Alfa Romeo Crosswagon Q4: Hin und weg
(planbar.de) Praktischer Kombi, permanenter Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit. Dazu so schick gekleidet, wie man es von einem Italiener erwartet. Der
Alfa Romeo Crosswagon Q4 kommt ab 18. November nach Deutschland.
Mit TraditionGenau betrachtet, begann die Allradkarriere von Alfa Romeo 1952 mit dem knorrigen 1900 M. Der spartanische Geländewagen brachte es in den folgenden zwei Jahren auf nur zwei tausend Exemplare. 30 Jahre nach dessen Premiere folgte der Alfa 33 4x4, der erste Kombi der Mailänder Autobauer mit Allradantrieb. Später wurden die Alfa Romeo 155 und 164 mit 4x4-Technik ausgerüstet. Nun setzt der Crosswagon Q4 die Allrad-Tradition fort.
Mit StilDie Designer im Centro Stile Arese verwandelten den Alfa Romeo 156 Sportwagon mit wenigen Zutaten in einen echten Hingucker. Vorne und am Heck deuten Aluminiumblenden den Willen an, sich liebend gerne auf Abwege zu begeben. Glänzende Schutzprofile schmücken auch die Seitenschweller. 17-Zoll-Aluminiumfelgen und stark profilierte All-Season-Bereifung runden den Auftritt ab. Allerdings kann die Bereifung auf Asphalt nicht völlig überzeugen. Das grobstollige Profil überträgt Lenkbefehle leicht verzögert und sorgt auf der Autobahn für lautstarke Unterhaltung. Dennoch macht der Crosswagon Q4 auch vor der Mailänder Oper eine gute Figur. Die höher gelegte Karosserie lässt den Kombi zugleich erwachsener und sportlicher aussehen.
Mit ZurückhaltungAlfa Romeo positioniert den Crosswagon Q4 zwischen den hochbeinigen SUV und normalen Kombis mit Allradantrieb. In dieser Nische trifft er auf Audi allroad quattro, Volvo XC70 und Subaru Outback. Allen gemeinsam ist eine leicht erhöhte Karosserie, die dem Crosswagon 16,5 Zentimeter Bodenfreiheit beschert. Für anspruchsvolle Klettertouren ist das zu wenig, der Ausflug über tiefe Feldwege zum Baggersee ist damit aber kein Problem. Differenzialsperren und ein Getriebe mit Geländeuntersetzung sind daher überflüssig. Verliert im Offroad-Einsatz ein Rad den Bodenkontakt, stellt die Anti-Schlupf-Regelung ASR mit Bremseingriffen den weiteren Vortrieb sicher. Insgesamt ist das Fahrwerk, das normalerweise gut 70 Prozent der Motorleistung zu den Hinterrädern leitet, eher auf Asphalt ausgelegt.
Mit KraftAudi und Volvo sind mindestens sieben tausend Euro über dem Crosswagon Q4 angesiedelt, sie bieten allerdings auch deutlich mehr Platz als der knapp geschnittene Italiener. In dessen Heck passen zwischen 360 und 1.180 Liter Gepäck. Preislich kommt der Subaru mit 30.400 € dem Alfa am nächsten. Der Crosswagon Q4 steht ab 31.700 € beim Händler. Der Japaner rollt mit einem Benziner an den Start, hinter den Klarglasscheinwerfern des Italieners spannt ein 1,9-Liter-Turbodiesel die Muskeln. Der Common-Rail-Vierzylinder leistet 150 PS (110 kW). Mit sonorem Brummen kämpft das Triebwerk gegen 1,6 Tonnen Fahrzeuggewicht. Der Sprint von null auf 100 km/h dauert 10,5 Sekunden, maximal 192 Stundenkilometer sind - mit langem Anlauf - möglich. Seine Stärken spielt der Selbstzünder auf der Landstraße aus: 305 Nm Drehmoment bei 2.000 Umdrehungen machen Zwischenspurts zum kurzen Vergnügen. An der
Tankstelle überzeugt der 1.9 JTD 16V mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,1 Litern.
Mit KomfortWie man es in dieser Preisklasse erwarten darf, präsentiert sich schon die Basisausstattung "Progression" recht komplett. Beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik für Fahrer und Beifahrer, Parksensoren hinten, und 17-Zoll-Alufelgen sind serienmäßig. Das Topmodell "Distinctive" bietet für 33.850 € Lederpolster, Sitzheizung, Regensensor, Multifunktionslenkrad, einen Innenspiegel mit integriertem Kompass und ein CD-Radio. Die Sicherheitsausstattung umfasst generell ABS, das elektronische Stabilitätssystem VDC und sechs Airbags. Zum sicheren Transport von Kindersitzen gibt es Isofix-Verankerungen. Wer auf permanenten Allradantrieb Wert legt und auf extravagante Optik und erhöhte Bodenfreiheit verzichten kann, findet im weitgehend baugleichen Alfa Romeo Sportwagon Q4 eine preisgünstigere Alternative. Hier beginnt das 4x4-Vergnügen bei 29.900 €.
Fazit: Der Alfa Romeo Crosswagon Q4 ist kein richtiger Offroader. Er will es auch gar nicht sein, obwohl er dank Allradantrieb auch schwierige Straßenverhältnisse meistern kann. Die reizvolle Optik ist es, die zu allererst unser Interesse weckt.
planbar.de, Holger Schilp