Honda FR-V: Zwei mal drei
Breit und kurz statt hoch und lang. Das ist die Erfolgsformel des Honda FR-V. Der kompakte Van transportiert bis zu sechs Personen, die sich auf zwei Sitzreihen verteilen. Preis: ab 20.400 €.
Auf den Markt gehörtNach intensiver Verbraucherbefragung ist sich Honda sicher: Die Kundschaft im Kompakt-Van-Segment möchte mehr als fünf Sitzplätze, sieben müssen es nicht unbedingt sein. Doch auch dafür hat der größte Motorenhersteller der Welt mit dem Stream noch ein Ass im Ärmel. Im Gegensatz zum Stream, der auf dem Civic basiert, teilt sich der neue Honda FR-V die Fahrwerksplattform mit dem SUV CR-V. Allradantrieb ist für den Van dennoch nicht vorgesehen.
Drei nebeneinanderDer neue FR-V schafft mit drei Einzelsitzen in jeder Reihe einen bemerkenswert variablen Innenraum. So werden es Eltern schätzen, wenn das Kind in der Mitte zwischen den beiden Erwachsenen reisen kann. Einzig eine Reboard-Babyschale darf hier nicht montiert werden. Zum Schutz von Kleinkindern (ab 9 kg) gibt es Isofix-Sitzverankerungen und einen besonders großen Beifahrer-Airbag. Soll in der Mitte ein Erwachsener Platz finden, lässt sich der Sitz so weit nach hinten schieben, bis sich die Schultern hinter den Rückenlehnen der beiden äußeren Sitze entfalten können. Für gestandene Mannsbilder bleibt es dennoch recht eng, die Hände ruhen automatisch in andächtiger Haltung auf dem Schoß. Zierliche Personen halten es dort auch auf längeren Reisen aus, zumal es reichlich Beinfreiheit gibt.
Vielfalt statt EinfaltMit nach vorn geklappter Lehne entpuppt sich der mittlere Platz vorne als praktische Armlehne, unter der sich noch ein kleines Geheimfach verbirgt. Ruht dort der rechte Arm des Fahrers, lässt sich der hoch im Armaturenbrett positionierte Schalthebel mit den Fingerspitzen dirigieren. Auch der Mittelsitz der zweiten Reihe ist in der Länge zu verschieben - wichtig, wenn der vordere Sitz nach hinten rückt. Für eine optimale Ausnutzung der Sitzkonfigurationen ist auch die Gepäckraumabdeckung dreigeteilt. Darunter warten 439 Liter Kofferraum auf ihren Einsatz. Bei Bedarf wächst das Ladeabteil auf bis zu 1.600 Liter. Wie bei allen Honda funktioniert der Klappmechanismus für die hinteren Plätze kinderleicht. Mit einem Handgriff falten sich die Polster flach in den Boden, Kopfstützen müssen dazu nicht entfernt werden.
Gut in der StadtMit 4,28 m Länge überragt der FR-V einen Golf nur minimal, in der Breite erreicht er dafür Mittelklasse-Niveau. Das hat in der Stadt den Vorteil, dass auch kleine Lücken problemlos erobert werden. Schmale Parkplätze vor dem Supermarkt erfordern da schon mehr Aufmerksamkeit. Wird es in den Gassen einer historischen Altstadt einmal richtig eng, lassen sich die beiden Außenspiegel per Knopfdruck elektrisch einklappen. Das breit-statt-lang-Konzept schlägt sich auf kurvigen Landstraßen wacker. Trotz weicher Federung hält sich die Schräglage der Karosserie in Grenzen. Bei geringem Tempo werden dagegen kurze Fahrbahnunebenheiten trocken zu den Passagieren durchgereicht. Zudem stört dann Fahrwerkspoltern die ansonsten vorbildliche Ruhe im Innenraum.
Diesel folgt späterFür den Antrieb des FR-V stehen zwei Vierzylinder-Benzinmotoren zur Auswahl, der laufruhige und durchzugstarke 2,2-Liter-Turbodiesel mit 140 PS (104 kW) folgt erst Mitte 2005. Basismodell ist ein 1,7-Liter-Aggregat mit 125 PS (92 kW), das ab 20.400 € angeboten wird. Allerdings ohne das elektronische Stabilitätsprogramm VCD. Das bleibt dem 2,0-Liter-Motor mit 150 PS (110 kW) vorbehalten. Inklusive 16-Zoll-Bereifung, Sechsganggetriebe und gehobener Comfort-Ausstattung kostet der stärkere FR-V 22.700 €. Das Topmodell Executive kommt mit Xenon-Scheinwerfern, Schiebedach, Regensensor, Lederlenkrad, beheizbaren Sitzen, CD-Wechsler, Dachreling und verdunkelten hinteren Scheiben auf 25.900 €. Doch schon das Basismodell ist mit Front-, Seiten- und Kopfairbags, Bordcomputer, CD-Radio und automatischer Klimaanlage komplett bestückt. Besonders angenehm fühlen sich bei allen Varianten die samtweichen Sitzbezüge und Türverkleidungen an.
Fazit: Der Honda FR-V bietet auch mit sechs Personen an Bord noch einen ordentlichen Kofferraum. Hier hat der Sechssitzer gegenüber Kompakt-Vans mit sieben Plätzen einen deutlichen Vorteil.
planbar.de, Holger Schilp