Panda 4x4: Frecher Gipfelstürmer

Panda 4x4: Frecher Gipfelstürmer
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Der Titel "Auto des Jahres 2004" reicht dem Panda nicht, er will höher hinaus. Fiat hat ihm deshalb Allradantrieb und eine pfiffige Offroad-Optik spendiert. Der kleine Geländespaß ist ab 11.700 € zu haben.

Mehr ist günstiger

Stopp. Der Basispreis gilt für das abgespeckte Modell, das Fiat für Förster, Jäger oder Bergbauern im Programm hat. Für den Großstadtdschungel darf es schon eher der optisch herausgeputzte Panda 4x4 Climbing sein. Für nur 650 € extra bietet er Vordersitze mit Seitenairbags und höhenverstellbaren Kopfstützen sowie Isofix-Kindersitzverankerungen für die geteilte Rückbank. Der Fahrersitz ist höhenverstellbar, unter dem Beifahrersitz versteckt sich ein Staufach. Bordcomputer und eine Funk-Zentralverriegelung sind ebenfalls serienmäßig.

Flexibel bleiben

Clou eines jeden Panda 4x4 ist der Allradantrieb, der sich bei Bedarf automatisch zuschaltet. Beide 4x4-Varianten verfügen je nach Bereifung über mindestens 5,2 Zentimeter mehr Bodenfreiheit. In Verbindung mit dem kurzen Radstand und knappen Karosserieüberhängen vorn und hinten entwickelt der 1.000-Kilo-Hüpfer erstaunliche Offroad-Talente. Drehen die Vorderräder auf rutschigem Untergrund durch, übernehmen die Hinterräder bis zu 70 Prozent der Motorkraft. Normalerweise gelangen die 60 PS (44 kW) des 1,2-Liter-Vierzylinders zu 98 Prozent zu den Vorderrädern.

Im grünen Bereich

Bei einem ersten Ausflug über Schlagloch-Schotterpisten mit steilen Anstiegen überzeugte der automatisch aktivierte Allradantrieb mit Effizienz und einem gutmütigen Fahrverhalten. Der Panda 4x4 bringt die Leistung auch auf Matsch und Geröll zuverlässig auf den Boden. Viel tiefer als die vom Panda akzeptierten 40 Zentimeter dürfen Flussdurchfahrten auch bei waschechten Geländewagen nicht sein. Vorne beträgt der Böschungswinkel (Steigung aus der Ebene heraus) 26 Grad, hinten sind es sogar 44 Grad. Kleinere Gräben oder Kuppen sind damit kein Problem.

Kräfte gut eingeteilt

Auch Zweifel, die angesichts des schmalen Hubraums vielleicht entstehen, sind unbegründet. Bereits bei 2.500 Umdrehungen steht die maximale Kraftentfaltung zur Verfügung, auch wenn es nur 102 Nm Drehmoment sind. Unterstützung bekommt der Motor von einer kurzen Getriebeübersetzung, die bei steilen Anstiegen hilft, aber auf der Autobahn maximal 145 km/h zulässt. Auch die Beschleunigung fällt mit 20 Sekunden von null auf 100 km/h eher bescheiden aus. Das gilt glücklicherweise auch für den Kraftstoffkonsum von durchschnittlich 6,6 Liter Super.

Vorteile überwiegen

Trotz gebremstem Temperament überzeugt die Allradvariante auf Asphalt. Während der Fronttriebler in rasant gefahrenen Kurven zielstrebig und lautstark quietschend über die Vorderräder zum Kurvenrand schiebt, beeindruckt der 4x4 mit stoischer Ruhe und deutlich geringerer Seitenneigung. Auch beim Platzangebot gibt es keine nennenswerten Einschränkungen. Das maximale Stauvolumen schrumpfte kaum wahrnehmbar um fünf auf 855 Liter. Mit hochgeklappter Rückbank fasst der 3,54 m kurze Italiener noch 200 Liter. Ein empfehlenswertes Extra (250 €) ist die um 16 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank, die entweder den Knieraum oder das Gepäckabteil (max. 230 Liter) spürbar vergrößert.

Typisch Panda

Innen unterscheidet sich der Allradler kaum von seinen konventionellen Brüdern. Einfache Kunststoffe und farbenfrohe Polster bestimmen die Optik. Der Schalthebel sitzt griffgünstig im Armaturenbrett, daneben finden sich drei Becherhalter. Der Panda verfügt für einen Kleinwagen über großzügig bemessene Polster, die auch auf langen Strecken für angenehmen Sitzkomfort sorgen. Weniger überzeugen können die lieferbaren Radiosysteme, die bei allen bislang gefahrenen Exemplaren bislang bemerkenswert dünn klangen. Für die optimale Klimatisierung im Sommer gibt es optional eine Klimaanlage (850 €) und das Panorama Glasschiebedach Skydome (850 €), das schon fast für Cabrio-Feeling sorgt.

Fazit: Der Panda 4x4 ist ein respektloser Gipfelstürmer, der mit seinem pfiffigen Styling wohl auch das Herz von zahlreichen Stadtbewohnern im Sturm erobern dürfte. Fiat kann es nur Recht sein, schließlich soll der Marktanteil in Deutschland langfristig wieder deutlich über die momentan realisierten 2,7 Prozent steigen. Und Allradtechnik spielt bei dieser Strategie eine wichtige Rolle.

planbar.de, Holger Schilp

 
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