Grand Vitara V6: Die Show geht weiter
Von seine Fans wurde er vermisst, jetzt ist er wieder da: der Suzuki Grand Vitara mit Automatik und V6-Motor. Der komplett ausgestattete Allradler rollt ab 24.950 Euro zu den Händlern.
ErfolgsgeschichteDie Wurzeln des Grand Vitara reichen zurück bis ins Jahr 1988, als Suzuki mit dem ersten Vitara einen echten Verkaufshit landete. Inzwischen fand die Baureihe allein in Deutschland über 106.000 Kunden - erfolgreicher war bislang kein anderes SUV. Der Vitara V6-2.5 Automatik schließt nun die Lücke zwischen den Vierzylinder-Modellen mit Diesel- und Benzinmotoren und dem Grand Vitara XL-7, der bis zu sieben Personen Platz bietet.
Den Preis wertVor den ersten Testkilometern beeindruckt das Preis-Leistungsverhältnis des Grand Vitara. V6-Motor, Automatikgetriebe, Dachreling, Metallic-Lackierung, Klimaanlage, CD-Radio mit Fernbedienung am Lenkrad und Sitzheizung kosten knapp 25.000 €. Ebenfalls serienmäßig: glitzernde 16-Zoll-Felgen mit 235er Breitreifen, die stets neugierige Blicke auf sich zogen. Einzig für die extra montierten Trittbretter und den Flankenschutz verlangt Suzuki nochmals 586 € Aufpreis. Das Sicherheitspaket beschränkt sich auf ABS, Seitenaufprallschutz, Frontairbags und Isofix-Kindersitzverankerungen. Doch mehr hat auch der Wettbewerb meist nicht zu bieten.
Optik stimmtDer auf Show getrimmte Allradler taugt vor allem zum Boulevardlöwen. Von den ursprünglich 19,5 Zentimetern Bodenfreiheit lassen die Anbauteile nämlich nur wenig übrig. Auch das Straßenprofil der Reifen eignet sich kaum für den Ausflug abseits befestigter Pfade. Davon abgesehen, bringt der Grand Vitara mit zuschaltbarem Allradantrieb und Gelände-Untersetzung beste Voraussetzungen mit, um auch Matsch und Schnee problemlos zu meistern. Die maximale Anhängelast beträgt bis zu 1,95 Tonnen. Pferdeanhänger oder Boote lassen sich so entspannt an den Haken nehmen.
Für die Ohren158 PS (116 kW) fauchen entschlossen, wenn das V6-Triebwerk zum Leben erwacht. Der Sound gefällt auch beim Zwischenspurt auf der Landstraße. Allerdings meistert die Viergangautomatik den Kickdown nicht immer ganz ruckfrei. Auch mit 213 Nm Drehmoment auf der Kurbelwelle, die bei 3.300 Umdrehungen bereit stehen, sollte niemand sportwagenmäßiges Temperament erwarten. Immerhin bringt der Fünftürer schon leer über 1,5 Tonnen auf die Waage. Die Stoppuhr misst 12,4 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h, bei Tempo 170 ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Dann hat der Benziner allerdings enormen Durst, die Tanknadel fällt rasant. Mit etwas Zurückhaltung im Gasfuß pendelt der Verbrauch zwischen neun und elf Litern.
Für GenießerDie ruhige Gangart passt auch viel besser zum Naturell des Grand Vitara. Trotz straffer Federung, die manche Bodenwelle bis ins Rückenmark dringen lässt, reizt der Japaner nicht zu sportlicher Fahrweise. Lieber lümmelt man entspannt im Fahrersitz, lauscht dem Motor und genießt die Aussicht hoch über der Limousinen-Welt. Mit 4,39 m Länge - inklusive Reserverad auf der Heckklappe - ist der Grand Vitara kaum länger als ein Golf. Und so beschränkt sich das Stauvolumen, je nach Position der Rückbank, auf 275 bis 1.148 Liter. Raum für Kopf, Ellbogen und Knie gibt es dagegen auf allen Plätzen reichlich. Damit sich die Passagiere an Bord wohlfühlen, hat sich Suzuki auch bei der Auswahl der Stoffe und Innenraum-Verkleidungen Mühe gegeben. Glatte Strukturen, dunkle Farben und gezielter Einsatz von Aluminium-Optik sorgen für ein hochwertiges Ambiente.
Fazit: Der Grand Vitara V6-2.5 Automatik ist ein Fall für Allradfans, die ihren Gasfuß unter Kontrolle haben. Dann ist der Suzuki nicht nur in der Anschaffung sondern auch im Unterhalt ein nicht allzu teueres Vergnügen.
planbar.de, Holger Schilp