USA: Hummer im Sturzflug, Mini im Aufwind

Dienstag November 4

Erneut unter die Millionengrenze ist im Oktober der Pkw-Absatz in den USA gesunken. Verlierer des Monats ist die Geländewagenmarke Hummer, die rund 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr einbüßte. Positive Ergebnisse können einzig drei deutsche Marken vermelden: Mini und Smart profitieren vom Boom bei Kleinwagen, Audi kann gegen den Trend mit Luxusautos punkten.

Lediglich 835 592 Autos fanden im Oktober in den USA einen neuen Besitzer; 32 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Branche spricht vom schlechtesten Monat der Nachkriegszeit. Schuld an der Misere sind nach Expertenansicht vor allem der kriselnde Kreditmarkt und das fehlende Käufervertrauen. Bereits im September war der Absatz erstmals seit Jahrzehnten unter eine Million Autos gesunken.

Grund zur Freude haben nur die Hersteller der in den USA boomenden Kleinwagen. Die BMW-Tochter Mini legt um 56 Prozent auf 5 272 Einheiten zu und erreicht mittlerweile einen ähnlichen Marktanteil wie die US-Traditionsmarke Mercury. Smart kommt als Neuling auf immerhin 2 236 Neuzulassungen und liegt mit rund 20 000 verkauften Fahrzeugen seit Jahresanfang deutlich über dem prognostizierten Soll von 16 000 Einheiten. Zugelegt hat im Oktober auch Audi; 7 443 Einheiten bedeuten ein Plus von 0,3 Prozent. Die Ingolstädter profitieren dabei vor allem vom Mittelklassemodell A4, aber die Luxuslimousine A8 und der Sportwagen R8 sind ebenfalls gefragt.

Alle anderen Marken in den USA verlieren deutlich. VW verbucht ein Minus von 7,9 Prozent auf 15 889 Einheiten, Mercedes-Benz setzt mit 14 996 Fahrzeugen 34 Prozent weniger ab als im Vorjahresmonat. BMW verliert 14 Prozent und kommt auf 20 203 neu zugelassene Einheiten. Bei Porsche halbiert sich der Absatz auf 1 427 Fahrzeuge. Dies resultiert jedoch auch aus dem Modellwechsel beim Sportwagen 911; die neue Version ist erst seit Ende Oktober zu haben.

Am meisten leiden jedoch die großen US-Hersteller. Bei Marktführer General Motors sinkt der Absatz um 45 Prozent auf 168 719 Fahrzeuge; Tochtermarke Hummer verkauft lediglich noch 1 368 Fahrzeuge. Ford verliert 32 Prozent und kommt auf 132 248 Neuzulassungen. Bei Chrysler bricht der Absatz um 35 Prozent auf 94 530 Einheiten ein. Toyota als stärkster Importeur muss ebenfalls Federn lassen; 152 100 Verkäufe bedeuten ein Minus von 23 Prozent. Hauptgrund für das schwache Ergebnis ist vor allem die fehlende Nachfrage nach großen SUV und Pick-ups, mit denen die Marken bisher einen großen Teil ihres Absatzes bestritten hatten.


 
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