Citroen C5: Wer nicht sehen will, muss fühlen
Neue Front, neues Heck und mehr Sicherheit - der Citroen C5 wurde rundum erneuert. Und bei Gefahr gibt es vom Franzosen was auf den Hintern. Dafür sorgt das neuartige Spurüberwachungssystem AFIL.
Mehr GlanzDer neue C5 präsentiert sich gefälliger. Markante Scheinwerfer, deren Form an einen Bumerang erinnert, prägen den Auftritt. Vorn und hinten legte die Limousine um jeweils fünf Zentimeter zu. Das steckt nicht nur die Linie, sondern bringt auch mehr Knautschzone und fünfzehn Liter mehr Kofferraum. Am Hinterteil des Kombis wurde nichts geändert. Zwischen den beiden bis ins Dach ragenden Leuchteinheiten gähnt ein Laderaum, der sich von 563 auf bis zu 1658 Liter erweitern lässt.
Mehr StilInnen spendierten die Designer dezenten Chromschmuck und dunklere Kunststoffe, die hochwertiger wirken als zuvor. Im Zuge der Modellpflege wurde auch der Buchstabensalat der Ausstattungslinien durch die wohlklingenden Namen Style, Tendance und Exclusive ersetzt. Bereits das Basismodell Style verfügt über eine Klimaautomatik und ein CD-Radio mit einem Bedienungsmodul am Lederlenkrad. Das Sicherheitspaket ist vorbildlich. Serienmäßig gibt es je zwei Front-, Seiten- und Kopf-Airbags sowie - ein Novum für Citroen - den Knie-Airbag für den Fahrer. Hinzu kommen das Stabilitätsprogramm ESP, Bremsassistent und eine Gurtanlegekontrolle für alle fünf Plätze.
Mehr SicherheitAbsolut revolutionär ist das neue Spurüberwachungs-System AFIL (Alarm bei Fahrbahnabweichung per Infrarot-Linienerkennung). Sensoren kontrollieren ab 80 km/h anhand der Fahrbahnmarkierungen, ob der Fahrer ohne zu Blinken die Spur verlässt. In dieser gefährlichen Situation vibriert links oder rechts unter dem Po ein Elektromotor, der den Fahrer warnt. Damit sagt Citroen beispielsweise dem Sekundenschlaf auf der Autobahn den Kampf an. Dennoch sollten sich Fahrer nicht darauf verlassen, sondern rechtzeitig eine Raststätte aufsuchen. Bei ersten Testrunden zeigte sich AFIL sehr einsatzfreudig und spendierte gelegentlich auch bei fleckigem Asphalt eine Pomassage - es gibt Schlimmeres. Bei Bedarf lässt sich das System über einen Schalter in der Mittelkonsole deaktivieren. Optional sind im C5 auch adaptive Bi-Xenon-Scheinwerfer verfügbar, die dem Kurvenverlauf folgen.
Mehr drinViele Extras sind in Pakete zusammengefasst, die im Vergleich zu den jeweiligen Einzelposten massive Preisvorteile von bis zu 1.290 € gewähren. Günstigste Möglichkeit AFIL zu nutzen ist das Technik-Paket (990 €), das auch Sitzheizung und Metallic-Lackierung beinhaltet - aber leider der teueren Exclusive-Ausstattung vorbehalten ist. Bei den günstigeren Tendance-Modellen beinhaltet das Technik Paket (1.290 €) den Spurassistenten AFIL, eine Einparkhilfe und Metallic-Lack. Einzig das Basismodell Style muss sich auf den Straßen ohne AFIL zurechtfinden. Navigationssystem und geräuschdämmende Verbundglas-Seitenscheiben gibt es ebenfalls nur für die hochwertigeren Ausstattungslinien. Bei der Limousine beginnt die Preisliste bei 20.990 €, der entsprechende Kombi kostet 1.000 € mehr.
Mehr AuswahlDie Motorenpalette umfasst je drei Benzin- und Dieselmotoren zwischen 109 PS (80 kW) und 207 PS (152 kW). Für einen ersten Fahreindruck wählten wir den HDi 110 mit Rußpartikelfilter FAP, der gleichzeitig die schwächste Motorisierung darstellt, und den neuen 2.0 16V Benziner mit 140 PS (103 kW). Im von der Kundschaft bevorzugten Kombi kommt der Turbodiesel (Tendance) auf 25.290 €, der stärkere Benziner ist 300 € günstiger. Schon auf den ersten Kilometern zeigt sich, dass der kleine Selbstzünder vorzüglich mit dem 4,83 m langen Dickschiff harmoniert. Selbst auf der Autobahn entsteht nicht der Eindruck, man sei untermotorisiert. 186 km/h Spitze steht ein Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern gegenüber. Doch auch der Vierzylinder-Benziner lässt sich bei etwas Zurückhaltung mit acht Litern durch die Lande kutschieren. Erwartungsgemäß tritt er wegen des geringeren Drehmoments von 200 Nm bei 4.000 Umdrehungen (HDi: 240 bei 1.900 U/min) nicht ganz so kraftvoll an. Dafür zeigt er sich mit bis zu 205 km/h Spitze gerne auf der Überholspur.
Mehr KomfortAlle C5 profitieren von der direkter ausgelegten Servolenkung und einer geänderten Fahrwerksabstimmung - der Citroen reagiert deutlich spontaner. Wie immer lässt die legendären Hydropneumatik den Wagen geschmeidig über Unebenheiten schweben. Einzig kurz aufeinander folgende Schläge dringen dezent zu den Insassen durch. Das Hydractive 3 Fahrwerk regelt die Bodenfreiheit automatisch, je nach Geschwindigkeit und Fahrbahnbeschaffenheit. So senkt sich die Karosserie auf der Autobahn ab 120 Stundenkilometer um einige Millimeter ab, was den Luftwiderstand und damit auch den Verbrauch reduziert. Zudem geht der Kombi im Stand hinten auf Knopfdruck in die Knie. Je nach Bedarf kann die Ladekante um bis zu 16 Zentimeter in der Höhe variiert werden.
Fazit: Der C5 ist in allen Punkten spürbar gereift. Mit Innovationen wie dem Spurüberwachungsassistent AFIL zeigt Citroen, dass mit der Marke in Zukunft wieder verstärkt zu rechnen ist.
planbar.de, Holger Schilp