Lancer Kombi 2.0: Mal mehr, mal weniger

Lancer Kombi 2.0: Mal mehr, mal weniger
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Reichlich PS und Platz für Kind und Kegel. Und das zum fairen Preis? Mitsubishi hat dafür den Lancer Kombi 2.0 Comfort im Angebot.

Flach statt hoch

Im Kampf gegen die boomenden Kompakt-Vans haben Kombis inzwischen den Rückzug angetreten. Und das, obwohl das Kastenheck-Prinzip gegenüber den hoch aufragenden Kompakt-Vans einige Vorteile bietet: höhere Geschwindigkeit, sportlichere Fahreigenschaften und geringeren Verbrauch bei gleicher Motorleistung. Im Fall des Lancer Kombi 2.0 stecken 135 PS (9 kW) unter der Haube. Beste Voraussetzung also, dass der Fahrspaß im Pampers-Bomber nicht zu kurz kommt. Und der Preis von 18.290 € lässt noch Raum für die weitere Familienplanung.

Dezenter Auftritt

Damit die ganze Rasselbande komfortabel und sicher reist, gibt es zur Klimaanlage auch ABS, Front-, Seiten und Kopfairbags sowie Isofix-Kindersitzverankerungen serienmäßig. Einzig die Anti-Schleuder-Bremse ESP fehlt in der Ausstattungsliste. Auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum fällt der Lancer Kombi kaum auf. Das liegt zunächst an der mit 4,48 m recht geringen Fahrzeughöhe. Doch auch das schnörkellose Blechkleid eignet sich kaum als Blickfang. Am besten setzt sich das Heck in Szene: schmale Lichteinheiten ragen von der Stoßstange bis ins Dach. Die Front zeigt das typische Mitsubishi-Gesicht: drei Diamanten im Logo und eine Bügelfalte in der Mitte der Motorhaube. Zudem glänzt die Comfort-Variante mit serienmäßigen 15-Zoll-Alufelgen. Damit bleibt die inzwischen neunte Modellgeneration dem zurückhaltenden Design seiner Vorgänger treu.

Schmucklos praktisch

Innen empfängt der Lancer mit Grautönen und Zierleisten in dunkler Holzoptik. Die Bedienung gibt keine Rätsel auf, der Klimaanlage genügen hierfür schlichte Drehregler. Über den auffälligen Einbaurahmen des Radios lässt sich streiten. Das Ding sitzt wie eine Warze auf dem Armaturenbrett. Aber es ist griffgünstig platziert und erlaubt den Einbau jedes beliebigen Radios aus dem Zubehörhandel. Optisches Highlight sind beige unterlegte Rundinstrumente, die sich mit einem kleinen Metallring schmücken. Als praktisch erweisen sich die zahlreichen Ablagen. So findet sich zwischen den Vordersitzen eine Box, die auch als Armablage dient. In die herausklappbare Armlehne der Rückbank sind Getränkehalter integriert.

Innen drin

Die Sitzposition vorn passt auch für lange Strecken. Oberschenkel und Rücken werden bequem gestützt und finden bei schneller Kurvenfahrt genügend Halt. Das ist gut so, denn der Lancer lässt sich mit seiner direkt ansprechenden Lenkung beschwingt um die Ecke zirkeln. Wer in übermütig angegangenen Kurven abrupt vom Gas geht, sollte sich darauf einstellen, dass das Heck ein Eigenleben entwickelt. Mit ordentlich Gepäck im 344 bis 1.079 Liter großen Laderaum oder bei Nässe verstärkt sich der Hang zum Übersteuern. Unter dem Kofferraumboden verbirgt sich ein weiteres Fach für Kleinkram. Müssen sperrige Möbel im knapp bemessenen Kombiheck verstaut werden, stößt der Lancer mit seiner niedrigen Karosserie früh an seine Grenzen. Zudem stören Radkästen, die in den Stauraum ragen. Dafür ist die Ladefläche bis zu 2,63 m lang.

Stark und durstig

Unterwegs: Der 16V-Vierzylindermotor hängt gut am Gas und erträgt es ohne Murren, wenn aus Gründen der Sparsamkeit schon bei 50 Stundenkilometern der fünfte Gang zum Einsatz kommt. Das ist oft, denn das Zweiliter-Aggregat gehört nicht zu den Kostverächtern. Unter zehn Liter verbraucht der Lancer nur, wenn er nicht jenseits der Autobahnrichtgeschwindigkeit - 130 km/h - bewegt wird. Doch der Verzicht auf hohes Tempo fällt leicht. Bis zur Höchstgeschwindigkeit von 199 km/h wird es innen nämlich so laut, dass eine Unterhaltung mit den Leuten auf der Rückbank schwer fällt. Beim Beschleunigen in der Stadt wirkt der Motorsound dagegen sportlich forsch. Auch die Gangwechsel mit der sehr exakt geführten Fünfgangbox gehören zu den angenehmen Aufgaben. Wer den Schaltknüppel flott durch die Kulisse schiebt, bringt den Japaner in exakt zehn Sekunden von null auf Tempo 100.

Fazit: Der Lancer Kombi 2.0 Comfort ist ein unauffälliger Begleiter, der nirgends echte Glanzlichter setzt - aber auch nirgends patzt. Allerdings treiben sportliche Ambitionen die Tankrechnungen in die Höhe. Zum Ausgleich bietet Mitsubishi einen günstigen Einstiegspreis.

planbar.de, Holger Schilp

 
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