Suzuki Liana: Endlich dieseln
Ohne Dieselmotor kein Erfolg auf dem europäischen
Automarkt. Deshalb rüstet auch Suzuki immer mehr Modelle mit modernen Selbstzündern aus. Jüngster Spross der Dieseloffensive ist der Liana 1.4 DDiS. Preis: 16.650 €.
Zwischen den StühlenHalb Van, halb Kompaktlimousine - der Suzuki Liana passt in kein Raster. Einerseits ist der Kofferraum mit 296 bis 1.096 Litern für einen Van recht knapp bemessen. Zudem beschränkt sich die Innenraumvariabilität auf die geteilt umklappbare Rückbank. Andererseits genießen die Insassen ein großzügiges Raumgefühl mit viel Luft über dem Scheitel.
Spürbar gereiftSeit der Europapremiere im Jahr 2001 kümmerten sich die Japaner intensiv um den Auftritt ihrer bislang größten Limousine. Inzwischen gefällt der Innenraum mit hochwertigen Kunststoffen, die zudem solide verarbeitet sind. Die Verkleidungen in Aluminium-Optik wirken keineswegs billig, sondern offenbaren erst beim Klopftest, dass es sich um lackierten Kunststoff handelt. Daran könnten sich andere Hersteller ein Beispiel nehmen. Auch die schwarzen Sitzbezüge mit dezentem Muster haben nichts mehr mit dem Japan-Plüsch vergangener Jahre gemeinsam. Zudem ist das Gestühl absolut langstreckentauglich.
Hauptsache sparsamWeniger Freude macht der Common-Rail-Turbodiesel, der zugekauft ist und aus der Kooperation von PSA Peugeot/Citroen und Ford stammt. Es handelt sich um einen modernen 16V-Vierzylinder mit variablem Turbolader. Von der Papierform her - 90 PS (66 kW) und 200 Nm Drehmoment bei 1.750 Umdrehungen - verspricht das Aggregat allerhand. In der Praxis ist der 1,4-Liter-Motor aber wenig elastisch. Unterhalb von 2.000 Umdrehungen ist vom dieseltypischen Turbo-Antritt wenig zu spüren. Das Aggregat nervt zwar nicht mit dieseltypischem Nageln, doch bei niedrigem Tempo sind bis zum Pfeifen des Turboladers allerlei Arbeitsgeräusche präsent. Die angenehmste Reisegeschwindigkeit liegt zwischen 120 km/h und 150 km/h. Wenn sich die Tachonadel dann der Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h nähert, wird es innen wieder recht laut. Seine große Stunde hat der Diesel an der Zapfsäule, denn die Verbrauchswerte überschreiten selten die 6-Liter-Marke.
Keine HektikDas Fahrwerk präsentiert sich von der komfortablen Seite. In zu schnell angegangenen Kurven schiebt der Japaner stur über die Vorderräder Richtung Fahrbahnrand. Auch von einem erschreckten Gaslupfer lässt er sich dabei nicht beirren. Sportlich ambitionierte Fahrer haben mit dem Japaner also trotz Frontspoiler und zusätzlicher Seitenschweller keine rechte Freude. Das gilt auch für die recht knöchrige Schaltung. Dann macht es schon mehr Spaß, mit dem Liana über die Autobahn zu schnüren und dem serienmäßigen CD-Radio zu lauschen, dessen Klang über jeden Zweifel erhaben ist. Klimaanlage, Sitzheizung, beheizbare Außenspiegel und eine Außentemperaturanzeige sind ebenfalls ohne Aufpreis an Bord. Das Sicherheitspaket umfasst ABS sowie Front- und Seitenairbags. Ein elektronisches Stabilitätsprogramm ist nicht verfügbar.
Fazit: Der Liana DDiS tut, was ein Diesel soll - nämlich sparen. Das beginnt beim Anschaffungspreis und setzt sich mit jedem Tankstellenbesuch fort. Wer auf technische Perfektion verzichten kann, findet im Liana eine Alternative zu einem wesentlich teueren Golf TDI.
planbar.de, Holger Schilp