende Triebwerk den Drehzahlmesser über die Skala katapultiert, verwöhnt ein seidenweicher Sound das Ohr. Wer den Subaru allerdings regelmäßig zur eigenen Erbauung über den Asphalt scheucht, wird mit 11,7 Liter Durchschnittsverbrauch nicht über die Runden kommen.
KurvenjägerSo richtig wohl fühlt sich der Legacy auf kurvigen Landstraßen. Allradantrieb garantiert dort Traktion in allen Lebenslagen. Das Fahrwerk verfügt über Stoßdämpfer vom Rennsport-Spezialisten Bilstein. Schnelle Rechts-links-Kombinationen werden dank der feinfühligen Servolenkung zum Kinderspiel. Neutral und ohne tückische Lastwechselreaktionen geht es um die Ecken. In der Serienversion wird ein elektronisches Stabilitätsprogramm für zusätzliche Sicherheit sorgen. Doch wir vermissten es auch bei unserem Testwagen nicht - er stammte noch aus der Vorserienproduktion und musste deshalb ohne elektronische Fangleine auskommen. Der Leistung entsprechend gibt sich die Federung straff aber nicht unkomfortabel. Einzig an den Abrollgeräuschen bei kurzen Stößen sollte Subaru noch etwas feilen.
KomplettpaketBei der Serienausstattung vergisst der Top-Legacy jede Bescheidenheit: Sechs Airbags, elektrisch verstellbare Vordersitze, Tempomat, Klimaautomatik, Lederausstattung, CD-Wechsler, Glas-Schiebedach, Metallic-Lackierung und selbst das DVD-Navigationssystem mit Touch-Screen-Bedienung sind an Bord. Das erklärt auch den üppigen Fahrzeugpreis von 42.400 €. Dennoch ist der Subaru ein Schnäppchen - wenn man ihn mit den deutschen Premium-Marken vergleicht. Aufpreispflichtige Extras gibt es für dieses Fahrzeug einfach nicht! Das macht die Kaufentscheidung leicht. Nur wer mit seinem Auto die eigene Individualität demonstrieren muss, wird daran keine Freude haben.
Fazit: Der Subaru 3.0R spec.B hat einen drehfreudigen Motor unter der der Haube und überzeugt mit einem leichtfüßigen Fahrverhalten. Dazu gibt es reichlich Ausstattung und eine gefällige Karosserie, die keinerlei Sozialneid weckt. Das sind in diesen Zeiten sicherlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen für steigende Absatzzahlen.
planbar.de, Holger Schilp